By Miki in bebildertes, gelebtes, persönliches Windows ist ein genialer Name. Fenster.
(Über das teils strittige Betriebssystem schreibe ich hier nichts, das würde zu weit führen…)
Der Computer ist doch tatsächlich ein Fenster zur Welt. Zu einer Welt, die wir, indem wir auf die Straße gehen, arbeiten, gehen, mit netten (und nicht netten!) Leuten sprechen…. niemals kennenlernen würden. Und in dieser Welt trifft man eben Menschen, die man sonst niemals kennengelernt hätte.
Zum Beispiel bei Twitter.
Lieber Thomas, vielen Dank für die Fotos von „meinem Fernsehturm“. Und extra für mich gemacht. Und dann noch am 40. Geburtstag des Bauwerks.
Es hatte mich ohnehin gestern gejuckt, etwas über den Turm zu schreiben … aber es stand ja genug in der Zeitung. Ich wollte ihn gestern auch nicht besuchen, nicht mich mit vielen Leuten drängeln.. eine von vielen… am liebsten hätte ich ihn mal für mich allein und ich schreibe lieber was über ihn, wenn kein solcher Wirbel um ihn gemacht wird..
Weil zusammen soll, was zusammen gehört, unten nochmals mein Gedicht und darunter die beiden Fotos von Thomas Gutscha.
Thomas ist so ein Mensch, den ich durch das Computerfenster entdeckt habe. Er macht geniale Fotos – so kamen wir ins „Gespräch“. Klassische Aufnahmen von Sehenswürdigkeiten sind nicht sein Ding, daher kam keine positive Resonanz, als ich nach einem Fernsehturmfoto fragte (Macht Sinn, er lebt auch in Berlin). Aber nachdem er mein Gedicht gelesen hatte, hat er mein Anliegen verstanden und ein Foto versprochen. Und nun habe ich zwei tolle, besondere Aufnahmen. Vielen Dank! Für mich auch besonders, weil für mich und nicht für eine Postkarte gemacht!
Und im richtigen Leben verbindet uns das fast identische „Alter“ und wir leben in der gleichen Stadt. Aber er drückt die Daumen für Hertha und ich eher für Union. Und Piratenwähler ist er ganz sicher auch nicht! (mehr verrate ich nicht, ich weiß es aber auch nicht genau)
Außerdem ist er sicher kein Langschläfer wie ich… und er hat einen tollen Hund. (Auch einen tollen Garten und einen schönen Kamin.) Das dazugehörige Haus denk ich mir und von seiner Frau hab ich schon mal ein sehr eigenwilliges Porträtfoto gesehen. 
Ich weiß, was er gerne mal trinkt, wir prosten uns auch mal gelegentlich virtuell zu oder liefern Schenkelklopfer- Tweets (Grüße an Leo!)
Ja, so was sieht man durch das Computerfenster, natürlich nur, wenn derjenige die Gardine zum Gucken beiseite schiebt.
Er hat mir übrigens sachdienliche Hilfestellung gegeben, als ich auf der Suche nach einer – für mich geeigneten – Digitalkamera war.
Gerade gesehen: auf ein Urlaubshotel könnten wir uns prima einigen: Travel Charme Strandidyll Heringsdorf, Thomas? Da war ich schon mehrmals, allerdings im Winter. Auch toll. Da hab ich noch einen offenen Wunsch! Einmal Turmsuite! (Hast du gelesen, Großer?)
Also vielen Dank, lieber Thomas, für die tollen Fotos (tu dir keinen Zwang an, wenn er dir wieder mal vor die Linse kommt…) und für deine guten technischen Ratschläge.
Und wenn ihr ihn auch mal kennenlernen oder besuchen wollt, das könnt ihr hier:
@ThomasGutscha
Blog Thomas Gutscha
Thomas Gutscha Fotografie
Mein bester Freund, der Fernsehturm,
steht grade da bei Wind und Sturm.
Er ist genauso alt wie ich,
und amüsiert sich königlich.
Ist gut zu sehen von fast überall,
hab ich mich in der Stadt verlaufen
such ich den Turm auf jeden Fall,
und muss mir keinen Stadtplan kaufen.
Aber auch ein Turm hat Launen.
Manchmal muss ich richtig staunen.
Grimmig kann er morgens sein,
gibt es keinen Sonnenschein.
Scheint die Sonne weiter hinten
selber steht im Schatten er.
Ist er schwarz, da hilft kein Winken,
schimpft er mit den Wolken sehr.
Strahlt die Sonne, ihn dann freut’s,
er trägt den schönsten Silbermantel,
außerdem ein leuchtend Kreuz,
ich seh nach ihm an jeder Ampel.
Aber richtig mies gelaunt
kann er sein bei dickem Nebel,
niemand dann darüber staunt
er kann nicht senken seinen Schädel.
Kann nicht auf die Leute schaun
wie sie durch die Straßen schwirren.
Wie sie manchen Unfall baun,
hört nur leise mal was klirren.
Er da oben ganz allein,
kein Besuch in seinem Kopf.
Hat zwar oben Sonnenschein,
doch fühlt er sich als armer Tropf.
Da wird er auch schon mal bescheiden.
Lieber mag er Regen leiden.
Grau steht er dann am Alex rum,
genießt den Trubel um sich rum.
Ich konnt auch mal, vier Jahre lang
ihn aus dem Küchenfenster sehn.
Wenn ich mich früh ans Fenster schwang,
sah ich ihn in der Ferne stehn.
So stand er dann auch in der Nacht,
ich sah die Lichter blinken.
So manches Mal hab ich’s gemacht:
Ich musst ihm einfach winken!
Vielleicht ja wartet er auf mich.
Und freut sich dann ganz fürchterlich,
wenn ich ihn auch einmal besuche,
von oben meine Spuren suche.
Ja du Turm, mein lieber Freund,
so manchmal hoch zu dir geträumt,
stehst noch in vielen Jahren dort,
schau ich von oben, bin längst fort.
Schau zu dir runter,
sicher gern.
Und du schaust hoch
zu meinem Stern.
Wir sind im selben Jahr geboren,
und du bist dazu auserkoren,
für lange Zeit Symbol der Stadt,
ein Mensch nur wenig Jahre hat.
Ich komm dich sicher mal besuchen,
bei dir gibt’s Kaffee und auch Kuchen.
Blick hinunter auf die Stadt,
die mein Herz gefangen hat.
Doch bis dahin, mein lieber Turm,
wackelst du noch oft im Sturm.
Bist oft silber, schwarz und grau.
Das weiss man nie so ganz genau.
Miki

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