Vorhang auf! Gute Unterhaltung bei Miki!

Scheiden – tut (nicht mehr) weh…

21.11.

Heute vor 3 Jahren sollte „meine“ (ähm.. unsere) Scheidung vollzogen werden. Meine Güte, sagt man das so?

Jedenfalls hab ich gedacht, ich verlasse an diesem trüben Novembertag das Familiengericht in Berlin als geschiedene Frau. Nach nunmehr über 9 Jahren, in denen die Ehe nur noch auf dem Papier bestand, wurde das aber auch Zeit!
Knackpunkt heute:
a.) kommt der Noch-Mann?
b.) erscheint er pünktlich?
So, auf einmal hatte ich zu tun, pünktlich zu sein ..ich hasse –aus Autofahrersicht- Kreuzberg! Peinlich, ich als die Berlinerin, er soll extra aus Thüringen angeritten kommen!

Was soll ich sagen. Ich war knapp pünktlich, er war schon da…aber die Anwältin fehlte! Ach du Kacke! Sorry! Aber es macht sich niemand ein Bild, was wir für diese finale Veranstaltung schon für bürokratische Vorarbeit geleistet haben, wie viele notarielle Urkunden schon vorhanden waren! Wie sehr ich auf diesen Termin gewartet habe! Wie oft der Noch-Mann zu wichtigen Gelegenheiten nicht angetreten ist! Wo ist die blöde Anwältin???

Glück gehabt, die Kunden vor uns brauchten länger, die Anwältin kam angetrabt. Da sie so l-a-n-g-s-a-m s-p-r-i-c-h-t, dass man inzwischen eingeschlafene Füße bekommt, läuft sie wohl auch nicht schneller? Bei der Frau konnte man wirklich annehmen, sie wird nach Zeit bezahlt, naja, so hat sie es scheinbar zum Schluss auch gesehen. Mit der letzten Rechnung – die ich, wie alle anderen auch, alleine zahlen musste, sonst wäre ich heute noch nicht geschieden- gab es dann tatsächlich noch Ärger.

Nun waren wir dran. Rein! Hinsetz. Richterin murmlt was “… alle Urkunden ja schon da… Versorgungsausgleich ausgeschlossen…Gütertrennung jahrelang vorhanden…warum mussten sie denn zum Termin erscheinen, ist doch alles klar…“

Ick werd weich!

„Auf Wiedersehen, die Papiere werden Ihnen zugestellt.“

Waaas? Ick bin nicht geschieden????

Manno!

So. Nochmal etwas langsamer. Man wird nicht an DEM Tag geschieden, sondern nach dem Richterspruch wird eine Urkunde erstellt. Als Scheidungsdatum gilt das Erstellungsdatum der Urkunde. Aha.

Noch ein paar Kuriositäten.
Nun war der Gerichtstermin am 21.11.006. Wie gerne hätte ich da den 28.11.2006 als Termin gehabt, denn am 28.11.1986 hatten wir uns das 1. Mal gesehen. Mein Ex-Mann und ich, meine ich. 20 Jahre. Stempel. Erledigt.

Naja, das offizielle Datum der Ehe-Scheidung wurde dann der 28.12.2006. Geschafft.

(Ein ganz klein wenig hatte ich noch gehofft, es würde den 17.12. erwischen… unseren Hochzeitstag.)

Alles in allem eine wenig lohnenswerte Angelegenheit, so eine Ehe.

Aber wir haben in der DDR geheiratet (warum denken manche, ich müsste jetzt „ehemalige“ DDR schreiben, sagen wir auch das „ehemalige“ 3.Reich??).
Zurück zum Thema, in der DDR war eine Ehe kein solcher Knebelvertrag und gegenseitige Versorgungsanstalt, um den Staat zu entlasten, wie heute.

Und ich hab aus Liebe geheiratet.

Nun wurde es Zeit, das Ganze komplett abzuschließen.
Der Frust, der in den Gedichten Mein Ex-Arsch und Fortsetzung Mein Ex-Arsch steckt kam erst später dazu. Nachdem er sich gegenüber unserem Sohn genauso verlogen, dreckig und schäbig verhalten hat, wie zu mir.
DAS nehme ich ihm übel für immer.

Es war einmal… und für mich ist er gestorben…und keinen Heldentod, sondern den Tod eines Lügners, und verantwortungslosen Drückebergers.
Kann weg!

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Meine Liebe zu dir – sie ruhe in Frieden.

    • mikmups sagt:

      Schöner Beitrag, toll illustriert! Und du hast Recht, ich stimme dir zu und schenke mir meine Beschreibung hier.

    • Fischkopp sagt:

      Hhm, was soll ich da sagen, war 2x verheiratet bzw. geschieden und wurde nach Strich und Faden betrogen (finanziell und sexuell). Nach dem Motto „Trennungsschmerz und Unterhalt“. Meine Tochter habe ich seit 25 Jahren nicht mehr zu Gesicht bekommen, jeder Kontakt wurde unterbunden.
      Wie sagt schon Mario Barth: „Männer sind Scheiße, Frauen aber auch…“

    • Miki sagt:

      Ja, so hat jeder sein Schicksal, wobei ich mich bemüht habe, überhaupt nicht zu verallgemeinern, sondern nur einen Einblick in MEIN Leben gewährt habe… :cool:

    • Shopper Blog sagt:

      Ich denke auch, dass es wie Miki schon so schön sagt, individuell ist. Jeder Mensch kann ein A… sein oder zu einem werden, das ist nicht geschlechterspezifisch ;-)
      Als ehemaliges Scheidungskind (ich war 14 als sich meine Eltern trennten) kann ich dem noch hinzufügen, dass auch Eltern zu A… mutieren können. Erst reißen sie an den Armen des Kindes, um über das Kind den Ex-Partner zu verletzen. Das Kind steht mittendrin und wird hin und hergerissen und weiß gar nicht mehr was es tun soll. Schließlich hat es ja beide Eltern lieb. Und dann, wenn sich langsam der neue, geschiedene Alltag einstellt, lassen beide fast gleichzeitig los und auf einmal interessiert sich keiner mehr für die Frucht der vergangenen Liebe. Ein neuer Partner bedeutet ein neues Glück und das Kind aus erster Ehe kommt sich vor wie ein lästiges Überbleibsel längst vergangener Zeiten. Zu dieser Zeit wollen mich damals meine Eltern in ein Heim für Schwererziehbare geben, weil keiner mehr Bedarf an mir hatte. Meine Großeltern haben dies „Gott sei Dank“ zu verhindern gewußt.

    • Miki sagt:

      Ich danke dir für deinen auführlichen Kommentar (und herzlich willkommen bei mir! :smile: )
      Ja, es gibt viele unschöne Scheidungs-Szenarien… Ich würde auch nie pauschalisieren, ich habe schon einiges gesehen. Und auch ein paar alleinerziehende Väter kann ich namentlich benennen, also es gibt alles und jeder hat seine eigene Sicht der Dinge. Wahrscheinlich würde sich mein Ex noch als Opfer darstellen (böse Frau…böses Kind…) ;-) aber der lügt sich sowieso seine Welt zurecht…

    • Shopper Blog sagt:

      Ja Miki, für manchen Menschen wird die Welt wohl erst erträglich, wenn sie sie sich so zurechtbiegen (zurechtlügen), wie sie am angenehmsten für sie selbst erscheint ;-)

    • Nila sagt:

      Keiner weiss, wie sich eine Ehe mit der Zeit entwickelt. Bzw. wie sich die Menschen entwickeln. Wie Fischkopp schon so schön beschrieben hat. Es gibt Ärsche auf beiden Seiten. Du, ich wünsche dir einfach alles Gute und Liebe für dich und deinen Sohn ;)
      Liebe Grüsse
      Nila

    • Miki sagt:

      @Nila
      Danke! Ich konnte das abhaken, für meinen (wenn auch schon erwachsenen Sohn) wird das immer schwierig bleiben. Ich finde die Ehe heutzutage, wo alle wirtschaftlich voneinander unabhängig sind, sowieso überholt. Teure Geste. Und Unterhalt sollte jeweils der Arbeitgeber gleich abführen. Hihi. Gute Idee?

    • Pingback: Pakt mit dickem Ende – die Ehe – Miki

      • Liebe Miki, nun hab ich auch Deine Beiträge von 2009 gelesen. Und – huch – auch ich gehöre in die 2006er Statistik mit rein – wir wurden „schon“ nach 3 Jahren geschieden. 1 Jahr muss man ja warten, 3 Jahre maximal, wenn einer will und der andere nicht, denn sonst war ja alles klar: Ich hab alles überlassen, Gut & Geld, Hauptsache weg und fort, und wenn man bedenkt, dass man ja mal aus Liebe geheiratet hat, dann ist das, was davon noch übrigblieb, schon traurig. Traurig zumindest für die Kinder, denn während wir als Ex-Partner damit abschließen (können), bleibt für die Kinder immer ein Band bestehen. Na ja meistens, je nach den Umständen.
        Und: Von mir kriegt mein Ex keine einzige Rose, auch meine Liebe wird nicht mit Rosen zu Grabe getragen. Von Dir ist das ja hier echt eine schöne Geste, für mich käme sie nicht mehr in Frage. Ich würde mir stattdessen eine Dogge besorgen, die auf diese Liebe noch einen ordentlichen Haufen kackt. Ich entschuldige mich in aller Form für diese Ausdrucks- und Darstellungsweise – aber nur bei Dir und etwaigen Lesern. Beim Ex niemals.
        P.S.: Wie Du das dichten konntest – wirklich, mein Respekt! :)

        • Miki sagt:

          Ich würde mich für meine Reimereien auch nicht entschuldigen! Man muss das Kind ja auch mal beim Namen nennen. Sich selbst treu bleiben, sich nichts einreden lassen. Mein Sohn hat sich ganz allein seine eigene Meinung gebildet. Und natürlich wird seine Familie (*örgs*…Schwiegermutter…) auch seine Version glauben. Soll’n se doch. Nich mehr meins!
          Und die Rosen sind ja nicht für ihn, sondern für meine (gestorbene) Liebe zu ihm. Vielleicht schwierig zu verstehen, aber für mich genau richtig so.


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