Vorhang auf! Gute Unterhaltung bei Miki!

Monat: April 2009

Bohrstelle

BohrstelleAlso die Sache mit dem Presslufthammer scheint erledigt zu sein. (Hoff.)
Sonst hätte ich mir überlegen können, ob ich ein Event veranstalte: das Vibrations-Haus, „Schwingungen gegen Herzrhythmusstörungen“… oder eben dafür, wirksam bei Leuten, die vorher keine hatten…. Für Studien längeren Zeitraums war die aktive Phase (des Hammers) nicht geeignet. Bin aber in Position, falls es wieder losgehen sollte.
Aber man muss ja flexibel sein. Aktuell kann ich ein Anti-Angst-Seminar vorm Zahnarzt anbieten. Denn was das Nachbarhaus da zur Zeit durchmacht ist sicher schlimmer. Da wird nicht gebohrt und dann ist gut, sondern rrrrrrrrr…… rrrrrrrr…rrrrrrrr….rrrrrr….rrrrrr..r.rr.rr
rrrrrrrrrrrrr…rrrrrr….rrr..rr..r…………
rrr…rrrrrrrr……….rrrr
Rein handwerklich bin ich zu unterbelichtet, um mir auf den Sinn dieser Maßnahmen einen Reim zu machen…. Dieses zögerliche Gebohre angewandt von einem Zahnarzt … ich glaube, der hätte das Patientenknie bald im Magen oder ganz woanders….
Welche Auswirkungen dieses nervtötende, unberechenbare, blöde(!), laute Rumgebohre auf mein Nervenkostüm haben wird…. schaun wir mal…. Es geht schließlich schon früh am Morgen los, und einige Vorteile, die mir mein Job mit Home- Office bietet…. ahhh, grad hat der bekloppte Handwerker eine schlimme Stelle gefunden und bohrt genau auf dieser gaaaanz vooorsichtig rum….r..rrr.rrrrrrrrr.- kurz Ruhe, polk, quäl….rrrrrr…..rrrrrrrr…..vielleicht gar ein Sadist?….oh Ruhe, ob ein Telefonat oder gar Nachrichten konsumieren möglich wäre…?…ähm wo war ich?…. ach so, mein Job, naja, normalerweise recht praktisch, seine Zeit relativ frei einteilen zu können (natürlich abgesehen von diversen Kundenwünschen mit „nicht mittags bitte“, „gern am Samstag, da ist hier nicht so viel los“, „gegen 16 Uhr, aber bringen Sie viel Zeit mit“ oder „VERSUCHEN Sie es doch übermorgen mal…und wenn ich dann keine Zeit hab so zwei Tage später“… aber das gibt’s vielleicht mal in einem anderen Blog). Jetzt quält mich die Tatsache, dass ich die bürokratische Abarbeitung der Dinge unter diesen Extrembedingungen erledigen muss… Und heute ist besonders schlimm, dass ich mir längst eine Zahnarzttermin besorgen wollte, zwar nur zum „Gucken“, aber Respekt hab ich immer!
Noch mal zum Home- Office. Auch mein Nachbar regelt seine Arbeit von hier aus mit einer kleinen Druckerei. So war er immer die Sammelstelle für alle Pakete und andere nicht zustellbare Dinge, für mich praktisch, er wohnt auf der gleichen Etage. Aber bei 10 (?) Mietparteien (…muss mal die Klingeln zählen…) sprengt das schon mal die räumlichen Kapazitäten. Und worauf ich hinaus will: die diversen Leute, die so tagsüber in dieses Haus wollen ( Werbung- Verteiler, Hausreinigung, Post, PinAG, DHL, DPD, Hermes, UPS, andere Kurierleute….) haben schon entdeckt, dass auch ein lästiges Bedienen meines Klingelknopfs an der Haustür gelegentlich ein „Sesam- öffne- dich“ sein kann.
Aber egal, heute werden alle Pech haben!
Ich bin auf der Flucht!
Und hoffe, die Hilfs-Zahnärzte sind weg (oder fertig), wenn ich wieder hier aufschlage!

Booooooooooohhhhhhhrrrrrrrrrrr…………rrrrrrrrrrrrr
rrrrrr……rrr….rr…r..r…….rr….rrr..
….rrrrrrrrr….rrrr..rr..rrrr, also bleibt tapfer, Haus und Nachbarn!

8-)

„Hallo….?“

wutTelefon klingelt.

Such, renn, wühl…wo isses denn nur ?… ach da…schnapp… (hechel) ….

„Ja bitte?“

„Hi, hier..….na..f..dz..wie..dir…?“

„Waaas? Wer is da…? Moment mal bitte!“ Fenster zumach ( sinnlos- aber die Hoffnung stirbt zuletzt).

„Was is.. denn.. ..ei di… ..os?“

„Das ist ein Presslufthammer…“

„…kr .. krzdj…..“

„Waaaaaas?“

„…….. „

Nett guck. Ach so, sieht sie ja nicht. „Was hast du gesagt?“

„ …….. sag…irre…. äh.. oder….mach……….“

Wird schon stimmen.

„Ja.“

„ ??… jdzaklr…dghfriocv……??? … grummlsjfbsk….!!“

Oh, hat wohl nicht gepasst.

Ähm.. „ Du, ist grad schlecht, kannste nicht mailen oder wir telefonieren heute Abend noch mal ?“

„ …….. ….dorbn…dgasr…grim….sffju….“

„Ok. Dann bis dann.“

Aufleg.

Wie jetzt? Hat sie jetzt zum Schluss gefragt, ob ich besoffen bin? Oder die Freundschaft gekündigt? Ob sie mich noch mal anruft?

Zur Erklärung: Mein Nachbarhaus wird grad saniert. Wie die Maulwürfe buddeln Männer tiefe Gräben ganz dicht am Haus. (Woll’n die das Ding ausbuddeln und umsetzen?) Und da kommt überwiegend der Presslufthammer zum Einsatz. Und das besagte Nachbarhaus hat eine gemeinsame Wand mit „meinem“ Haus…und ich wohne auch genau an dieser Wand. Grummel. Naja, zwischendurch machen die Jungs auch mal Pause, aber dann dauert es ja noch länger…

Klingel.
Hämmer.
Nö. JETZT NICHT!!!

Brief an Miki

BlauerHimmel

Liebe Miki,
du bist eine clevere Frau. Schwierigkeiten sind dazu da, gelöst zu werden.
Du hast schon so vieles geschafft.
Als du noch sehr jung warst, dachtest du noch, du brauchst jemanden, der dich beschützt, dir den richtigen Weg zeigt. Du dachtest, du findest ihn nicht allein. Du hast dich immer an etwas anlehnen wollen, oft nicht den richtigen Halt gefunden, zumindest nicht dort, wo jedes Kind ihn finden sollte. Du hast den falschen Menschen vertraut und bist enttäuscht worden. Du hast Mechanismen entwickelt, du hast getrickst, um doch noch zu bekommen, was du wolltest. Du hast nur die guten Zensuren gezeigt, um keinen Ärger zu bekommen. Du hast dich aus dem Haus gelogen, um mit dem dir zu dieser Zeit am nächsten stehenden Menschen zusammen sein zu können. Wenn du die Dinge klar und traurig vor dir gesehen hast, die andere (noch) verdrängt haben, hast du deren Verdrängungsstrategien kopiert, du hast schon getrunken, da warst du erst 14.
Du hast weiter kopiert. Du dachtest, wenn es für andere gut geheißen wird, einen Fachschulabschluss zu machen, ist es für dich auch gut. Du wolltest etwas anderes, aber das hat nie jemanden interessiert. Gleis B war dir bestens bekannt, denn du warst ja gesund.
Als dein Körper in den Streik trat hast du versucht, dich anders zu orientieren. Zum einen erfolgreich weitermachen, zum anderen aus einem Umfeld, welches nicht in deiner Macht stand, es zu ändern, zu entkommen.
Du hast mit 18 geheiratet, für viele Dinge nicht selbst die Verantwortung übernommen, sondern deinem Mann überlassen. Ein großer Fehler. Du bist mit 19 Mutter geworden, warst festen Willens, alles „richtig“ zu machen. Ganz sicher nicht gelungen, aber du hast alles gegeben, was du konntest.
Dein Vertrauen wurde enttäuscht, du musstest aus einem Scherbenhaufen aus Ehe-Aus und Schuldenberg ein Zuhause für dich und deinen Sohn zaubern. Das hast du geschafft.
Deinen Traum von Familie und Geschwistern für dein Kind hast du bewusst und schmerzlich geopfert um dir und deinem Sohn ein geordnetes Leben zu ermöglichen.
Du musstest die volle Verantwortung für euch beide übernehmen, du hast in dieser Zeit mehrmals den Job verloren, mehrmals wurde dir wegen der leider noch bestehenden Ehe das Konto gesperrt, es war kein Opa für deinen Sohn da, der helfen wollte und keine Oma vor Ort, trotzdem hast du es immer geschafft, etwas essbares zu organisieren und euch ein gemütliches Heim zu schaffen…
Du hast verhandelt, abgestottert, gespart… du brauchtest keinen „Zwegert“.
Dabei bist du ein fröhlicher und optimistischer Mensch geblieben, Fotos und Geschichten zeugen von einem gern gelebten Lebensabschnitt mit einem gut geratenen Jungen. Du hast nicht vorgetextet, du hast vorgelebt.
Aber noch immer hattest du kein Vertrauen zu mir. Du hast dir aus Vernunft einen Mann gesucht, deiner eigenen inneren Stimme nicht zugehört.
Du hast die vermeintlichen Maßstäbe „anderer“ zu deinen gemacht. Du hast dich und deine Bedürfnisse aus dem Blick verloren. In dieser Zeit hast du sogar die Lust an sich und am Leben verloren, du hast nur funktioniert.
Auch dann hast du wieder umsortiert, umstrukturiert, neu angefangen.
Bald bist du nun auch aus der Verantwortung für deinen Sohn entlassen (… was sind schon noch die paar Jahre, irgendwann ist jedes Studium mal fertig…), du lebst jetzt schon allein und kannst endlich ganz frei entscheiden.
Tust du das? Wartest du nicht schon wieder darauf, dass andere die Weichen stellen?
Was willst du? Und wann?
Ich entbinde dich von jeglicher Verpflichtung anderen gegenüber. Väter, Mütter und Geschwister sind genau wie du mit den notwendigen Mitteln vom Leben ausgestattet, ihr Leben selber zu regeln und zu gestalten, Notfälle natürlich ausgeschlossen.
Du bist nicht dafür verantwortlich.
Hör auf dich, tu was du kannst und willst, lauf, flieg… Lerne, verändere, träume, trau dich!
Hab keine Angst, und wenn doch; überwinde sie!
Vertrau mir!
Ich bin immer bei dir, ich liebe dich und bin stolz auf dich!

Deine Miki

Pusteblume3

Das Leben ist das, was wir daraus machen.

(Grandma Moses)


Brüderschaft

bierglas2Ich habe bisher zweimal in meinem Leben „Brüderschaft getrunken“, dieser seltsame Brauch, wenn man sich förmlich gesiezt hat und zum kumpelhaften „Du“ wechseln will.
In beiden Fällen war es ein Mann, der dies mit einem Ritual besiegeln wollte (welches ich so kenne: jeder hat ein Glas in der Hand mit was lecker alkoholischem, ist in der Situation sowieso bei der Hand oder leicht zu beschaffen, dann werden die rechten, Getränke -haltenden Arme umeinander verschränkt und jeder trinkt einen Schluck –aus seinem eigenen Glas- ;-) falls jetzt jemand durcheinandergekommen ist… und dann gibt’s ein BUSSI, also ein kleines freundschaftliches Küsschen, ich glaube, das muss dann auf den Mund…? )
Tja, beim ersten Mal war ich 25 und es war mein Fahrlehrer und beim zweiten Mal war ich 40 und es war der gesellige Ausklang nach einer Weiterbildungsveranstaltung, Teilnehmer teils Referenten, Mitarbeiter der ausrichtenden Firma, Vertriebspartner und Kundschaft.

Meinen Fahrlehrer nehme ich mal raus, die Situation war schon irgendwie zweideutig, die Umgebung sehr privat… also dass seine Zunge in meinem Gesicht gelandet ist, ist längst – und auch damals – vergeben und als „netter Versuch“ abgebucht.

Aber beim aktuellen Fall- nein! Der bierlastige Schlabberlappen landete auch in meinem Gesicht ( Gott sei Dank: alle Luken dicht!) und seitdem verstehe ich, warum man schon prophylaktisch mit Alkohol bewaffnet ist: Desinfektion!).

Also jede optimistische Frau sei gewarnt; dieses Ritual ist nicht empfehlenswert, auch wenn man aus reiner Höflichkeit das „Du“ nicht ablehnen möchte; dann besser zickig rüberkommen und ablehnen!

Der Schlabberlappen- Besitzer hat sich übrigens im Laufe des weiteren Abends derart daneben benommen- aber nicht mir gegenüber, das hätte Sachschäden im Lokal verursacht-, dass ich ihm das „Du“ vor Zeugen wieder entzogen habe.

„Tja, Herr B., was würden Sie drum geben, diesen Abend allen Beteiligten vergessen zu machen? Verschwenden Sie Ihr Bier immer so, indem Sie es ahnungslosen Mitmenschen unmotiviert über den Kopf gießen? Nun mussten Sie in der Konsequenz das Essen (und Trinken) für alle bezahlen! Das tut mir aber leid! Und dann hat das Geld gar nicht gereicht…ohh…. Geht es eigentlich noch peinlicher? Nee, ne? (Find ich auch).“

Das Bier-Opfer war übrigens eine Frau, um hier klarzustellen, dass dies keine bierselige Sache unter Kumpels war, in die man sich nicht einmischen sollte.
Und Frauen neigen dazu, sich für einen schönen Abend im netten Ambiente hübsch zu machen, achten also auf Kleidung und Frisur, und ganz sicher nicht, damit so ein blöder Vogel seine Getränke darüber entsorgt.

Nun ja, wir sind alle nur Menschen und mir sind dann ja noch ein paar Wortschöpfungen, die den Schlabberlappen umschreiben sollten, herausgerutscht, aber aufgrund der Zustimmung der anderen Anwesenden besteht wohl kein Grund, diese zurückzunehmen.

Und seine Strafe?
Keine Sorge, die hat er:

SEINE und UNSERE Erinnerung

Ausflug

TorteHeute war ich mit meiner Freundin Martina anlässlich unseres 80.Geburtstags  :grin: in einer tollen Wellness- Hotelanlage am Schwielowsee (Werder). Für uns stand das Tortenbüffet auf dem Plan, welches vorzügliche Torten aus hauseigener Herstellung bietet und die man in tollem Ambiente genießen kann. Auch der Kaffee schmeckt sehr gut und als wir uns noch ein Kännchen nachbestellt haben (nachdem jeder schon eines hatte!) mussten wir etwas warten, was auf eine ganz frische Zubereitung schließen lässt.
Schoko-, Zitronen- und Erdbeer -Cremetorte mussten dran glauben…lecker!
Damit es nicht sooo ins Gewicht fällt haben wir noch einen ausgiebigen Spaziergang gemacht.
Von einem früheren Besuch dort kannte ich mich ein wenig aus, so kann ich auch sagen, dass die Zimmer dort sowie der Wellnessbereich und die Saunalandschaft sehr schön sind. Ein kleines Manko für mich: das Schwimmbecken ist sehr klein und für den wärmebedürftigen Nicht-Sportler das Wasser etwas kühl. Soll wohl nur das Abkühlbecken nach der Sauna sein. Es gibt aber auch noch ein Außenbecken.
Etwas verwirrend auf der Website dargestellt: es gibt dort keinen Golfplatz, nur einen Kooperationsvertrag mit einem solchen, der sich woanders befinden soll.
Potsdam ist ganz in der Nähe, man könnte also auch ruhig ein paar Tage am Stück dort verbringen.
Zu exklusiv für den normalen Esser erscheint mir die Abendkarte des Restaurants, aber das ist ja Geschmackssache.
Naja, nachdem wir hinzu noch einen dienstlichen Termin von mir abgearbeitet haben, dann dort geschlemmt und spaziert waren hatten wir noch Lust auf mehr.
So sind wir noch ins A10 Center Wildau gefahren und haben ein wenig Geld ausgegeben (Hätte aber durchaus schlimmer ausgehen können, stimmt’s Martina…?)
Ein wenig musste ich den Tank und die Reichweite meines Autos im Blick behalten, die willkürlichen Preisschwankungen beim Sprit gehen mir auf den Zeiger… zum Schluss hätte es noch für 20 km gereicht, aber HEUTE wollte ich NICHT tanken.
Beendet haben wir unseren gemeinsamen Ausflug in einem kleinen Restaurant bei einem lecker Salat und wir sind einhellig der Meinung:

Das war ein schöner Tag!

Resort Schwielowsee

Ostergeschichte

Hahn2Einst sprach der Hahn, höflich doch ein wenig gereizt, zum Hasen: “Sie sind ja wieder einmal unglaublich populär. Ich möchte endlich einmal das Jahr erleben, wo nicht Millionen von Osterkarten mit ihrem Bild verschenkt werden.”
Da traten dem Hasen die Zornestränen in die Augen. Er antwortete: “Ich danke für diese Popularität. Ja, ich pfeife auf die Popularität. Wie stehe ich denn vor den anderen Waldbewohnern da, mit einem Nest voll bunter Ostereier? Du Hahn, ich bin nur ein bescheidener Feld- und Waldbewohner und beliebt bei vielen Tieren. Doch meine Mission liegt in der Natur und besteht aus der Fortpflanzung meiner Art. Und plötzlich erfindet irgendein Mensch das Märchen vom Osterhasen. Sie wissen doch, dass daran kein Wort wahr ist. Doch mein Ansehen ist dahin und ich bin für ewig lächerlich gemacht. Mein Leben wird nicht mehr ernst genommen. Mit meinem Namen bringt nun jeder das Märchen mit dem Osterhasen und dem bunten Osterei in Verbindung.”
Darauf antwortete der Hahn jedoch: “Was wollen Sie? Die Menschen sind nun einmal oberflächlich. Die Sarah wurde nicht durch ihre Kunst berühmt, sondern durch ihre Magerheit und wird noch heute als Urbild der Magerkeit verstanden. Gorbatschow ist ein Schnaps und kein russischer Staatsmann und Henry Clay eine Zigarre. Ja, sogar Kolumbus ist durch sein Ei berühmter als durch seine Entdeckungen.
Denken Sie daran lieber Hase, dass es auch etwas Gutes hat, mißverstanden oder beschimpft zu sein, denn es ist besser als vergessen zu werden.”

(Alexander Roda Roda)