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  1. Leben

    August 28, 2009
    By Miki in nachdenkliches, persönliches

    WolkenMein liebes Leben,

    du warst schon schon bei mir, als ich noch nicht einmal über dich nachdenken konnte. Lange Zeit mussten andere auf mich aufpassen, damit du bei mir bleiben konntest. Aber das ist normal.
    Und weil es so normal ist, vergessen manche, über ihr Leben auch einmal nachzudenken. Nehmen es einfach hin. Als selbstverständlich.
    Dabei finde ich, kann ein wenig Demut nicht schaden.

    Du hast mich in einer klassischen Familie in einem friedlichen Land platziert.
    Um mich herum gab es Familien, Kinder… Schule, Ferien, Klassenfahrten, Kindergeburtstage…und ich mitten drin.
    Neben meiner Schwester hatte ich noch einen „gefühlten“ Bruder, Nachbarskind im selben Haus. Wir haben „Alfons Zitterbacke“ von der Schallplatte gehört, mit der Eisenbahn gespielt und gebastelt, getobt, Hängematte geschaukelt, Nachbarn geärgert, Mist gemacht….
    Leider habe ich ihn mit dem Erwachsenwerden komplett verloren, keinen Kontakt.

    Du hast mir Liebe vor die Füße gespült, nicht immer habe ich zugefasst. Mit 15 zu jung, um zu erkennen, jemand besonderem begegnet zu sein. Undurchsichtig war für mich, was wichtig und unwichtig sein sollte. Liebe ist unabhängig von Körpergröße und Prestigedenken. Mütter haben nicht immer recht.
    Als ich ihn nach zwanzig Jahren endlich wirklich wiederfinden wollte, hatte er seinen Vertrag mit seinem Leben schon gekündigt.

    Die nächste Liebe fühlte sich ganz anders an. Mehr geglättet, nicht so Berg und Tal.
    Und die Liebe zum eigenen Kind ist noch einmal etwas ganz anderes.

    Leider habe ich meine Heimat verloren. Das Elternhaus sozusagen. Das Haus, welches mir 19 Jahre lang ein Dach geboten hat. Die Eltern haben sich getrennt, ihr Leben noch einmal neu sortiert.
    Zwei Häuser gibt es, die ich manchmal besuche. Dich, mein Heimathaus mit deinem ehemals ungeliebten Keller, in dem ich so manche Schippe Koks verballert hab. Jetzt ist natürlich alles viel moderner. Aber ruhig ist es geworden, stimmt’s? Zwei ältere Leute wohnen dort, wo einst zwei Familien mit je zwei Kindern wohnten. Aber Häuser überleben Menschen…auch du wirst wieder lebendiger werden. Ich roll mal wieder langsam bei dir vorbei, richtig besuchen kann und will ich dich nicht. Mein Sohn wohnt in deiner Nähe und ist bei dir schon entlang geradelt. Ihn kennst du noch als Zwerg… nun ist auch er schon groß.
    Das zweite Haus, welches ich besuche, habe ich „selbst“ gebaut. Na gut, auf dem Papier.
    Aber diese sonderbare Liebe zu einem großen Mann, der dann doch ein zu groß geratener Junge war, hat nicht viel Zeit überdauert.
    Das mit Herzblut entstandene Haus loszulassen war der Preis für die Freiheit. Dich, mein liebes Haus, besuche ich frohen Herzens, ich bin stolz darauf, dass du so schön und gelungen bist und froh darüber, dass du so lebendige Bewohner hast.

    Mein liebes Leben, was hast du noch mit mir vor? Diese Aktionen von Heirat mit 18, Mutter mit 19, alleinerziehend mit 29, Hausbesitzerin mit 34, Single-Haushalt mit Fernliebe ab 36… seit dem Auszug aus dem Elternhaus sieben Umzüge… was wird noch kommen?

    Jobs. Tja, auch da sind wir das Dream – Team „Überraschungsei“ – mein Leben und ich.
    Scheinbar bin ich mit einem Extra- Feature ausgestattet, Knopf „Optimieren aktivieren“.
    Mag Chefs nicht, die einen klein halten wollen mit der Argumentation „draußen gibt’s keine Jobs“, „andere Bewerber stehen Schlange vor der Tür“. Ich muss meine Arbeit mit Überzeugung tun, sonst liefer ich schlechte Arbeit ab. Und dann kommt dieser Knopf ins Spiel. Bisher wurde er 10 x aktiviert. Wie machen das bloß die anderen, die 20 Jahre+ in einer Firma sind?
    Eine Bekannte hat mal zu mir gesagt: „ Hirn raus, feuchtes Tuch drüber, auf Beifahrersitz legen, arbeiten, dann Hirn wieder rin, leben….“
    DAS ist keine Alternative für mich.

    Es gibt Kindheitsträume, über die man später lächelt.
    Ich wollte mal Lokführer werden. Das war noch unrealistisch. Architektin. Das hätte gut gepasst, aber die Rahmenbedingungen waren eher schlecht. Ich noch zu jung, die Hindernisse für damalige Verhältnisse zu groß für mich. Heute würde mir das nicht mehr passieren. Naja.
    Ich wollte keine Familie gründen, keine Kinder haben, das Beispiel der Eltern war nicht überzeugend. Aha.

    An richtige Träume kann ich mich gar nicht weiter erinnern…doch: zwei:
    Den einen hab ich vererbt (… ): eine laange Rutsche, in die man oben reinhüpft, ruuuutscht… und unten gewaschen, angezogen, frisiert, gezahnputzt usw. wieder rauskommt.
    Oder eben abends gebügelt und geschniegelt für’s Bett.

    Und der zweite? Erfüllt! Auto, Auto, Auto…
    Tagtraum von früher Kindheit an: ich sitze bei toller Musik im Auto und fahre, fahre, fahre…
    Technische Ansprüche ans Gefährt hatte ich keine, weil a.) keine Ahnung und b.) zu DDR Zeiten galt „Hauptsache fährt“.
    Mit 25 hab ich den Führerschein gemacht, fahre seitdem immer. Mal netten Gebrauchtwagen als Familienkutsche gehabt oder eben Dienstwägelchen.

    Aber seit einem Jahr: Traum erfüllt!
    Seht ihr eine Golf GT Sport- Fahrerin (schneeelll gucken…) mit blödem Grinsen im Gesicht? Das bin ich.
    Witzig: Ich durfte als Kind keine langen Haare tragen. Ein Traum von mir ( also doch noch einer!) war oft; ich wache auf und die Haare sind lang! (Ich glaub ich hab als kleines Mädchen sogar früh manchmal vorsichtig hingefasst, ob es jetzt endlich geklappt hat…)
    Und in diesem Auto-Traum hab ich lange, dunkle und glatte (wichtige Anmerkung nach den Verfehlungen der 80er Jahre!) Haare.
    Und soll ich was sagen? Ich HABE lange, glatte dunkle Haare! Und Auto!!!
    Glück! Glücklich!
    (Link zu einem der glücklichst- machenden Tage ganz unten)

    Als Teenager mag ich manchmal gedacht haben am falschen Fleck geboren worden zu sein. 250 km westlich gab es in jedem Laden „Mars“- Riegel, meine heimliche Maßeinheit für Glück.
    Aber wenn auch die individuellen Möglichkeiten beschränkt waren, würde ich heute diesen Gedanken revidieren.
    Mein liebes Leben, wir haben uns zur richtigen Zeit getroffen. Ich musste bisher keinen Krieg erleben, 50 Jahre eher geboren wäre ich an meiner chronischen Krankheit alsbald eingegangen.
    Ich habe mit 20 eine Revolution erlebt, zahle heute bereits mit der dritten Währung mein täglich Brot.

    Ich bin gespannt, was wir noch zusammen anstellen werden. Und auch darauf, was uns einmal trennen wird. Und wann.

    Ja, manchmal habe ich Angst, du könntest mich plötzlich verlassen. Nein. Nicht Angst. Es ist mir bewusst, dass es passieren kann. Ich will dich nicht als selbstverständlich betrachten. Ich will dich jeden Tag schätzen. Auch wenn es mir nicht immer gelingt, wenn ich gelegentlich wegen Nichtigkeiten die Wichtigkeiten vergesse.

    Solltest du mich doch ohne Vorwarnung verlassen und ich keine Zeit mehr für folgende Worte haben, so sage ich sie jetzt:

    Es war schön mit dir! Danke dass du bei mir warst!

    Aber vielleicht haben wir erst Halbzeit, also lass uns weiter machen!

    Was hinter mir liegt, wird klein. Was vor mir liegt ist groß.

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  2. Hammer

    August 23, 2009
    By Miki in gefundenes, unterhaltsames, witziges

    MannmitHammerEin Mann will ein Bild aufhängen.
    Den Nagel hat er, nicht aber den Hammer. Der Nachbar hat einen. Also beschließt unser Mann, hinüberzugehen und ihn auszuborgen.
    Doch da kommt ihm ein Zweifel: Was, wenn der Nachbar mir den Hammer nicht leihen will? Gestern schon grüßte er mich nur so flüchtig. Vielleicht war er in Eile. Vielleicht hat er die Eile nur vorgeschützt, und er hat was gegen mich. Und was? Ich habe ihm nichts getan; der bildet sich da etwas ein. Wenn jemand von mir ein Werkzeug borgen wollte, ich gäbe es ihm sofort. Und warum er nicht? Wie kann man einem Mitmenschen einen so einfachen Gefallen abschlagen? Leute wie dieser Kerl vergiften einem das Leben. Und dann bildet er sich noch ein, ich sei auf ihn angewiesen. Bloß weil er einen Hammer hat.

    Jetzt reicht´s mir wirklich.
    Und so stürmt er hinüber, läutet, der Nachbar öffnet, doch bevor er “Guten Tag” sagen kann, schreit ihn unser Mann an:

    “Behalten Sie Ihren Hammer”.

    (aus P. Watzlawick: Anleitung zum unglücklich sein.)

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  3. anders denken….

    August 21, 2009
    By Miki in lustiges, unterhaltsames

    ….oder anders aussehen…und schon hat man die Masse gegen sich.
    Die Masse bewegt sich träge… und erkennt träge. Zu spät sozusagen.

    Tja, die alte Geschichte: “Wer zuletzt lacht, lacht am Besten.”

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  4. By Miki in auto-mobiles, bebildertes, persönliches

    da issa noch mal, doch noch ein Bild von heute… frisch geputzt…

    mein-geliebtes-auto

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  5. By Miki in auto-mobiles, bebildertes, bereistes, gelebtes, persönliches

    Mein Auto hat Geburtstag! Wow!

    Naja, Geburtstag… das ist ja schwierig bei Autos. Hab ich mir auch einfacher vorgestellt.

    Also, ich wollte einen Golf. Nee, nicht irgendeinen. Einen GT Sport. Stimmt auch nicht, eigentlich wollte ich einen GTI. Also rein in ein Autohaus, werktags 19 Uhr. Die Blondine wollte gerade gehen, meinte noch so „..GTI ?, kieken Sie mal da vor der Tür, da steht eener, gehört ‘nem Angestellten von uns. Sonst ham wa keenen..“ Hm. Ich war mit meinem Sohn da, er ist Golf 3- Fahrer. Sahen wir irgendwie unseriös aus? Das Autohaus Zellmann sollte bis 20 Uhr offen haben…

    Naja, einen Katalog hat sie mir noch gegeben…und tschüss! Schmoll.

    Nächstes Autohaus, anderer Tag. Diesmal Autohaus Möbus , auch kein kleiner Laden. Dort habe ich mir dann mal für ein Wochenende (Anfang Mai) einen R32 als Vorführwagen geholt, weil sie keinen Golf GTI auftreiben konnten. Teuer (ca. 300 €), aber sollte man bei Autokauf erstattet bekommen. War ‘ne geile Tour (auch mit Sohn). Sind nach Thüringen gefahren, es wurde geglotzt und die 250 PS waren ein Traum auf Rädern. Will ich hier nicht weiter ausführen, war jedenfalls klasse (vor allem konnte Felix den auch fahren, da gab es keine Auflagen, während mein Auto jetzt so versichert ist, dass er NICHT damit fahren darf, wäre sonst zuuu teuer).

    Als ich den Wagen bei einem anderen Verkäufer (als „meinem“) abgegeben habe, konnte der mir in zwei Sätzen mehr Infos geben als „mein“ Verkäufer an einem ganzen Nachmittag.

    Egal, dieser sollte mich nun zeitnah anrufen um die Details zu klären… hat er aber nicht!!! Nie!!!

    Inzwischen wusste ich aber was ich wollte: GT Sport mit max. Motor, R-Line Design (R32-Folgeschaden) und fast maximaler Ausstattung.

    Nun hab ich mich im Internet schlau gemacht, mein Traumauto konfiguriert … fertig. Bestellung bei einer Vermittlungsfirma online problemlos (Tipp: benefit-Service ) … fein.

    Naja, nun kamen Probleme: Lieferzeit mindestens 3 Monate. Waas? Wir hatten Mitte Mai und am 1. Juli sollte ein neuer Job losgehen, wo ich das Auto dringend brauchte!!

    Bis dahin hatte ich noch nie ein eigenes Auto, bin immer Firmenwagen gefahren. Hatte gekündigt, ich gebe es zu, auch wegen den besch… Autos, die der Ex- Chef uns zugemutet hat (12 Jahre alter Opel Corsa, ich glaub 50 PS… längst verdrängt…) Noch Fragen?

    Berlin ist ja keine Kleinstadt. Noch zwei Autohäuser wurden kontaktiert, aber an den Lieferzeiten konnten die auch nicht drehen. Da gibt es wohl Kontingente… Autohaus Eduard Winter bot noch seine Dienste an, waren aber auch nicht schneller, dafür teurer. Und sehr nett waren die Leute im Autohaus Britsch.

    Es hat jedenfalls tatsächlich noch sooo lange gedauert, dass ich zwischenzeitlich einen Golf plus als Leihwagen fahren musste. Das war auch eine interessante Erfahrung, da mietet man für zwei Monate (!) ein Auto und muss dann nehmen was kommt…. (Europcar). :shock:

    Meine Güte, aus dem einen Artikel hätte ich echt drei machen können (damals hab ich noch nicht gebloggt).

    Aber auch diese Zeit des Schmachtens, Vor- Freuens und Wartens ging vorbei!!

    Am 20.08.2008 konnte ich MEIN ERSTES EIGENES COOLES GELIEBTES AUTO anmelden! Ist das nicht toll? Schon das Datum!!

    Davon stand er noch nicht vor der Haustür, nein, schlimmer noch, ich hatte ihn noch niieee gesehen!

    (Aber auch bei dieser Behörde ging nicht alles glatt, habe aber auch selbst nicht aufgepasst, statt 1x TÜV und 1x ASU hatte ich auf beiden Schildern ASU, musste also am nächsten Tag noch mal hin…)

    Der Abholtermin in der Autostadt Wolfsburg war erst am 30.08.08.

    Das war eine sogenannte Erlebnisabholung.

    Das Erlebnis fing schon mit einer Fahrt mit dem ICE an. Die Nummernschilder unterm Arm, nicht löschbares Grinsen im Gesicht, Freude und Adrenalin pur. Mein Sohn war wieder mein treuer Begleiter, also zwei irre Golf- Fans.

    Dort dann Anmeldung im Abholerbüro( gelber Kasten).WB1

    Termin bekommen, noch ca. zwei Stunden…na die schaffe ich auch noch…so haben wir vorher noch die Autostadt angesehen, ein paar Bilder habe ich ausgesucht.

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    (zum Vergrößern raufklicken!)

    Erst wie gesagt das Hauptgebäude, dann ein paar Eindrücke vom Gelände, die beeindruckenden Türme (in einem von ihnen hat mein Auto die letzten 24 h verbracht) … wo wird er wohl gerade sein, wartet er auf mich, freut er sich, wenn sie ihm die Schilder ranbasteln, dass es nach Berlin geht…?

    Mein Auto- Traum, freust du dich auch so auf „deinen Mensch“?WB2

    WB5Zum Termin in die Halle, haben natürlich ganz viele tolle Autos gesehen und auch genau beguckt, mit Anfassen und so…

    Dann endlich mein Name auf der Tafel! (…)

    In den angezeigten Bereich geflitzt, da wartete er auf mich…

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    Beeindruckt beschreibt es nicht. Gerührt auch nicht. Überwältigt. Ja.

    Man muss sich auch mal vorstellen, ich hatte „so“ ein Auto noch nie wirklich gesehen, er ist am Computer konfiguriert. Die Autohäuser waren ja – wie beschrieben- weniger hilfreich. Nicht interessiert an 30.000 Euro Umsatz.

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    Dann hab ich ihn Beschlag genommen. Angefasst. Reingesetzt. Heimlich gestreichelt. Heimlich geheult (ganz heimlich).

    Stolz hat mich gemacht (nooch stolzer?), dass kurz vor der offiziellen Übergabe ein VW-Mann an meinem Auto vorbei lief…guckte…zurück kam…um mein Auto drumrumlief ..guckte…und dann weiter seines Weges ging. Und der VW-Mann sieht ja einige Autos täglich!

    Naja, Beschriftung abgewählt, R-Line- Design auch etwas verwirrend…so ist es ja auch gedacht ;-)

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    Später habe ich ihn – ehrfurchtsvoll- auf einen dafür vorgesehenen Parkplatz gebracht, den Pförtner noch so gefragt: „Wo kann ich denn mein geiles Auto abstellen?“ Der guckte nett und sagte : „ Wirklich klasse Auto.“ Und wies mich ein. DSG-Getriebe, fährt fast von allein…brummbrumm machen die 170 PS bei geringster Ansprache…schade, Sportgang 1000km tabu…

    Wir haben bei schönstem Wetter noch die Autostadt genossen, Futter- und Souvenir- Gutscheine eingelöst, Golf .. ähh..pardon…VW Museum bzw. Ausstellung angesehen WB10

    und sind selbst mal den Turm hochgefahren, was BummBrumm ja schon hinter sich hatte.


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    (zum Vergrößern raufklicken!)

    wb15 (zum Vergrößern raufklicken!)

    Und ich hatte die ganze Zeit dieses Kribbeln im Bauch, unsere erste Fahrt stand ja noch bevor…

    Und nun ist er schon ein Jahr alt. Ein paar Stunt’s haben wir schon hinter uns, geblitzt wurden wir nur 2x, immerhin in Brandenburg, da gibt es wenigstens Fotos für das viele Geld ;-) .

    Zum Geburtstag bekommt er natürlich auch was. Aber erst nach meinem Urlaub, will kein frisch getuntes Auto vor der Tür stehen lassen, wobei ich auch Chancen habe, ihn für diese Zeit in einer Tiefgarage unterzubringen. Trotzdem muss er noch ein wenig warten….was lange währt, wird gut!

    Dann gibt es auch aktuelle Fotos.

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  6. Frösche

    August 18, 2009
    By Miki in gefundenes, unterhaltsames

    froschnahaufnahmeEines Tages entschieden die Frösche, einen Wettlauf zu veranstalten. Um es besonders schwierig zu machen, legten sie als Ziel fest, auf den höchsten Punkt eines großen Turms zu gelangen.

    Am Tag des Wettlaufs versammelten sich viele andere Frösche, um zuzusehen.
    Dann endlich – der Wettlauf begann.
    Nun war es so, dass keiner der zuschauenden Frösche wirklich glaubte, dass auch nur ein einziger der teilnehmenden Frösche tatsächlich das Ziel erreichen könne.
    Statt die Läufer anzufeuern, riefen sie also “Oje, die Armen! Sie werden es nie schaffen!” oder “Das ist einfach unmöglich!” oder “Das schafft Ihr nie!”
    Und wirklich schien es, als sollte das Publikum recht behalten, denn nach und nach gaben immer mehr Frösche auf.
    Das Publikum schrie weiter: “Oje, die Armen! Sie werden es nie schaffen!”
    Und wirklich gaben bald alle Frösche auf – alle, bis auf einen einzigen, der unverdrossen an dem steilen Turm hinaufkletterte – und als einziger das Ziel erreichte.
    Die Zuschauerfrösche waren vollkommen verdattert und alle wollten von ihm wissen, wie das möglich war.
    Einer der anderen Teilnehmerfrösche näherte sich ihm, um zu fragen, wie er es geschafft hätte, den Wettlauf zu gewinnen.

    Und da erst merkten sie, dass dieser Frosch taub war!

    (Verfasser unbekannt)

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  7. Pingu Boogaloo

    August 16, 2009
    By Miki in lustiges, pingu-liches, unterhaltsames

    weitere Pingu-Geschichten findet ihr unter “pingu-liches”

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  8. “Ich bin doof”

    August 13, 2009
    By Miki in gelebtes, lustiges, persönliches

    bindoofIch bin (auch*) dafür; doofe Leute sollten ein Schild tragen müssen, wo drauf steht „Ich bin doof“. Dann kann man sich darauf einstellen!
    Frühmorgens, Augen winzig, Gesichtsausdruck grimmig; Nachbar fragt „Na, ausgeschlafen?“ Schild.
    Parkbänke. Penner sitzt drauf. „Haste mal een Euro?“ Ja, mehrere, womit soll ick sonst Miete zahlen? (denk ich). Schild.
    „Wissen Sie, wie spät es ist?“ „Ja.“ (Ähhm, wollte er es jetzt auch wissen?) Schild.
    Tankstelle. Waschanlage. „Na, Auto wieder schmutzig?“ „Nee, mir is nur langweilig.“ Schild.
    Einkaufen. Belade mein Auto mit 6x 6x 1,5 Liter Mineralwasser (nicht nur für mich).
    Olle fragt: „na Sie haben aber Durst?“ Ich. „Nee, heute ist Waschtag“. Schild.
    Komme schnellen Schrittes in ein öffentliches Gebäude, frage den Pförtner nach den Toiletten. „Na Sie ham’s wohl eilig?“ Schild.
    Irre mit Fragezeichen im Gesicht durch einen Bücherladen. Kommt eine Verkäuferin „Suchen Sie ein Buch?“ „Nee, die Milch ist alle.“ Schild.
    Sitze auf einer Bank, ziehe einen Schuh aus und massiere den Fuss. Frau: „Ihnen tun wohl die Füße weh?“ Ich antworte nicht …. Schild.
    Ist länger her, stehe mit Pannen-Auto (Motorhaube offen) am Straßenrand und warte auf den ADAC. Kommt eine ältere Dame und fragt: “Na, Auto kaputt?” “Nö, will ‘nen Mann kennenlernen, vielleicht schickt der ADAC was nettes.” Schild. (Aber die Idee ist nicht schlecht, oder?)
    Ich hab früher mal in der häuslichen Pflege gearbeitet. Klingel wie verrückt und klopfe an der Tür einer Patientin. Nachbarin: „Na, macht Frau S. heut nicht auf?“ (…) Schild.
    (Frau S. öffnete nie wieder die Tür, der Bestatter hat sie fortgebracht.) Nachbarin stellt sicher bis heute blöde Fragen.
    Schreckliche Erkältung. Dicke Augen. Schniefen. Rote Knollennase. Heiser. Kollegin: „Na, erkältet?“ „Nee, mein Maskenbildner hat nur geübt.“ Schild.

    Tja, wenn Doofheit weh tun würde…

    Also, wenn du das nächste Mal irgendwo sitzt, eine rauchst („na, rauchst ja…“) oder was trinkst („na, Durst..?) oder dich am Kopf kratzt („na, juckt’s…?“)…. vielleicht hilft dir dann ja der Gedanke an das Schild. Und dann schmunzelst du und dein Schild- Kandidat fragt „Na, an was schönes gedacht?“ „Ja.“

    * Die Idee mit dem Schild stammt nicht von mir, hab ich irgendwo mal gelesen und für gut befunden…

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  9. By Miki in gelebtes, informatives, nützliches, persönliches

    Urlaub. Vorfreude.
    Gibt ja überall Reisebüros.
    Die Richtung und eingegrenzten Zeitraum hatte ich zum Besten gegeben (vor ca. 2 Wochen), am nächsten Tag drei Kataloge und drei Listen abgeholt.
    Das durchzuarbeiten war eine Menge Arbeit.
    So. Nun waren drei Hotels in der engeren Auswahl. Rhodos.
    Darauf eingestimmt bin ich gestern wieder hin.
    Da wunder ich mich schon, die gute Frau guckt gar nicht welches Hotel, sondern ruft erst die Flüge auf.
    Und was soll ich sagen? Keine Flüge für den fraglichen (immerhin flexiblen) Zeitraum vorhanden. Und was nun?
    Hat sie mich kurzerhand nach Kreta verfrachtet. War auch so eifrig, dass meine Einwände ungehört blieben.
    (Gefühlte) Stunden später hatte ich also wieder eine Auswahl von drei Hotels, aber auf der falschen Insel und Hinflug 18.55 Uhr (Ankunft Hotel nach Mitternacht-1.(bezahlter) Urlaubstag also schon Geschichte).
    Irgendwie ist ihr dann doch aufgefallen, dass der Kunde (ich!) nicht zufrieden ist.
    Also einen anderen Veranstalter! Ui, zwei Nasen können noch nach Rhodos fliegen. Schnell Option gemacht (Hotel egal, Hauptsache der Flug ist reserviert, Hotel umbuchen kann man dann immer noch …) und wieder Hausaufgaben mitgenommen.
    Grübelnd und diskutierend mit meinem Liebsten über dem Katalog gebrütet.
    Im Ausschlussverfahren zwei Hotels übrig- ich soll entscheiden.
    Es war zu erahnen, welches teurer ist (Tatsache, 800 Euro!) und er schmunzelte schon.
    Aber ich kann ihn überraschen. Das andere hat das Rennen gemacht!
    Nach Katalog wäre die Entscheidung anders ausgefallen, aber…das Zauberwort heißt „Kundenbewertungen“.
    Hotelbewertungen
    Stammgäste, Wiederholungstäter sozusagen, Fotos, detaillierte Berichte, Vor- und Nachteile aus erster Hand. Da konnten sie ihre 5 Sterne eintüten, ich hab mich entschieden.
    Ein paar negative Meinungen gab es bei jedem Hotel (teils über die Mit-Gäste, ich meine das ist eben wirklich Glückssache…), aber die Weiterempfehlungsquote von „meinem“ Hotel liegt bei 92%. (Der Gegenkandidat 64%!) Und wie gesagt, laut Katalog war das mein ( viel preisintensiverer) Favorit gewesen.
    Gebucht. Gebongt. Freu.
    Bonus mit Thomas Cook: Besonders hochwertiges Zimmer, Platzreservierung und Premium-Menü im Flieger, Reiseführer (freie Wahl) kommt mit den Papieren.
    Und noch etwas, der Hinflug geht 4.10 Uhr los (gähn), da können wir dort am ersten Tag schon Mittag essen, Rückflug 22.55 Uhr, also maximale Ausnutzung der Reisetage.
    Ich freu mich, mein Liebster wird staunen ( keene Bange, Geld krieg ich auch anders alle..) und Rhodos, wir kommen!

    Was lernen wir daraus?
    Erst Internet gucken, dann buchen.
    Ich werde anschließend auch bewerten.

    Rhodos12Rhodos18

    Rhodos25Rhodos27
    Ein dickes Danke an die Fotografen und danke an alle, die mir bei der Auswahl so sehr mit ihren Bewertungen geholfen haben!

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  10. wiedergefunden

    August 9, 2009
    By Miki in lustiges, unterhaltsames

    jetzt wie gestern versprochen: das Lustige

    Ich habe dieses Video so ca. vor 2 Jahren das erste Mal gesehen, mit Kollegen…haben wir gelacht..
    Jetzt also etwas glücklich “wieder gefundenes” in meiner Fundgrube:  :grin:

    This video was embedded using the YouTuber plugin by Roy Tanck. Adobe Flash Player is required to view the video.

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  11. By Miki in aktuelles, gefundenes, informatives, nützliches, piratiges

    sicherheitswahnHeute muss ich euch einen langen Text antun, aber ich finde es einfach sehr wichtig.
    Ich hoffe, ihr haltet durch…. :yes:

    aus: “DIE ZEIT, 06.08.2009 Nr. 33 – 06. August 2009″
    http://www.zeit.de/2009/33/Sicherheitswahn

    S T A A T L I C H E Ü B E R W A C H U N G
    Sicherheit total

    Unter dem Vorwand, uns vor terroristischen Gefahren schützen zu wollen, späht der
    Staat seine Bürger aus. Von dieser Politik der Angst dürfen wir uns nicht verrückt
    machen lassen
    VON ILIJA TROJANOW UND JULI ZEH
    Früh raus. Der Wecker klingelt. Es ist noch dunkel. Nicht gleich Licht machen, eine
    Minute auf dem Bettrand sitzen bleiben. Die Morgenluft einatmen. Das Fenster ist
    gekippt, die Tür zum Flur offen. In der Küche wartet die Espressomaschine. Wo
    sind die Hausschuhe? Sich strecken, aufstehen, das Licht anknipsen.
    Sie ziehen den Vorhang am Küchenfenster zu, damit der Nachbar von gegenüber
    nicht hereinschauen kann. Sie kochen sich einen doppelten Espresso und nehmen
    einen Schluck. Jetzt kann der Tag beginnen. Sie setzen die Tasse auf dem
    Tisch ab. Am Rand haben Sie zwei wunderschöne Fingerabdrücke hinterlassen.
    So scharf konturiert und vollständig wie die in Ihrem Reisepass. Oder die in
    den Datenbanken der U. S. Customs and Border Protection seit Ihrem letzten
    Sommerurlaub in Florida. Beruflich sind Sie viel unterwegs? Dann kennt man das
    Muster auf der Kaffeetasse, die Sie gerade ins Arbeitszimmer tragen, auch in
    Schweden, Georgien und im Jemen.
    Wie jeden Morgen rufen Sie Ihre privaten E-Mails ab. Die sind schon überprüft
    worden – nicht nur von Ihrem Virenscanner. Sie rufen noch die eine oder andere
    Webseite auf – die Kripo weiß, welche, wenn sie möchte, und kann das auch in
    sechs Monaten noch überprüfen. Sie nehmen schnell noch eine Überweisung
    vor – die Behörden wissen, an wen. Zum Glück heißen Sie Müller, das schützt
    ein wenig. Bei Ihrem Kollegen Tarik al-Sultan, der neulich zum Bergsteigen in
    Kaschmir war, verschickt der Computer gerade den gesamten Inhalt der Festplatte
    an den Verfassungsschutz. Greifen Sie etwa gerade nach dem Telefon, um mit
    Tarik etwas Vertrauliches zu besprechen, das nicht ins Büro gehört? Lassen Sie
    es lieber sein. Besuchen Sie ihn zu Hause, wenn Sie ungestört reden wollen.
    Es sei denn, Tarik wurde als Gefährder eingestuft, weil er regelmäßig Geld an
    seinen arbeitslosen Cousin in Pakistan schickt. Dann ist seine Wohnung ohnehin
    verwanzt.
    Sie eilen zur Haustür hinaus. Die Überwachungskamera Ihres Wohnkomplexes
    beobachtet jeden Ihrer Schritte. Auch beim Betreten der U-Bahn-Station werden
    Sie gefilmt, ebenso auf dem Bahnsteig und in der Einkaufspassage, wo Sie eine
    Zeitung kaufen. Haben Sie schon mal versucht, vor einer Überwachungskamera
    unschuldig zu wirken? Das ist noch schwieriger, als auf einem gestellten Foto
    natürlich zu lächeln. Warum wandert Ihr Blick ständig nach oben? Zweimal haben
    Sie direkt in die Kamera geschaut. Und jetzt greifen Sie sich schon wieder ins
    Haar. Wenn das noch einmal passiert, wird die biometrische Verhaltensanalyse
    den Alarm auslösen. Warum sind Sie so nervös? Laut Ihrer Patientenkarte
    bekommen Sie seit Neuestem Beruhigungsmittel verschrieben. Und die Pay-back-
    Karte verzeichnet einen erhöhten Alkoholkonsum. Sie haben am Bankautomaten
    wieder 1000 Euro abgehoben. Wozu brauchen Sie so viel Bargeld? Außerdem
    ist Ihr Stromverbrauch im letzten Monat um 12,4 Prozent gestiegen. Verstecken
    Sie jemanden? In der Stadtbibliothek leihen Sie sich in letzter Zeit merkwürdige
    Bücher aus, über zivilen Ungehorsam und die Pariser Kommune. Reichen Ihnen
    die historischen Schmöker nicht? Und diese regelmäßigen Zahlungstransfers nach
    Südfrankreich? Wofür? Warum sind Sie letzte Nacht eigentlich so lange um den
    Block gelaufen? Sie hatten Ihr Handy nicht ausgeschaltet – da weiß man, wo Sie
    sind.
    Nach der Arbeit steigen Sie ins Auto, um etwas Persönliches zu erledigen.
    Verzichten Sie auf die Verwendung Ihres Navigationssystems. Andernfalls lässt
    sich leicht herausfinden, wohin Sie fahren. Machen Sie einen Umweg, meiden
    Sie die Autobahn mit den ganzen Mautstationen! Sie fragen sich bestimmt schon,
    warum Ihnen so hartnäckig aufgelauert wird? Warum gerade Ihnen? Es gibt doch
    keinen Grund, aus dem sich irgendjemand für Sie interessieren könnte.
    Sind Sie sicher? Sind Sie absolut sicher?
    Haben Sie nicht neulich gegen den G-8-Gipfel demonstriert? Dann verfügt
    die Polizei sogar über Ihre Geruchsprobe. Haben Sie nicht bis vor Kurzem in
    jenem Studentenwohnheim gelebt, in dem auch ein gewisser Abu Mehsud
    untergekommen war? Das waren gar nicht Sie, das muss ein anderer Müller
    gewesen sein? Na, wenn man so heißt, liegt eine Verwechslung nahe, selber
    schuld. Und wie steht es mit Ihrer Lebensgefährtin, die kauft jede Menge
    Haarfärber, Fleckenlöser und Batterien. Das bedeutet: Wasserstoffperoxid, Azeton,
    Schwefelsäure! Halten Sie uns für blöd? Daraus kann jeder Idiot eine Bombe
    bauen. Natürlich behaupten Sie, Ihre Lebensgefährtin habe nicht vor, eine Bombe
    zu bauen. Das würde jeder antworten. Sollten Sie allerdings die Wahrheit sagen
    – wo liegt dann das Problem? Wir helfen Ihnen doch nur, diesen Verdacht aus
    der Welt zu schaffen, indem wir genau hinschauen. Das muss auch für Sie eine
    Erleichterung sein.
    Kein Grund zur Beunruhigung also. Alles geschieht zu Ihrem Besten. Der Staat
    ist Ihr Vater und Ihr Beschützer. Er muss wissen, was seine Kinder treiben.
    Wenn Sie nichts Schlimmes verbergen, haben Sie auch nichts zu befürchten. Die
    Entscheidung aber, was schlimm ist, überlassen Sie bitte den Spezialisten. Wenn
    Sie mitspielen, müssen Sie keine Angst haben. Wir sind nicht die Stasi oder das
    FBI. Sie leben in einer gesunden Demokratie. Da kann man schon ein bisschen
    Vertrauen von Ihnen erwarten. Was? Der Staat soll Ihnen vertrauen? Wo kämen
    wir da hin! Schon das Grundgesetz sagt, dass alle Gewalt vom Volke ausgeht.
    Und Gewalt gilt es einzudämmen. Da sind Sie ja wohl einer Meinung mit dem
    Innenministerium.
    Achtung bitte, wir unterbrechen diesen Text für eine wichtige Durchsage: Dies ist
    keine Science-Fiction! Wir wiederholen: keine Science-Fiction! Dies ist nicht 1984
    in Ozeanien, sondern das Jahr 2009 in der Bundesrepublik. Falls Sie sich immer
    noch nicht verdächtig fühlen – herzlichen Glückwunsch. Sie sind ein unbeugsamer
    Optimist.
    Es gibt auf diesem Planeten keinen Zustand vollkommener Sicherheit, es
    sei denn, man wollte den Tod als eine sichere Sache betrachten. »Sicher ist,
    dass nichts sicher ist. Selbst das nicht«, lautet ein beliebtes Graffito. Leben ist
    angewandte Unsicherheit. Wir gehen täglich Risiken ein, im Straßenverkehr,
    am Arbeitsplatz, im Umgang mit unseren Mitmenschen, beim Verzehr von
    Nahrungsmitteln. Würden wir unseren Ängsten freien Lauf lassen, wären wir
    handlungsunfähig. Gerade Tätigkeiten, die wir besonders gern ausführen, weil
    sie unsere Lebensqualität steigern, sind oft mit einem hohen Risiko behaftet. In
    unserer Freizeit stürzen wir uns schneebedeckte Abhänge hinab oder springen
    von Klippen, rasen mit 200 Stundenkilometern über die Autobahn, verreisen in
    ungesunde Länder und kriminelle Städte. Der mutigste Kerl von allen ist, statistisch
    gesehen, der Heimwerker – ein kolossaler Draufgänger in Anbetracht der hohen
    Wahrscheinlichkeit, sich im eigenen Haushalt zu verletzen oder gar einen tödlichen
    Unfall zu erleiden. Im Alltag sublimieren wir souverän die Risiken, denen wir uns
    andauernd aussetzen, und stürzen uns mit Bravour in Gefahren.
    Dessen ungeachtet, ist »Sicherheit« zu einem Lieblingsschlagwort der politischen
    Debatte geworden. Jede zweite Maßnahme wird mit dem Hinweis auf unsere
    »Sicherheit« begründet. Autos sollen auch bei Sonnenschein mit Licht fahren,
    was die Umwelt belastet und die Kassen der Glühbirnenhersteller klingeln
    lässt: Sicherheit. Der Nacktscanner am Flughafen soll Röntgenaufnahmen von
    Quadratschädeln und krummen Beinen machen: Sicherheit. Hunde an die Leine,
    Raucher vor die Tür, Computerspiele auf den Index: Sicherheit. Der vermeintlich
    abgesicherte Bürger ist der regulierte Bürger.
    Der Staat will möglichst viel über seine Bürger wissen, um sie wirksam gegen
    alle erdenklichen Bedrohungen schützen zu können. Warum auch nicht? Schützt
    uns nicht gerade die umfassende Informiertheit der Behörden davor, Opfer eines
    Polizei- oder Justizirrtums zu werden? Denn ein Staat, der alles weiß, wird doch
    nicht versehentlich einen Unschuldigen belangen. Je länger Sie überlegen,
    desto mehr wirkt eine Welt, in der Sie keiner Bedrohung mehr durch Kriminelle,
    Leichtsinnige oder auch nur durch Gesundheitsrisiken ausgesetzt wären, wie das
    Paradies auf Erden. Dafür wären Sie durchaus bereit, den Preis allumfassender
    staatlicher Kontrolle zu bezahlen.
    Sind Sie sicher?
    Nehmen wir einmal an, Verbrechen könnten tatsächlich mithilfe von Überwachung
    und anderen präventiven Maßnahmen des Staates flächendeckend unterbunden
    werden. Zuerst würden Terrorismus, Mord und Totschlag abgeschafft. Für eine
    Weile würden Sie sich erleichtert fühlen, dann fiele Ihnen das Organisierte
    Verbrechen wieder ein, das dem Land schlaflose Nächte bereitete, bevor es vom
    Terrorismus abgelöst wurde. Drogenkartelle, Mafiafamilien, Schlepperbanden
    – weg damit. Wenig später würden Sie in der Zeitung lesen, wie viele
    Vergewaltigungen, Raubüberfälle und schwere Körperverletzungen im Jahr
    begangen werden. Beängstigend. Unerträglich. Nicht zu vergessen die ausufernde
    Steuerkriminalität, durch die sich der Staat in seinem Bestand bedroht sieht.
    Genügend Gründe für weitere, immer weiter reichende Maßnahmen. Und was ist
    mit Kindesentführungen? Was bedeutet der Diebstahl von 1000 Euro für eine alte
    Frau, die auf jeden einzelnen Cent angewiesen ist? Kann man seine achtjährige
    Tochter ruhigen Gewissens zur Schule gehen lassen, solange Verkehrssünder mit
    80 Sachen durch Wohngebiete rasen? Steuerbetrüger, Diebe, Verkehrsrowdies
    – alle ausschalten. Sind Sie jetzt sicher? Vielleicht. Fühlen Sie sich sicherer?
    Wahrscheinlich nicht.
    Bedrohung ist subjektiv und damit relativ. Sie bestimmt sich nicht im Verhältnis
    zu einem irgendwie messbaren Gefahrenpotenzial, sondern anhand der Risiken,
    die jeder von uns wahrnimmt. In einer zunehmend sicheren Welt richtet sich
    die Angst auf immer kleinere oder unwahrscheinlichere Szenarien. Während
    etwa die Kriminalität in Deutschland im Bereich schwerer Delikte wie Mord,
    Totschlag und Vergewaltigung seit Jahren sinkt, sind die Menschen notorisch
    vom Gegenteil überzeugt. Ähnlich empfand es Donald Rumsfeld, der ehemalige
    Verteidigungsminister der USA: »Wir sind heute sicherer vor der Bedrohung durch
    einen großen Atomkrieg (…) und dennoch verwundbarer durch Kofferbomben.«
    Großer Atomkrieg versus Kofferbombe: Durch diese Aussage wird klar, dass
    Sicherheit nichts mit der Größe realer Gefahren zu tun hat. Sicherheit ist keine
    Tatsache, sondern ein Gefühl. Wer in den letzten Jahren die massenmedialen
    Hysterien um BSE, Vogelgrippe und natürlich immer wieder Terrorismus mitverfolgt
    hat, wird nicht auf den Gedanken kommen, dass man die Welt heute als sicherer
    empfindet als vor hundert Jahren. Dabei standen den Menschen damals zwei
    Weltkriege bevor, von der Spanischen Grippe, die 25 Millionen Menschen
    dahinraffte, ganz zu schweigen. Wenn die Politik also behauptet, »Sicherheit«
    für die Bürger gewährleisten zu wollen, nährt sie einen gefährlichen Irrglauben.
    Wann wären Sie denn sicher? Wenn es keine Terroristen mehr gäbe? Oder keine
    Krankheiten? Wenn Sie das Haus nicht verließen? Wenn Sie monatlich 3000 Euro
    Staatsrente erhielten? Wenn kein Freund Sie verriete, kein Geliebter Sie verletzte?
    Oder wenn der Tod endlich abgeschafft würde?
    Sicherheit lässt sich nicht herstellen, weil kein Risiko völlig ausgeschaltet werden
    kann. Im Grunde wissen wir das alle. Aber wir vergessen es, sobald uns Politiker
    und Journalisten die nächste Horrorvision vor Augen führen. Wir wissen, dass wir
    nach aller berechenbaren Wahrscheinlichkeit am ehesten beim Putzen des Bads
    oder im Auto eines unnatürlichen Todes sterben werden. Trotzdem bekommen
    wir keine Gänsehaut beim Anblick unseres Badezimmers. Autohersteller werden
    nicht von der Polizei überwacht, obwohl es, gemessen an den Todeszahlen,
    naheliegender wäre, einen »Krieg gegen den internationalen Straßenverkehr«
    auszurufen.
    Es entspricht der Natur des Menschen, vor unwahrscheinlichen Ereignissen mehr
    Angst zu haben als vor wahrscheinlichen. Wir fürchten uns am meisten vor Dingen,
    die uns selten bis nie begegnen und die wir deshalb nicht einschätzen können.
    Das ist wohl gut so. Es gibt eine Theorie, die besagt, dass uns die Evolution dieses
    Missverständnis antrainiert habe. Dem Überleben sei es dienlicher, das Risiko von
    Situationen falsch zu bewerten. Andernfalls würden wir nämlich in kein Auto mehr
    steigen und keine Treppe hinuntergehen. Um lebensfähig zu bleiben, ist es wichtig,
    »kein Gefühl« für Wahrscheinlichkeiten zu haben, jedenfalls kein zutreffendes.
    Diese Unfähigkeit kann man leicht am eigenen Leib überprüfen. Sie sind auf einer
    Party mit gut vierzig Gästen. Wie hoch, glauben Sie, liegt die Wahrscheinlichkeit,
    dass zwei dieser Personen am selben Tag Geburtstag haben? Zehn Prozent?
    Oder nur fünf? Sie liegt bei 90 Prozent, weshalb sich eine Wette auf diesen
    Umstand lohnen würde. Das hätten Sie nie gedacht? Eben. Wie hoch liegt seit
    dem 11. September die Wahrscheinlichkeit, dass Sie Opfer eines Terroranschlags
    werden? 0,01 Prozent? Weniger? Mehr? Selbst wenn wir davon ausgingen, die
    »Kofferbomber von Köln« hätten Erfolg gehabt, bedroht Sie das mit einem Risiko
    von eins zu vier Millionen. Rund siebenmal wahrscheinlicher ist es, als Kind zu
    ertrinken. Natürlich kommt trotzdem niemand auf die Idee, Schwimmbäder oder
    Badeteiche zu verbieten. Aber 76 Prozent der Deutschen geben an, dass sie
    Angst haben, Opfer eines terroristischen Anschlags zu werden. Die Angst ist – im
    Gegensatz zur nützlichen Vorsicht – eine der größten Geißeln des Menschen. Hat
    sie sich einmal eingenistet, beginnt sie zu wuchern, lähmt uns, lässt sich durch
    kein vernünftiges Wort und keine passende Geste eindämmen. Wer jemals einen
    Menschen gesehen hat, der in Panik gerät, weil ihm ein giftiges Insekt über den
    Fuß kriecht, der weiß, dass wir aus Angst – gegen die eigenen Interessen – um
    uns schlagen und uns dadurch nur umso mehr gefährden.
    Die scheinbar unübersichtliche, unverständliche Gegenwart und nicht zuletzt ihre
    technischen Innovationen tragen zu einem Gefühl der Verängstigung bei, das
    paradoxerweise durch ein Mehr an Technik und Entmündigung gelindert werden
    soll. Ein typisches Beispiel, wie der Teufel mithilfe des Beelzebubs ausgetrieben
    wird. Das Gefühl der Unsicherheit existiert losgelöst von tatsächlichen
    Bedrohungen.
    Wer etwas annähernd Objektives über unsere Sicherheit erfahren möchte, sollte
    nicht den staatlichen Sicherheitsexperten oder den medialen Angstprofiteuren
    zuhören, sondern lieber einen Blick in die Statistiken werfen. Er wird
    erkennen, dass Deutschland von Jahr zu Jahr sicherer wird, was nicht an
    Schäubles Anstrengungen liegt, sondern zum Beispiel an der verbesserten
    Automobiltechnologie. Natürlich können wir nicht wissen, was die Zukunft bringt.
    Solange der Trend aber ein positiver ist, besteht wahrlich kein Anlass für den
    aussichtslosen Versuch, Bollwerke gegen eine unbekannte Zukunft zu errichten.
    Konkrete Beispiele beweisen, dass gesellschaftliche Strategien der Verständigung,
    der Integration, des sozialen Ausgleichs und der Bildung keineswegs versagt
    haben, wie die Verunsicherungspropheten verkünden. Vielmehr sind die Erfolge
    dieser Strategien zum einzig wahren Fundament unserer Sicherheit geworden. Alle
    rationalen Argumente sprechen dafür, Kurs zu halten und den Weg der Vernunft
    nicht zu verlassen. Um mit Karl Popper zu sprechen: »Wir müssen für Frieden
    sorgen und nicht für die Sicherheit, einzig aus dem Grund, weil nur der Frieden
    Sicherheit sicher machen kann.«

    das passt so schön dazu: (für alle, die es noch nicht kennen)

    Ich wähle Piraten

    So, und jetzt noch ein Versprechen: morgen gibt es was lustiges……

    :-D

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  12. Tunlichst angeraten

    August 6, 2009
    By Miki in gefundenes, informatives, nützliches, piratiges

    Sie bilden einen bunten Haufen,
    Die sich “Die Piraten” taufen,
    Und ich würde klar negieren,
    Dass diese fähig zu regieren.

    Doch vielleicht, dass ich erschrecke
    In Berlin die alten Säcke,
    Die im Hirn so starr und steif,
    Dass keiner kennt das Real Life.

    Stand je Frau Merkel, frag ich mal,
    Beim Einkauf zögernd vorm Regal,
    Und legte das begehrte Stück
    Seufzend mangels Geld zurück?

    Hatte Schäuble je Theater
    Mit einer Bank Kreditberater,
    Weil der, da falsches Wohngebiet,
    Den Antrag negativ beschied?

    Wenn bei Frau Leyens Kinderschar
    Von Klassenfahrt die Rede war,
    Ist schon jemals, eins von sieben,
    Weil’s Geld nicht reicht, daheim geblieben?

    Kam Roland Koch sich blöde vor,
    Sowie ein richtig dummer Tor,
    Weil hirnverbrannte Steuerbögen,
    Zeigten ihm sein Unvermögen?

    Braucht der Neue von und zu,
    Jener von der CSU,
    Wenn er Gesetze hat in Planung,
    Nicht wenigstens ein bisschen Ahnung?

    Ist Herr Wulff mit fünfzig Jahr,
    In seinem Job nicht unbrauchbar,
    So dass, nun für das halbe Geld,
    Ein junger Mann wird eingestellt?

    Kein Geld mehr da, wenn’s gar nicht passt,
    Geld kriegst du nur, wenn du’s schon hast,
    Die Klassenfahrten sind zu teuer,
    Du plagst dich rum mit deiner Steuer.

    Weiterbildung ist stets Pflicht,
    Doch hilft dir die im Alter nicht.
    Hallo! – Erde an Hohes Haus -
    So sieht unser Leben aus!

    Wenn dann vom Internet ihr sprecht
    Dann wird mir vollends übelst schlecht.
    Ihr sagt, es wär rechtsfreier Raum,
    Ich höre es und glaub es kaum.

    Mir fiele ein, so auf die Schnelle:
    Impressum, Kochbuch, Abmahnwelle,
    Gerichtstourismus, Raubkopierer,
    Markenrecht und Web-Zensierer.

    Da ihr dieses a) nicht kennt
    Oder b) ihr habt’s verpennt.
    Scheint mir tunlichst angeraten:

    Ich wähle dieses Mal Piraten.

    HelpDesk

    ( via HelpDesk / CC-Lizenz )

    Piratenplakat3Piratenplakat4

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  13. By Miki in aktuelles, informatives, unterhaltsames

    Das Meinungs-Blog- unter der Regie von Matthias – veranstaltet derzeit einen Wettbewerb mit diesem Titel.
    Dies ist nicht die erste Aktion und es ist zu hoffen, nicht die letzte; also Seite merken!! ;-)

    Um nicht alles noch einmal schreiben zu müssen ( und rein technisch ist meine Seite noch sehr tuning-bedürftig) hier ein alles erklärender der Link dazu:
    Nominierung zum weltbesten Blog-Artikel

    Da soll man nun einen eigenen Beitrag zur Wahl zum weltbesten Blogartikel stellen.

    Ähhhmm, also den schreibe ich demnächst mal, erstmal muss ein praxisnaher Einblick in eine bestimmte Berufsgruppe herhalten, für viele, die sich überwiegend kreativ und technik-kundig am Computer schaffen sicher ganz was neues.
    Hier also mein eigener Beitrag: Hauskrankenpflege

    Nun noch mindesten zwei andere Beiträge…

    > meine 1.Nominierung, wieder einmal zum schier unerschöpflichen Thema Männer & Frauen :
    Szenen einer Ehe

    > meine 2.Nominierung, nur was zum Gucken, nach der Blog-Leserei …..
    Autofahrer aufgepasst!

    > meine 3.Nominierung ist ein ernsthafter Beitrag, der helfen sollte einige kursierende Missverständnisse zu beseitigen Medien- ausgewählte Berichterstattung

    Und wie gesagt, ich bitte um Nachsicht, das Formular hier ist (noch) nicht sehr komfortabel, Kommentare können (noch) nicht abonniert werden, bitte einfach öfter mal vorbeigucken…

    Naja, und irgendwo hab ich heute doch wieder gelesen: „Dabei sein ist alles“. :cool:

    _froschweltWas der GRÜNE Frosch hier soll?
    Naja, der soll Matthias ein wenig milde stimmen, wo ich doch die Piraten an Bord geholt habe. :shock:

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  14. Toleranzgrenzen

    August 3, 2009
    By Miki in bebildertes, informatives, persönliches

    2Ich bin nicht besonders tolerant.
    Früher hab ich das Gegenteil behauptet.
    Vielleicht ist es auch so, dass man in verschiedenen Dingen unterschiedlich tolerant ist.3
    Ich konnte mir auch mal vorstellen, eine „offene Beziehung“ zu leben. Wenn beide die gleichen Rechte haben – warum nicht? Heute ist alles ein wenig anders (was machst du grad, Großer?), aber schon deshalb, weil ich keine klassische Lebensgemeinschaft lebe.
    Aber das meinte ich jetzt gar nicht.

    45
    Im Umgang mit Menschen, bzw. in der Entscheidung, mit wem ich etwas zu tun haben möchte oder auch nicht, bin ich rigeros.
    Zeit ist mir kostbar. Und ich bin gern allein. Also bin ich nicht bereit, Zeit mit Leuten zu verbringen, die mir nicht wichtig genug sind.

    6
    Ich hab zwei beste Freundinnen, beide leben völlig verschiedene Lebensmodelle und da geht immer was. Sie kennen mich auch gut genug, um gar nicht soo oft zu fragen, was man mal machen könnte ;-)
    Aber wenn, dann sind die Treffen und Unternehmungen, Weiberabende ect. sehr schön. Telefoniert wird natürlich öfter. Leider sind beide überhaupt nicht computerbegeistert, also nix mit Twitter.

    Womit wir beim eigentlichen Thema wären. Twitter.

    Das Durcheinander der Bilder hier soll Twitter ein wenig widerspiegeln, denn da kommen die Informationen auch nicht unbedingt sortiert an….

    7

    Ich habe schon einmal versucht, Twitterunkundigen eine grobe Vorstellung zu vermitteln, was das ist. Man liest also kurze Nachrichten anderer Leute, aber nur von denen, die man „verfolgt“. Ich suche mir also aus, von wem ich etwas lesen möchte.

    8
    Genauso lesen meine Tweets nur diejenigen, die mich verfolgen.
    Einige legen größten Wert auf eine große Follower- Schar (erinnert mich ein wenig an „ich hab den Größten!“), brüsten sich dann damit.

    910

    Ich freu mich auch über Zuwachs, aber selbst versuche ich die Menge der „Freunde“ im Rahmen zu halten, weil man sonst irgendwann mit dem Lesen gar nicht mehr hinterher kommt.12
    Also suche ich mir interessante Leute, oft werde ich auch gefunden, dann gucke ich wer ist das, was schreibt der/die, und beobachte selbst. So ist man aber auch immer am (aus)sortieren.

    11

    Und was manche schreiben! Eine Dame fing ohne Vorwarnung an, ihre gynäkologischen Probleme und Befunde zu offerieren. Dass sie Hartz 4 bekommt und mit knusprigen 30 keine zumutbare Arbeit findet, aber jetzt eine Auslandsreise plant, konnte man dem dazugehörigen Blog entnehmen.

    13

    Oder einen war ich aus irgendeiner Solidarität heraus bereit weiter zu ertragen, der hat mich nach einem nicht persönlichen kritischen Tweet blockiert. (Solche Fälle hebe ich mir in einer Lesezeichenrubrik „Twitterleichen“ auf und äuge immer mal schadenfroh hin). Bei dem Typen bröckeln die Follower weg….

    Gelegentlich muss man auch Überlegungen über Körperpflege oder andere Maßnahmen tolerieren, oft aber echt lustig umschrieben und ob es denn überhaupt stimmt – schreiben kann man ja viel- ist der eigenen Fantasie überlassen.

    Männer neigen nach einer kurzen, heftig gefeierten Nacht dazu, sich und ihre Umwelt „morgens“ ein wenig genauer zu beschreiben, wollen wahrscheinlich Mitleid. Das weckt Erinnerungen, bestärkt mich darin, dass es wunderbar ist, alleine zu wohnen und wird von mir toleriert.

    1418

    Mädels, die ihre allmorgendlich notwendigen Rekonstruktionsmaßnahmen beschreiben sind mir peinlich und werden entfernt. Wobei diese Dinge nicht immer wahllos an die Allgemeinheit getextet werden, setzt man den Twitternamen davor, bekommt es der eigentliche Adressat in einer gesonderten Kategorie. Aber bitte: das gesamte WWW kann nun lesen, wo ihr behaart seid und wo nicht…und warum nicht… und wie oft… und womit… hallo… ich will’s nicht wissen!

    17
    Und dann die Schleimer! Folgt mir, dann… und folgt noch dem… der gehört zu uns, und die und der und der… manche benehmen sich, als gehöre Twitter ihnen. Da sehe ich auch zu, dass ich wieder weg komme.

    21
    Später erkennt man aber gewisse Zusammenhänge und kann ganze Unterhaltungen verfolgen. Fußballspiele werden so live und lebensnah kommentiert, Ausflüge dokumentiert und kommentiert. Das macht Spaß! Und so wird immer mal wieder ein neuer Name erwähnt, geguckt, verfolgt…

    18 Für mich neu, es gibt auch eine Art spontanes … ich sag mal Theater. Teilnehmer definiert (alle verfolgen), die Veranstalterin (trommelt vorher die Teilnehmer zusammen) gibt Stichworte und die Teilnehmer sollen agieren. Mal gucken, was da lustiges bei rauskommt, wenn es mir gefällt, mache ich vielleicht auch mal mit. Tweschichte nennt sich das.

    26
    Was mich richtig nervt ist das „Guten Tag“ und „Gute Nacht“ ohne jede weitere vielleicht lustige Information. Wenn ich 100 Leute verfolge und das würde jeder machen, könnte ich schon mal 200 Tweets entsorgen. Etwas anderes ist es, wenn jemand die ganze Zeit „dabei“ war. Wenn der dann meldet, jetzt ist Schluss, finde ich das in Ordnung. Aber den ganzen Tag nix gehört und dann „schlaft schön“. Komm ich mir verarscht vor.38

    Einen hab ich soeben entsorgt, der hat immerhin rund 1000 Follower (Verfolger), aber ich hab immer nur gelesen „ packe grad Büchersendungen“, „schreibe grad Rechnungen“, „bin jetzt mal weg, müsst ohne mich auskommen..“, „bin wieder da“.. das ist doch Spaßfaktor -10.

    20

    Wort- und Bildwitz kommen nicht zu kurz. Fotos, eigentlich aus dem Alltag, skurril, witzig.. Einer schuldet mir immer noch was…sitzt in Friedrichshain im Straßencafe und frühstückt, macht ein Foto, wie die Bedienung das Super-Angebotsschild kreirt und vergisst, uns auf den neuesten Stand zu bringen, was denn da nun so tolles angeboten wurde *grummel* … wollte er eigentlich nachreichen…
    Hab den Artikel mal völlig unsortiert mit Bildern gespickt.

    1524So kommt man in der ganzen Welt rum. Eine lustige Ferkelei hab ich mich nicht getraut…nicht jugendfrei, aber auch das wird geboten! Nicht dass Zensursula meine Seite sperrt, die Akteure (…) sahen aber mehr als erwachsen aus ;-) .

    Das Wetter spielt auch öfter eine Rolle, und so schreibt einer, hier regnet es und ein anderer (gleiche Stadt) will es nicht glauben und verlangt ein Beweis-Foto.

    22
    Aber wie eingangs erwähnt, ich bin ziemlich rigeros, wer fünfminütlich den Blick aus dem Fenster kommentiert -gähn- oder permanent seinen Zustand beschreibt oder nur Eigenwerbung betreibt… wird aus meiner Timeline entfernt.

    23
    Sicher ist es auch eine Frage des Alters (aua!), dass mich die Nagellack- oder Schlüpfergrößen-Probleme mancher Hasi’s nicht interessieren.
    Manche Teilnehmer sondern auch permanent zwar lustige und auch durchaus wahre Lebensweisheiten ab, aber diese Berieselung halte ich auch nicht lange durch.25

    Es gibt noch eine interessante Sache; wenn man einem bestimmten Twitterer (?) folgt, sich damit registriert und seinen Standort bekannt gibt ( z.B. Berlin- geht auch ganz genau bis zur Hausnummer) dann kann man sehen, wo die anderen sich befinden, mit denen man zwitschert. Vorausgesetzt sie sind auch registriert. Allerdings entbehrt es jeder Wahrheitspflicht, manch einer hat seinen Standort mitten im Atlantik angegeben, da ist nicht mal eine Insel. Ist also mehr ein Spaßfaktor.

    19Ganz neu wird es bald so eine Art Interwiews geben, das ist einer Radiosendung nachempfunden. Natürlich wird nur angesprochen, wer sich dafür angemeldet hat (wieder jemand bestimmtes verfolgen, den Initiator sozusagen). Außerdem ist da wohl der Geck, dass man nie weiß, wann es passiert und dadurch ist keine Vorbereitung möglich.
    29Viele Twitterer kennen sich auch persönlich, unternehmen etwas, besuchen sich gegenseitig. Mir ist noch nicht ganz klar, ob sie sich so kennengelernt haben, oder ob der eine den anderen zu Twitter gebracht hat. Wird beides geben.
    Das gefällt mir so oder so.

    31Natürlich ist Twitter ein fantastisches Nachrichten- und Informationssystem. Hier schreiben reale Menschen, keine gekauften Journalisten mit Maulkorb. Hier kann alles kommentiert und diskutiert werden. Links ohne Ende machen die Runde, mit und ohne Anmerkungen.

    36Auch Dinge, die die regierungstreuen Medien gern unter den Tisch fallen lassen würden; jüngst die Abschaltung AKW Krümmel (zwei Tage vor den Berichten in den Medien wurde das schon gezwitschert), die Piratenpartei (…), die auch nicht öffentlich-rechtlich propagierten Demos, die Dienstwagenaffäre unserer Ulla… und auch Dinge, die es später ins Fernsehen schaffen weiß die Twitterwelt schon eher.

    Also; es ist Kommunikation und Information auf selbstbestimmtem Niveau und wenn auch noch was ins „reale Leben“ rüberschwappt, das ist doch toll?!

    33(Hab grad gesehen, der blöde Typ, den ich aus Mitleid verfolgt hatte, der mich dann blockiert hat, also die eine Twitterleiche ;-) hat gerade etwas verbreitet, was ich vor 10 Tagen schon auf dem Schirm hatte… ha,ha schlecht informiert sozusagen).

    …und ich weiß gar nicht, wie hoch mein Unterhaltungswert ist… aber wenn mir selbst nicht viel einfällt ist entweder Ruhe, oder ich gebe Informationen anderer, die ich für wichtig halte, weiter.

    Man muss sich ja nicht krankhaft das Hirn rauszwitschern.

    Katze

    37

    Gibt aber welche, für die kommt dieser Ratschlag zu spät. Böses Miki.

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  15. was ist Glück?

    August 2, 2009
    By Miki in gefundenes, nachdenkliches, persönliches

    genHimmelWas ist Zufriedenheit? Oder Glück? Wann ist man glücklich? Und wie glücklich ist man wann?
    Manchmal erscheint es mir wie ein Wettlauf. Bin ich unterwegs, arbeiten oder Besorgungen machen, denk ich, ich wäre gern schon zu Hause.
    Dort angekommen packt mich das nächste Elend und ich denke, wäre doch nur schon aufgeräumt, die Wäsche gewaschen, eingekauft. Wenn ich das erledigt habe, könnte man denken, jetzt kann man „glücklich“ – ich ersetze diese Umschreibung für einen offenbar ziemlich unerreichbaren Zustand durch „zufrieden“- sein.
    Dann kommt vielleicht ein Anruf einer guten Freundin, aber anstatt mich darauf zu konzentrieren und zu entspannen, laufe ich dabei noch rum und sortiere einhändig irgendwelche Dinge von links nach rechts. Statt „glücklich“ zu sein darüber, mit einem lieben Menschen zu sprechen und mal andere Dinge zu vergessen.
    Selbst wenn ich mir mal ein „Tagschläfchen“ gönne (ich liebe es) denke ich beim Einschlafen schon daran, was ich danach alles machen MUSS.
    Vielleicht fängt Glück ganz woanders an.
    Ich bin gesund (relativ, aber jeder hat ja irgendetwas), ich habe keine Schmerzen (komisch, dass einem immer nur auffällt, wenn man mal welche hat, vielleicht ist das schon verpasstes Glück?), ich hab eine schöne Wohnung, kann selber für mich sorgen, mich bedrohen keine Schulden, alles übersichtlich, ich habe Freunde und Familie, keinen Kummer mit meinem Sohn, einen geliebten Mann, ist das nicht schon Glück?
    Wo ich ein Empfinden für Glück habe ist beim Auto fahren. Da vergesse ich gelegentlich sogar, wohin ich fahre. Das liegt natürlich auch an der Erfüllung eines Traumes vor inzwischen auch schon fast einem Jahr. Mein Auto. Fahren tue ich schon ca. 15 Jahre fast täglich, weil beruflich. Aber eben erst jetzt mit diesem Auto (ich gebe jetzt nicht an, soll sich jeder vorstellen, was er mag). Frage mich nur manchmal was die Leute im Bus neben mir denken, wenn sie sehen, dass ich das Lenkrad streichel…. Naja, lange sehen sie mich ja nicht… Staubwolke… ;-)
    Aber ich will mehr. Ich will froh sein, wenn ich sitze, dass ich sitze, ich will mein Essen genießen, auch wenn ich nicht (immer) DAS und SOVIEL essen kann, wie ich gerne möchte (Gewicht!). Ich möchte froh sein, auf meinem Sofa zu sitzen und zu faulenzen, möchte das, was ich mache, gerne tun. Eigentlich möchte ich nur mein ewiges schlechtes Gewissen, diese immer in der Ecke lauernde „ABER“ loswerden.
    Ich möchte einfach im JETZT leben. Das Jetzt ERLEBEN. Auch schnöde Dinge wie die Tasse Kaffee zwischendurch. Den Schwatz mit Nachbarn, während der Müllbeutel immer schwerer wird. Den Postboten verulken und lachen. Nachbars Katze ärgen (nich doll!).
    Nicht immer schon denken, jetzt mach ich das, nachher das, morgen dies und in drei Wochen ist Urlaub, DARAUF freue ich mich. Nein. Doch. Ich freue mich natürlich auf den Urlaub, aber jeder Tag muss doch gelebt werden.
    Ich will ab heute noch mehr darauf achten.

    (Könnte auch daran liegen, dass ich gestern den ganzen Tag Magenschmerzen hatte. Dann war das sogar zu etwas gut?!)

    Ein weiser Mann hat einmal gesagt:
    „….”Sicher liegt auch Ihr und Ihr geht auch und Ihr esst. Aber während Ihr liegt, denkt Ihr schon ans Aufstehen. Während Ihr aufsteht, überlegt Ihr wohin Ihr geht und während Ihr geht, fragt Ihr Euch, was Ihr essen werdet. So sind Eure Gedanken ständig woanders und nicht da, wo Ihr gerade seid. In dem Schnittpunkt zwischen Vergangenheit und Zukunft findet das eigentliche Leben statt. Lasst Euch auf diesen nicht messbaren Augenblick ganz ein und Ihr habt die Chance, wirklich glücklich und zufrieden zu sein….” (Name nicht bekannt).

    Hat irgendjemand verstanden, was ich meine?

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