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  1. By Miki in aktuelles, gefundenes, informatives, nützliches, piratiges

    sicherheitswahnHeute muss ich euch einen langen Text antun, aber ich finde es einfach sehr wichtig.
    Ich hoffe, ihr haltet durch…. :yes:

    aus: “DIE ZEIT, 06.08.2009 Nr. 33 – 06. August 2009″
    http://www.zeit.de/2009/33/Sicherheitswahn

    S T A A T L I C H E Ü B E R W A C H U N G
    Sicherheit total

    Unter dem Vorwand, uns vor terroristischen Gefahren schützen zu wollen, späht der
    Staat seine Bürger aus. Von dieser Politik der Angst dürfen wir uns nicht verrückt
    machen lassen
    VON ILIJA TROJANOW UND JULI ZEH
    Früh raus. Der Wecker klingelt. Es ist noch dunkel. Nicht gleich Licht machen, eine
    Minute auf dem Bettrand sitzen bleiben. Die Morgenluft einatmen. Das Fenster ist
    gekippt, die Tür zum Flur offen. In der Küche wartet die Espressomaschine. Wo
    sind die Hausschuhe? Sich strecken, aufstehen, das Licht anknipsen.
    Sie ziehen den Vorhang am Küchenfenster zu, damit der Nachbar von gegenüber
    nicht hereinschauen kann. Sie kochen sich einen doppelten Espresso und nehmen
    einen Schluck. Jetzt kann der Tag beginnen. Sie setzen die Tasse auf dem
    Tisch ab. Am Rand haben Sie zwei wunderschöne Fingerabdrücke hinterlassen.
    So scharf konturiert und vollständig wie die in Ihrem Reisepass. Oder die in
    den Datenbanken der U. S. Customs and Border Protection seit Ihrem letzten
    Sommerurlaub in Florida. Beruflich sind Sie viel unterwegs? Dann kennt man das
    Muster auf der Kaffeetasse, die Sie gerade ins Arbeitszimmer tragen, auch in
    Schweden, Georgien und im Jemen.
    Wie jeden Morgen rufen Sie Ihre privaten E-Mails ab. Die sind schon überprüft
    worden – nicht nur von Ihrem Virenscanner. Sie rufen noch die eine oder andere
    Webseite auf – die Kripo weiß, welche, wenn sie möchte, und kann das auch in
    sechs Monaten noch überprüfen. Sie nehmen schnell noch eine Überweisung
    vor – die Behörden wissen, an wen. Zum Glück heißen Sie Müller, das schützt
    ein wenig. Bei Ihrem Kollegen Tarik al-Sultan, der neulich zum Bergsteigen in
    Kaschmir war, verschickt der Computer gerade den gesamten Inhalt der Festplatte
    an den Verfassungsschutz. Greifen Sie etwa gerade nach dem Telefon, um mit
    Tarik etwas Vertrauliches zu besprechen, das nicht ins Büro gehört? Lassen Sie
    es lieber sein. Besuchen Sie ihn zu Hause, wenn Sie ungestört reden wollen.
    Es sei denn, Tarik wurde als Gefährder eingestuft, weil er regelmäßig Geld an
    seinen arbeitslosen Cousin in Pakistan schickt. Dann ist seine Wohnung ohnehin
    verwanzt.
    Sie eilen zur Haustür hinaus. Die Überwachungskamera Ihres Wohnkomplexes
    beobachtet jeden Ihrer Schritte. Auch beim Betreten der U-Bahn-Station werden
    Sie gefilmt, ebenso auf dem Bahnsteig und in der Einkaufspassage, wo Sie eine
    Zeitung kaufen. Haben Sie schon mal versucht, vor einer Überwachungskamera
    unschuldig zu wirken? Das ist noch schwieriger, als auf einem gestellten Foto
    natürlich zu lächeln. Warum wandert Ihr Blick ständig nach oben? Zweimal haben
    Sie direkt in die Kamera geschaut. Und jetzt greifen Sie sich schon wieder ins
    Haar. Wenn das noch einmal passiert, wird die biometrische Verhaltensanalyse
    den Alarm auslösen. Warum sind Sie so nervös? Laut Ihrer Patientenkarte
    bekommen Sie seit Neuestem Beruhigungsmittel verschrieben. Und die Pay-back-
    Karte verzeichnet einen erhöhten Alkoholkonsum. Sie haben am Bankautomaten
    wieder 1000 Euro abgehoben. Wozu brauchen Sie so viel Bargeld? Außerdem
    ist Ihr Stromverbrauch im letzten Monat um 12,4 Prozent gestiegen. Verstecken
    Sie jemanden? In der Stadtbibliothek leihen Sie sich in letzter Zeit merkwürdige
    Bücher aus, über zivilen Ungehorsam und die Pariser Kommune. Reichen Ihnen
    die historischen Schmöker nicht? Und diese regelmäßigen Zahlungstransfers nach
    Südfrankreich? Wofür? Warum sind Sie letzte Nacht eigentlich so lange um den
    Block gelaufen? Sie hatten Ihr Handy nicht ausgeschaltet – da weiß man, wo Sie
    sind.
    Nach der Arbeit steigen Sie ins Auto, um etwas Persönliches zu erledigen.
    Verzichten Sie auf die Verwendung Ihres Navigationssystems. Andernfalls lässt
    sich leicht herausfinden, wohin Sie fahren. Machen Sie einen Umweg, meiden
    Sie die Autobahn mit den ganzen Mautstationen! Sie fragen sich bestimmt schon,
    warum Ihnen so hartnäckig aufgelauert wird? Warum gerade Ihnen? Es gibt doch
    keinen Grund, aus dem sich irgendjemand für Sie interessieren könnte.
    Sind Sie sicher? Sind Sie absolut sicher?
    Haben Sie nicht neulich gegen den G-8-Gipfel demonstriert? Dann verfügt
    die Polizei sogar über Ihre Geruchsprobe. Haben Sie nicht bis vor Kurzem in
    jenem Studentenwohnheim gelebt, in dem auch ein gewisser Abu Mehsud
    untergekommen war? Das waren gar nicht Sie, das muss ein anderer Müller
    gewesen sein? Na, wenn man so heißt, liegt eine Verwechslung nahe, selber
    schuld. Und wie steht es mit Ihrer Lebensgefährtin, die kauft jede Menge
    Haarfärber, Fleckenlöser und Batterien. Das bedeutet: Wasserstoffperoxid, Azeton,
    Schwefelsäure! Halten Sie uns für blöd? Daraus kann jeder Idiot eine Bombe
    bauen. Natürlich behaupten Sie, Ihre Lebensgefährtin habe nicht vor, eine Bombe
    zu bauen. Das würde jeder antworten. Sollten Sie allerdings die Wahrheit sagen
    – wo liegt dann das Problem? Wir helfen Ihnen doch nur, diesen Verdacht aus
    der Welt zu schaffen, indem wir genau hinschauen. Das muss auch für Sie eine
    Erleichterung sein.
    Kein Grund zur Beunruhigung also. Alles geschieht zu Ihrem Besten. Der Staat
    ist Ihr Vater und Ihr Beschützer. Er muss wissen, was seine Kinder treiben.
    Wenn Sie nichts Schlimmes verbergen, haben Sie auch nichts zu befürchten. Die
    Entscheidung aber, was schlimm ist, überlassen Sie bitte den Spezialisten. Wenn
    Sie mitspielen, müssen Sie keine Angst haben. Wir sind nicht die Stasi oder das
    FBI. Sie leben in einer gesunden Demokratie. Da kann man schon ein bisschen
    Vertrauen von Ihnen erwarten. Was? Der Staat soll Ihnen vertrauen? Wo kämen
    wir da hin! Schon das Grundgesetz sagt, dass alle Gewalt vom Volke ausgeht.
    Und Gewalt gilt es einzudämmen. Da sind Sie ja wohl einer Meinung mit dem
    Innenministerium.
    Achtung bitte, wir unterbrechen diesen Text für eine wichtige Durchsage: Dies ist
    keine Science-Fiction! Wir wiederholen: keine Science-Fiction! Dies ist nicht 1984
    in Ozeanien, sondern das Jahr 2009 in der Bundesrepublik. Falls Sie sich immer
    noch nicht verdächtig fühlen – herzlichen Glückwunsch. Sie sind ein unbeugsamer
    Optimist.
    Es gibt auf diesem Planeten keinen Zustand vollkommener Sicherheit, es
    sei denn, man wollte den Tod als eine sichere Sache betrachten. »Sicher ist,
    dass nichts sicher ist. Selbst das nicht«, lautet ein beliebtes Graffito. Leben ist
    angewandte Unsicherheit. Wir gehen täglich Risiken ein, im Straßenverkehr,
    am Arbeitsplatz, im Umgang mit unseren Mitmenschen, beim Verzehr von
    Nahrungsmitteln. Würden wir unseren Ängsten freien Lauf lassen, wären wir
    handlungsunfähig. Gerade Tätigkeiten, die wir besonders gern ausführen, weil
    sie unsere Lebensqualität steigern, sind oft mit einem hohen Risiko behaftet. In
    unserer Freizeit stürzen wir uns schneebedeckte Abhänge hinab oder springen
    von Klippen, rasen mit 200 Stundenkilometern über die Autobahn, verreisen in
    ungesunde Länder und kriminelle Städte. Der mutigste Kerl von allen ist, statistisch
    gesehen, der Heimwerker – ein kolossaler Draufgänger in Anbetracht der hohen
    Wahrscheinlichkeit, sich im eigenen Haushalt zu verletzen oder gar einen tödlichen
    Unfall zu erleiden. Im Alltag sublimieren wir souverän die Risiken, denen wir uns
    andauernd aussetzen, und stürzen uns mit Bravour in Gefahren.
    Dessen ungeachtet, ist »Sicherheit« zu einem Lieblingsschlagwort der politischen
    Debatte geworden. Jede zweite Maßnahme wird mit dem Hinweis auf unsere
    »Sicherheit« begründet. Autos sollen auch bei Sonnenschein mit Licht fahren,
    was die Umwelt belastet und die Kassen der Glühbirnenhersteller klingeln
    lässt: Sicherheit. Der Nacktscanner am Flughafen soll Röntgenaufnahmen von
    Quadratschädeln und krummen Beinen machen: Sicherheit. Hunde an die Leine,
    Raucher vor die Tür, Computerspiele auf den Index: Sicherheit. Der vermeintlich
    abgesicherte Bürger ist der regulierte Bürger.
    Der Staat will möglichst viel über seine Bürger wissen, um sie wirksam gegen
    alle erdenklichen Bedrohungen schützen zu können. Warum auch nicht? Schützt
    uns nicht gerade die umfassende Informiertheit der Behörden davor, Opfer eines
    Polizei- oder Justizirrtums zu werden? Denn ein Staat, der alles weiß, wird doch
    nicht versehentlich einen Unschuldigen belangen. Je länger Sie überlegen,
    desto mehr wirkt eine Welt, in der Sie keiner Bedrohung mehr durch Kriminelle,
    Leichtsinnige oder auch nur durch Gesundheitsrisiken ausgesetzt wären, wie das
    Paradies auf Erden. Dafür wären Sie durchaus bereit, den Preis allumfassender
    staatlicher Kontrolle zu bezahlen.
    Sind Sie sicher?
    Nehmen wir einmal an, Verbrechen könnten tatsächlich mithilfe von Überwachung
    und anderen präventiven Maßnahmen des Staates flächendeckend unterbunden
    werden. Zuerst würden Terrorismus, Mord und Totschlag abgeschafft. Für eine
    Weile würden Sie sich erleichtert fühlen, dann fiele Ihnen das Organisierte
    Verbrechen wieder ein, das dem Land schlaflose Nächte bereitete, bevor es vom
    Terrorismus abgelöst wurde. Drogenkartelle, Mafiafamilien, Schlepperbanden
    – weg damit. Wenig später würden Sie in der Zeitung lesen, wie viele
    Vergewaltigungen, Raubüberfälle und schwere Körperverletzungen im Jahr
    begangen werden. Beängstigend. Unerträglich. Nicht zu vergessen die ausufernde
    Steuerkriminalität, durch die sich der Staat in seinem Bestand bedroht sieht.
    Genügend Gründe für weitere, immer weiter reichende Maßnahmen. Und was ist
    mit Kindesentführungen? Was bedeutet der Diebstahl von 1000 Euro für eine alte
    Frau, die auf jeden einzelnen Cent angewiesen ist? Kann man seine achtjährige
    Tochter ruhigen Gewissens zur Schule gehen lassen, solange Verkehrssünder mit
    80 Sachen durch Wohngebiete rasen? Steuerbetrüger, Diebe, Verkehrsrowdies
    – alle ausschalten. Sind Sie jetzt sicher? Vielleicht. Fühlen Sie sich sicherer?
    Wahrscheinlich nicht.
    Bedrohung ist subjektiv und damit relativ. Sie bestimmt sich nicht im Verhältnis
    zu einem irgendwie messbaren Gefahrenpotenzial, sondern anhand der Risiken,
    die jeder von uns wahrnimmt. In einer zunehmend sicheren Welt richtet sich
    die Angst auf immer kleinere oder unwahrscheinlichere Szenarien. Während
    etwa die Kriminalität in Deutschland im Bereich schwerer Delikte wie Mord,
    Totschlag und Vergewaltigung seit Jahren sinkt, sind die Menschen notorisch
    vom Gegenteil überzeugt. Ähnlich empfand es Donald Rumsfeld, der ehemalige
    Verteidigungsminister der USA: »Wir sind heute sicherer vor der Bedrohung durch
    einen großen Atomkrieg (…) und dennoch verwundbarer durch Kofferbomben.«
    Großer Atomkrieg versus Kofferbombe: Durch diese Aussage wird klar, dass
    Sicherheit nichts mit der Größe realer Gefahren zu tun hat. Sicherheit ist keine
    Tatsache, sondern ein Gefühl. Wer in den letzten Jahren die massenmedialen
    Hysterien um BSE, Vogelgrippe und natürlich immer wieder Terrorismus mitverfolgt
    hat, wird nicht auf den Gedanken kommen, dass man die Welt heute als sicherer
    empfindet als vor hundert Jahren. Dabei standen den Menschen damals zwei
    Weltkriege bevor, von der Spanischen Grippe, die 25 Millionen Menschen
    dahinraffte, ganz zu schweigen. Wenn die Politik also behauptet, »Sicherheit«
    für die Bürger gewährleisten zu wollen, nährt sie einen gefährlichen Irrglauben.
    Wann wären Sie denn sicher? Wenn es keine Terroristen mehr gäbe? Oder keine
    Krankheiten? Wenn Sie das Haus nicht verließen? Wenn Sie monatlich 3000 Euro
    Staatsrente erhielten? Wenn kein Freund Sie verriete, kein Geliebter Sie verletzte?
    Oder wenn der Tod endlich abgeschafft würde?
    Sicherheit lässt sich nicht herstellen, weil kein Risiko völlig ausgeschaltet werden
    kann. Im Grunde wissen wir das alle. Aber wir vergessen es, sobald uns Politiker
    und Journalisten die nächste Horrorvision vor Augen führen. Wir wissen, dass wir
    nach aller berechenbaren Wahrscheinlichkeit am ehesten beim Putzen des Bads
    oder im Auto eines unnatürlichen Todes sterben werden. Trotzdem bekommen
    wir keine Gänsehaut beim Anblick unseres Badezimmers. Autohersteller werden
    nicht von der Polizei überwacht, obwohl es, gemessen an den Todeszahlen,
    naheliegender wäre, einen »Krieg gegen den internationalen Straßenverkehr«
    auszurufen.
    Es entspricht der Natur des Menschen, vor unwahrscheinlichen Ereignissen mehr
    Angst zu haben als vor wahrscheinlichen. Wir fürchten uns am meisten vor Dingen,
    die uns selten bis nie begegnen und die wir deshalb nicht einschätzen können.
    Das ist wohl gut so. Es gibt eine Theorie, die besagt, dass uns die Evolution dieses
    Missverständnis antrainiert habe. Dem Überleben sei es dienlicher, das Risiko von
    Situationen falsch zu bewerten. Andernfalls würden wir nämlich in kein Auto mehr
    steigen und keine Treppe hinuntergehen. Um lebensfähig zu bleiben, ist es wichtig,
    »kein Gefühl« für Wahrscheinlichkeiten zu haben, jedenfalls kein zutreffendes.
    Diese Unfähigkeit kann man leicht am eigenen Leib überprüfen. Sie sind auf einer
    Party mit gut vierzig Gästen. Wie hoch, glauben Sie, liegt die Wahrscheinlichkeit,
    dass zwei dieser Personen am selben Tag Geburtstag haben? Zehn Prozent?
    Oder nur fünf? Sie liegt bei 90 Prozent, weshalb sich eine Wette auf diesen
    Umstand lohnen würde. Das hätten Sie nie gedacht? Eben. Wie hoch liegt seit
    dem 11. September die Wahrscheinlichkeit, dass Sie Opfer eines Terroranschlags
    werden? 0,01 Prozent? Weniger? Mehr? Selbst wenn wir davon ausgingen, die
    »Kofferbomber von Köln« hätten Erfolg gehabt, bedroht Sie das mit einem Risiko
    von eins zu vier Millionen. Rund siebenmal wahrscheinlicher ist es, als Kind zu
    ertrinken. Natürlich kommt trotzdem niemand auf die Idee, Schwimmbäder oder
    Badeteiche zu verbieten. Aber 76 Prozent der Deutschen geben an, dass sie
    Angst haben, Opfer eines terroristischen Anschlags zu werden. Die Angst ist – im
    Gegensatz zur nützlichen Vorsicht – eine der größten Geißeln des Menschen. Hat
    sie sich einmal eingenistet, beginnt sie zu wuchern, lähmt uns, lässt sich durch
    kein vernünftiges Wort und keine passende Geste eindämmen. Wer jemals einen
    Menschen gesehen hat, der in Panik gerät, weil ihm ein giftiges Insekt über den
    Fuß kriecht, der weiß, dass wir aus Angst – gegen die eigenen Interessen – um
    uns schlagen und uns dadurch nur umso mehr gefährden.
    Die scheinbar unübersichtliche, unverständliche Gegenwart und nicht zuletzt ihre
    technischen Innovationen tragen zu einem Gefühl der Verängstigung bei, das
    paradoxerweise durch ein Mehr an Technik und Entmündigung gelindert werden
    soll. Ein typisches Beispiel, wie der Teufel mithilfe des Beelzebubs ausgetrieben
    wird. Das Gefühl der Unsicherheit existiert losgelöst von tatsächlichen
    Bedrohungen.
    Wer etwas annähernd Objektives über unsere Sicherheit erfahren möchte, sollte
    nicht den staatlichen Sicherheitsexperten oder den medialen Angstprofiteuren
    zuhören, sondern lieber einen Blick in die Statistiken werfen. Er wird
    erkennen, dass Deutschland von Jahr zu Jahr sicherer wird, was nicht an
    Schäubles Anstrengungen liegt, sondern zum Beispiel an der verbesserten
    Automobiltechnologie. Natürlich können wir nicht wissen, was die Zukunft bringt.
    Solange der Trend aber ein positiver ist, besteht wahrlich kein Anlass für den
    aussichtslosen Versuch, Bollwerke gegen eine unbekannte Zukunft zu errichten.
    Konkrete Beispiele beweisen, dass gesellschaftliche Strategien der Verständigung,
    der Integration, des sozialen Ausgleichs und der Bildung keineswegs versagt
    haben, wie die Verunsicherungspropheten verkünden. Vielmehr sind die Erfolge
    dieser Strategien zum einzig wahren Fundament unserer Sicherheit geworden. Alle
    rationalen Argumente sprechen dafür, Kurs zu halten und den Weg der Vernunft
    nicht zu verlassen. Um mit Karl Popper zu sprechen: »Wir müssen für Frieden
    sorgen und nicht für die Sicherheit, einzig aus dem Grund, weil nur der Frieden
    Sicherheit sicher machen kann.«

    das passt so schön dazu: (für alle, die es noch nicht kennen)

    Ich wähle Piraten

    So, und jetzt noch ein Versprechen: morgen gibt es was lustiges……

    :-D

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  2. Tunlichst angeraten

    August 6, 2009
    By Miki in gefundenes, informatives, nützliches, piratiges

    Sie bilden einen bunten Haufen,
    Die sich “Die Piraten” taufen,
    Und ich würde klar negieren,
    Dass diese fähig zu regieren.

    Doch vielleicht, dass ich erschrecke
    In Berlin die alten Säcke,
    Die im Hirn so starr und steif,
    Dass keiner kennt das Real Life.

    Stand je Frau Merkel, frag ich mal,
    Beim Einkauf zögernd vorm Regal,
    Und legte das begehrte Stück
    Seufzend mangels Geld zurück?

    Hatte Schäuble je Theater
    Mit einer Bank Kreditberater,
    Weil der, da falsches Wohngebiet,
    Den Antrag negativ beschied?

    Wenn bei Frau Leyens Kinderschar
    Von Klassenfahrt die Rede war,
    Ist schon jemals, eins von sieben,
    Weil’s Geld nicht reicht, daheim geblieben?

    Kam Roland Koch sich blöde vor,
    Sowie ein richtig dummer Tor,
    Weil hirnverbrannte Steuerbögen,
    Zeigten ihm sein Unvermögen?

    Braucht der Neue von und zu,
    Jener von der CSU,
    Wenn er Gesetze hat in Planung,
    Nicht wenigstens ein bisschen Ahnung?

    Ist Herr Wulff mit fünfzig Jahr,
    In seinem Job nicht unbrauchbar,
    So dass, nun für das halbe Geld,
    Ein junger Mann wird eingestellt?

    Kein Geld mehr da, wenn’s gar nicht passt,
    Geld kriegst du nur, wenn du’s schon hast,
    Die Klassenfahrten sind zu teuer,
    Du plagst dich rum mit deiner Steuer.

    Weiterbildung ist stets Pflicht,
    Doch hilft dir die im Alter nicht.
    Hallo! – Erde an Hohes Haus -
    So sieht unser Leben aus!

    Wenn dann vom Internet ihr sprecht
    Dann wird mir vollends übelst schlecht.
    Ihr sagt, es wär rechtsfreier Raum,
    Ich höre es und glaub es kaum.

    Mir fiele ein, so auf die Schnelle:
    Impressum, Kochbuch, Abmahnwelle,
    Gerichtstourismus, Raubkopierer,
    Markenrecht und Web-Zensierer.

    Da ihr dieses a) nicht kennt
    Oder b) ihr habt’s verpennt.
    Scheint mir tunlichst angeraten:

    Ich wähle dieses Mal Piraten.

    HelpDesk

    ( via HelpDesk / CC-Lizenz )

    Piratenplakat3Piratenplakat4

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