Vorhang auf! Gute Unterhaltung bei Miki!

Teure Freundin

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, meine liebe Freundin. Ich wünsche dir alles Gute.

Wie abgedroschen das klingt. Und Freundin? Ja. Beste Freundin. Lange her, dass wir „es“ gelebt haben.
Aber auch wenn das Leben einen voneinander entfernt, das kann uns niemand mehr nehmen.

Gemeinsam durch die Schule gequält ;) , Spass gehabt, Pioniernachmittage erfunden, um auf den Weihnachtsmarkt fahren zu können, Entschuldigungen gefälscht, Schule geschwänzt (um Monopoly zu spielen, ein geborgtes Spiel = Goldstaub!). Sogar mal beim Arzt simuliert zwecks Sportbefreiung (Sch… Sportfest!). Ich war besser dran, war zuerst beim Doc drin, mir hat er den Kellersturz noch geglaubt. Du hast einen Fahrrad-Stunt draus gemacht und nur 3 Tage Sportbefreiung bekommen. Na und? Haste vor die „3“ ’ne „2“ gepinselt, also befreit vom 1.6. bis 23.6. Grmppfff. Nun eine Woche länger als ich :alien: .

Warum zähle ich diese Dinge auf? Weil sie nicht so langweilig waren wie die normale Schule eben. Wir sind ja fast immer hingegangen, haben eben dort unseren Blödsinn gemacht. Sich nach der Schule zu trennen bedeutete über viele Jahre (!) sich an dem Tag nicht mehr zu sehen, da unsere Eltern uns die Freundschaft verboten hatten. (Ich bin für einen Kinder-bekommen-dürfen-Führerschein! :awink: )

Wir wollten nie heiraten und nie Kinder haben. Ich habe mit 18 diesen Pakt gebrochen. Ich verheiratet und Kind und du bist zur See gefahren. Aber nie ganz aus den Augen verloren.

Danach spielte das Schicksal eine gute Rolle. Ich wohnte im selben Nest wie du. Gut, in Berlin, aber ohne Absprache zwei Querstraßen voneinander entfernt zu wohnen (am anderen Ende der Stadt vom Ursprungsnest) das war toll!

Wir sind beide dort weggezogen und hatten bis auf Telefonate ca. 10 Jahre keinen Kontakt. Wo ist nur die Zeit geblieben?

2008 endlich waren wir wirklich verabredet. Du wohnst nun bei Berlin und ich bin zu dir gefahren.

Ich komme normal gestylt, hab lange nachgedacht, was ist normal? Weiße Jeans, grünes Shirt, bequeme Schuhe, geschminkt wie immer…. Und du? Hast mich eingeladen und kommst im Holzfäller-Look. Du, die turmhohe Absätze früher getragen hat und meterlange (echte) lackierte Fingernägel hatte. Die Augen wie eine Raubkatze betont hast. Voll die Madame. Und nun? Bäuerin.

Das war mir echt egal, hat mich nur überrascht. Aber du hast über die Zeit 4(?) Bier getrunken, nichts gegessen. (Ich natürlich auch nicht! :whaaa: ) Als ich versucht habe, dich zu einer Fahrt (mit meinem Auto) in unsere alte Heimat zu überreden, (hab dich zum Essen eingeladen, denn ICH ernähre mich nicht nur flüssig) bist du fast panisch geworden. Warum?

Erzählst, dein Freund hat nun endlich (!) die Papiere geschickt, damit du das Aufgebot bestellen kannst. Du musstest lange drum bitten. Willst abgesichert sein. Eine Ehe hast du schon hinter dir. Abgesichert? Männer sind Jäger! Beute in den Vorratsraum und weiter! Du willst in den Vorratsraum? Ich nicht. Ich bleibe jetzt Beute. Muss er immer rennen. Hält fit.

Ich hab hungrig und verunsichert dein Häuschen verlassen. Aber auf einem Bierdeckel hatte ich deine ICQ Nummer. Hab dich hinzugefügt und geschrieben, dass ich gut nach hause gekommen bin. Keine Antwort. Aller paar Tage hab ich mal was „gesagt“. Keine Antwort. Hast du NOCH deutlicher gesehen, dass GAR NICHTS geht im Augenblick? Ich hab dann auch aufgehört.

Ich weiß, du liest hier nicht mit. Aber ich hoffe, dass es dir gut geht.

Vielleicht schwimmen wir in diesem Leben ja doch wieder einmal im gleichen Gewässer. Und begegnen uns.

Alles Gute zum Geburtstag.

Ich hoffe, es geht dir gut.

Deine Ina

    • Janina sagt:

      Es ist immer total schade, wenn Freundschaften nicht so halten, wie man es gerne hätte, sei es durch Umzug oder weil man „in die Jahre kommt“ und es eben einfach nicht mehr passt. Dabei hat man so viel gemeinsam erlebt. Und auf einmal ist alles anders. Ich kann dich total verstehen. Schöne Zeilen Miki! Hoffentlich kommt ihr mal wieder zusammen und könnt über die alten Zeiten quatschen, mit einem Lächeln ;)

    • Nila sagt:

      Och Miki. Ich kann deine Gefühle sehr gut verstehen. Die beste Freundin aus Schulzeiten. Das ist einfach eine Person, die man wie einen Schatz hütet. Auch, wenn sie nicht mehr da ist.
      Ich hoffe für dich/euch, dass ihr doch noch zu einander findet.
      Deine Beschreibungen kommen mir so bekannt vor. Schule schwänzen usw…… *grins*
      By the way: Meine beste Schulfreundin und ich haben auch erst wieder seit ein paar Jahren so richtig guten Kontakt.
      Ganz liebe verständnisvolle Grüsse :kiss:

    • Luise sagt:

      Ich kann dich total gut verstehen, merke auch grade, dass meine beste Freundin (seit 13 Jahren, wenn man noch relativ jung ist bedeutet das viel) uns irgendwie auseinander gelebt haben. An der Entfernung liegts nicht, wir wohnen mittlerweile 2 Eingänge voneinander entfernt. Aber die Interessen stimmen nicht mehr so stark überein, sie macht sich völlig von ihrem Freund abhängig und hat sich eine Zeit lang nur noch gemeldet, wenn ihr langweilig war und sie jemanden zum einkaufen mitnehmen wollte. Dann hab ich den Schlussstrich gezogen. Ich bedauere es sehr, aber ich brauch auch eine Freundin. Es war egal ob es mir schlecht ging und ich sie gebraucht hätte. Ich übertreibe ja nur und wenn Sie keine Zeit oder Lust hat, Pech gehabt.

      Freunde zu verlieren tut weh. Egal wie lange man sich nicht mehr gesehen hat und wieviel gemeinsames es noch gibt. Es sind die Erinnerungen an viele schöne Zeiten, die man nicht vergessen möchte, die aber nichts mehr zu bedeuten scheinen.

    • kampffussel sagt:

      ist es nicht meist so, wenn man eine frühere freundschaft nach jahren wiedersieht? der weg dazwischen verändert die menschen und was bleibt sind „nur“ die erinnerungen an damals … :(

    • Miki sagt:

      @alle
      Das was wir uns einmal waren, kann uns sowieso niemand nehmen. Aber wir hatten schon einmal jahrelang kaum Kontakt und als wir uns wiedersahen war sofort die alte Vertrautheit wieder da. Und beim letzten Mal waren wir wie in zwei Welten. Und ihre hat mir nicht gefallen. Seither mache ich mir Sorgen. Loslassen, wenn ich wüsste es geht ihr gut, würde mir nicht so schwer fallen.


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