Vorhang auf! Gute Unterhaltung bei Miki!

Staatliche Überwachung

Heute muss ich euch einen langen Text antun, aber ich finde es einfach sehr wichtig.
Ich hoffe, ihr haltet durch…. :yes:

aus: “DIE ZEIT, 06.08.2009 Nr. 33 – 06. August 2009”
http://www.zeit.de/2009/33/Sicherheitswahn

S T A A T L I C H E Ü B E R W A C H U N G
Sicherheit total

Unter dem Vorwand, uns vor terroristischen Gefahren schützen zu wollen, späht der
Staat seine Bürger aus. Von dieser Politik der Angst dürfen wir uns nicht verrückt
machen lassen
VON ILIJA TROJANOW UND JULI ZEH
Früh raus. Der Wecker klingelt. Es ist noch dunkel. Nicht gleich Licht machen, eine
Minute auf dem Bettrand sitzen bleiben. Die Morgenluft einatmen. Das Fenster ist
gekippt, die Tür zum Flur offen. In der Küche wartet die Espressomaschine. Wo
sind die Hausschuhe? Sich strecken, aufstehen, das Licht anknipsen.
Sie ziehen den Vorhang am Küchenfenster zu, damit der Nachbar von gegenüber
nicht hereinschauen kann. Sie kochen sich einen doppelten Espresso und nehmen
einen Schluck. Jetzt kann der Tag beginnen. Sie setzen die Tasse auf dem
Tisch ab. Am Rand haben Sie zwei wunderschöne Fingerabdrücke hinterlassen.
So scharf konturiert und vollständig wie die in Ihrem Reisepass. Oder die in
den Datenbanken der U. S. Customs and Border Protection seit Ihrem letzten
Sommerurlaub in Florida. Beruflich sind Sie viel unterwegs? Dann kennt man das
Muster auf der Kaffeetasse, die Sie gerade ins Arbeitszimmer tragen, auch in
Schweden, Georgien und im Jemen.
Wie jeden Morgen rufen Sie Ihre privaten E-Mails ab. Die sind schon überprüft
worden – nicht nur von Ihrem Virenscanner. Sie rufen noch die eine oder andere
Webseite auf – die Kripo weiß, welche, wenn sie möchte, und kann das auch in
sechs Monaten noch überprüfen. Sie nehmen schnell noch eine Überweisung
vor – die Behörden wissen, an wen. Zum Glück heißen Sie Müller, das schützt
ein wenig. Bei Ihrem Kollegen Tarik al-Sultan, der neulich zum Bergsteigen in
Kaschmir war, verschickt der Computer gerade den gesamten Inhalt der Festplatte
an den Verfassungsschutz. Greifen Sie etwa gerade nach dem Telefon, um mit
Tarik etwas Vertrauliches zu besprechen, das nicht ins Büro gehört? Lassen Sie
es lieber sein. Besuchen Sie ihn zu Hause, wenn Sie ungestört reden wollen.
Es sei denn, Tarik wurde als Gefährder eingestuft, weil er regelmäßig Geld an
seinen arbeitslosen Cousin in Pakistan schickt. Dann ist seine Wohnung ohnehin
verwanzt.
Sie eilen zur Haustür hinaus. Die Überwachungskamera Ihres Wohnkomplexes
beobachtet jeden Ihrer Schritte. Auch beim Betreten der U-Bahn-Station werden
Sie gefilmt, ebenso auf dem Bahnsteig und in der Einkaufspassage, wo Sie eine
Zeitung kaufen. Haben Sie schon mal versucht, vor einer Überwachungskamera
unschuldig zu wirken? Das ist noch schwieriger, als auf einem gestellten Foto
natürlich zu lächeln. Warum wandert Ihr Blick ständig nach oben? Zweimal haben
Sie direkt in die Kamera geschaut. Und jetzt greifen Sie sich schon wieder ins
Haar. Wenn das noch einmal passiert, wird die biometrische Verhaltensanalyse
den Alarm auslösen. Warum sind Sie so nervös? Laut Ihrer Patientenkarte
bekommen Sie seit Neuestem Beruhigungsmittel verschrieben. Und die Pay-back-
Karte verzeichnet einen erhöhten Alkoholkonsum. Sie haben am Bankautomaten
wieder 1000 Euro abgehoben. Wozu brauchen Sie so viel Bargeld? Außerdem
ist Ihr Stromverbrauch im letzten Monat um 12,4 Prozent gestiegen. Verstecken
Sie jemanden? In der Stadtbibliothek leihen Sie sich in letzter Zeit merkwürdige
Bücher aus, über zivilen Ungehorsam und die Pariser Kommune. Reichen Ihnen
die historischen Schmöker nicht? Und diese regelmäßigen Zahlungstransfers nach
Südfrankreich? Wofür? Warum sind Sie letzte Nacht eigentlich so lange um den
Block gelaufen? Sie hatten Ihr Handy nicht ausgeschaltet – da weiß man, wo Sie
sind.
Nach der Arbeit steigen Sie ins Auto, um etwas Persönliches zu erledigen.
Verzichten Sie auf die Verwendung Ihres Navigationssystems. Andernfalls lässt
sich leicht herausfinden, wohin Sie fahren. Machen Sie einen Umweg, meiden
Sie die Autobahn mit den ganzen Mautstationen! Sie fragen sich bestimmt schon,
warum Ihnen so hartnäckig aufgelauert wird? Warum gerade Ihnen? Es gibt doch
keinen Grund, aus dem sich irgendjemand für Sie interessieren könnte.
Sind Sie sicher? Sind Sie absolut sicher?
Haben Sie nicht neulich gegen den G-8-Gipfel demonstriert? Dann verfügt
die Polizei sogar über Ihre Geruchsprobe. Haben Sie nicht bis vor Kurzem in
jenem Studentenwohnheim gelebt, in dem auch ein gewisser Abu Mehsud
untergekommen war? Das waren gar nicht Sie, das muss ein anderer Müller
gewesen sein? Na, wenn man so heißt, liegt eine Verwechslung nahe, selber
schuld. Und wie steht es mit Ihrer Lebensgefährtin, die kauft jede Menge
Haarfärber, Fleckenlöser und Batterien. Das bedeutet: Wasserstoffperoxid, Azeton,
Schwefelsäure! Halten Sie uns für blöd? Daraus kann jeder Idiot eine Bombe
bauen. Natürlich behaupten Sie, Ihre Lebensgefährtin habe nicht vor, eine Bombe
zu bauen. Das würde jeder antworten. Sollten Sie allerdings die Wahrheit sagen
– wo liegt dann das Problem? Wir helfen Ihnen doch nur, diesen Verdacht aus
der Welt zu schaffen, indem wir genau hinschauen. Das muss auch für Sie eine
Erleichterung sein.
Kein Grund zur Beunruhigung also. Alles geschieht zu Ihrem Besten. Der Staat
ist Ihr Vater und Ihr Beschützer. Er muss wissen, was seine Kinder treiben.
Wenn Sie nichts Schlimmes verbergen, haben Sie auch nichts zu befürchten. Die
Entscheidung aber, was schlimm ist, überlassen Sie bitte den Spezialisten. Wenn
Sie mitspielen, müssen Sie keine Angst haben. Wir sind nicht die Stasi oder das
FBI. Sie leben in einer gesunden Demokratie. Da kann man schon ein bisschen
Vertrauen von Ihnen erwarten. Was? Der Staat soll Ihnen vertrauen? Wo kämen
wir da hin! Schon das Grundgesetz sagt, dass alle Gewalt vom Volke ausgeht.
Und Gewalt gilt es einzudämmen. Da sind Sie ja wohl einer Meinung mit dem
Innenministerium.
Achtung bitte, wir unterbrechen diesen Text für eine wichtige Durchsage: Dies ist
keine Science-Fiction! Wir wiederholen: keine Science-Fiction! Dies ist nicht 1984
in Ozeanien, sondern das Jahr 2009 in der Bundesrepublik. Falls Sie sich immer
noch nicht verdächtig fühlen – herzlichen Glückwunsch. Sie sind ein unbeugsamer
Optimist.
Es gibt auf diesem Planeten keinen Zustand vollkommener Sicherheit, es
sei denn, man wollte den Tod als eine sichere Sache betrachten. »Sicher ist,
dass nichts sicher ist. Selbst das nicht«, lautet ein beliebtes Graffito. Leben ist
angewandte Unsicherheit. Wir gehen täglich Risiken ein, im Straßenverkehr,
am Arbeitsplatz, im Umgang mit unseren Mitmenschen, beim Verzehr von
Nahrungsmitteln. Würden wir unseren Ängsten freien Lauf lassen, wären wir
handlungsunfähig. Gerade Tätigkeiten, die wir besonders gern ausführen, weil
sie unsere Lebensqualität steigern, sind oft mit einem hohen Risiko behaftet. In
unserer Freizeit stürzen wir uns schneebedeckte Abhänge hinab oder springen
von Klippen, rasen mit 200 Stundenkilometern über die Autobahn, verreisen in
ungesunde Länder und kriminelle Städte. Der mutigste Kerl von allen ist, statistisch
gesehen, der Heimwerker – ein kolossaler Draufgänger in Anbetracht der hohen
Wahrscheinlichkeit, sich im eigenen Haushalt zu verletzen oder gar einen tödlichen
Unfall zu erleiden. Im Alltag sublimieren wir souverän die Risiken, denen wir uns
andauernd aussetzen, und stürzen uns mit Bravour in Gefahren.
Dessen ungeachtet, ist »Sicherheit« zu einem Lieblingsschlagwort der politischen
Debatte geworden. Jede zweite Maßnahme wird mit dem Hinweis auf unsere
»Sicherheit« begründet. Autos sollen auch bei Sonnenschein mit Licht fahren,
was die Umwelt belastet und die Kassen der Glühbirnenhersteller klingeln
lässt: Sicherheit. Der Nacktscanner am Flughafen soll Röntgenaufnahmen von
Quadratschädeln und krummen Beinen machen: Sicherheit. Hunde an die Leine,
Raucher vor die Tür, Computerspiele auf den Index: Sicherheit. Der vermeintlich
abgesicherte Bürger ist der regulierte Bürger.
Der Staat will möglichst viel über seine Bürger wissen, um sie wirksam gegen
alle erdenklichen Bedrohungen schützen zu können. Warum auch nicht? Schützt
uns nicht gerade die umfassende Informiertheit der Behörden davor, Opfer eines
Polizei- oder Justizirrtums zu werden? Denn ein Staat, der alles weiß, wird doch
nicht versehentlich einen Unschuldigen belangen. Je länger Sie überlegen,
desto mehr wirkt eine Welt, in der Sie keiner Bedrohung mehr durch Kriminelle,
Leichtsinnige oder auch nur durch Gesundheitsrisiken ausgesetzt wären, wie das
Paradies auf Erden. Dafür wären Sie durchaus bereit, den Preis allumfassender
staatlicher Kontrolle zu bezahlen.
Sind Sie sicher?
Nehmen wir einmal an, Verbrechen könnten tatsächlich mithilfe von Überwachung
und anderen präventiven Maßnahmen des Staates flächendeckend unterbunden
werden. Zuerst würden Terrorismus, Mord und Totschlag abgeschafft. Für eine
Weile würden Sie sich erleichtert fühlen, dann fiele Ihnen das Organisierte
Verbrechen wieder ein, das dem Land schlaflose Nächte bereitete, bevor es vom
Terrorismus abgelöst wurde. Drogenkartelle, Mafiafamilien, Schlepperbanden
– weg damit. Wenig später würden Sie in der Zeitung lesen, wie viele
Vergewaltigungen, Raubüberfälle und schwere Körperverletzungen im Jahr
begangen werden. Beängstigend. Unerträglich. Nicht zu vergessen die ausufernde
Steuerkriminalität, durch die sich der Staat in seinem Bestand bedroht sieht.
Genügend Gründe für weitere, immer weiter reichende Maßnahmen. Und was ist
mit Kindesentführungen? Was bedeutet der Diebstahl von 1000 Euro für eine alte
Frau, die auf jeden einzelnen Cent angewiesen ist? Kann man seine achtjährige
Tochter ruhigen Gewissens zur Schule gehen lassen, solange Verkehrssünder mit
80 Sachen durch Wohngebiete rasen? Steuerbetrüger, Diebe, Verkehrsrowdies
– alle ausschalten. Sind Sie jetzt sicher? Vielleicht. Fühlen Sie sich sicherer?
Wahrscheinlich nicht.
Bedrohung ist subjektiv und damit relativ. Sie bestimmt sich nicht im Verhältnis
zu einem irgendwie messbaren Gefahrenpotenzial, sondern anhand der Risiken,
die jeder von uns wahrnimmt. In einer zunehmend sicheren Welt richtet sich
die Angst auf immer kleinere oder unwahrscheinlichere Szenarien. Während
etwa die Kriminalität in Deutschland im Bereich schwerer Delikte wie Mord,
Totschlag und Vergewaltigung seit Jahren sinkt, sind die Menschen notorisch
vom Gegenteil überzeugt. Ähnlich empfand es Donald Rumsfeld, der ehemalige
Verteidigungsminister der USA: »Wir sind heute sicherer vor der Bedrohung durch
einen großen Atomkrieg (…) und dennoch verwundbarer durch Kofferbomben.«
Großer Atomkrieg versus Kofferbombe: Durch diese Aussage wird klar, dass
Sicherheit nichts mit der Größe realer Gefahren zu tun hat. Sicherheit ist keine
Tatsache, sondern ein Gefühl. Wer in den letzten Jahren die massenmedialen
Hysterien um BSE, Vogelgrippe und natürlich immer wieder Terrorismus mitverfolgt
hat, wird nicht auf den Gedanken kommen, dass man die Welt heute als sicherer
empfindet als vor hundert Jahren. Dabei standen den Menschen damals zwei
Weltkriege bevor, von der Spanischen Grippe, die 25 Millionen Menschen
dahinraffte, ganz zu schweigen. Wenn die Politik also behauptet, »Sicherheit«
für die Bürger gewährleisten zu wollen, nährt sie einen gefährlichen Irrglauben.
Wann wären Sie denn sicher? Wenn es keine Terroristen mehr gäbe? Oder keine
Krankheiten? Wenn Sie das Haus nicht verließen? Wenn Sie monatlich 3000 Euro
Staatsrente erhielten? Wenn kein Freund Sie verriete, kein Geliebter Sie verletzte?
Oder wenn der Tod endlich abgeschafft würde?
Sicherheit lässt sich nicht herstellen, weil kein Risiko völlig ausgeschaltet werden
kann. Im Grunde wissen wir das alle. Aber wir vergessen es, sobald uns Politiker
und Journalisten die nächste Horrorvision vor Augen führen. Wir wissen, dass wir
nach aller berechenbaren Wahrscheinlichkeit am ehesten beim Putzen des Bads
oder im Auto eines unnatürlichen Todes sterben werden. Trotzdem bekommen
wir keine Gänsehaut beim Anblick unseres Badezimmers. Autohersteller werden
nicht von der Polizei überwacht, obwohl es, gemessen an den Todeszahlen,
naheliegender wäre, einen »Krieg gegen den internationalen Straßenverkehr«
auszurufen.
Es entspricht der Natur des Menschen, vor unwahrscheinlichen Ereignissen mehr
Angst zu haben als vor wahrscheinlichen. Wir fürchten uns am meisten vor Dingen,
die uns selten bis nie begegnen und die wir deshalb nicht einschätzen können.
Das ist wohl gut so. Es gibt eine Theorie, die besagt, dass uns die Evolution dieses
Missverständnis antrainiert habe. Dem Überleben sei es dienlicher, das Risiko von
Situationen falsch zu bewerten. Andernfalls würden wir nämlich in kein Auto mehr
steigen und keine Treppe hinuntergehen. Um lebensfähig zu bleiben, ist es wichtig,
»kein Gefühl« für Wahrscheinlichkeiten zu haben, jedenfalls kein zutreffendes.
Diese Unfähigkeit kann man leicht am eigenen Leib überprüfen. Sie sind auf einer
Party mit gut vierzig Gästen. Wie hoch, glauben Sie, liegt die Wahrscheinlichkeit,
dass zwei dieser Personen am selben Tag Geburtstag haben? Zehn Prozent?
Oder nur fünf? Sie liegt bei 90 Prozent, weshalb sich eine Wette auf diesen
Umstand lohnen würde. Das hätten Sie nie gedacht? Eben. Wie hoch liegt seit
dem 11. September die Wahrscheinlichkeit, dass Sie Opfer eines Terroranschlags
werden? 0,01 Prozent? Weniger? Mehr? Selbst wenn wir davon ausgingen, die
»Kofferbomber von Köln« hätten Erfolg gehabt, bedroht Sie das mit einem Risiko
von eins zu vier Millionen. Rund siebenmal wahrscheinlicher ist es, als Kind zu
ertrinken. Natürlich kommt trotzdem niemand auf die Idee, Schwimmbäder oder
Badeteiche zu verbieten. Aber 76 Prozent der Deutschen geben an, dass sie
Angst haben, Opfer eines terroristischen Anschlags zu werden. Die Angst ist – im
Gegensatz zur nützlichen Vorsicht – eine der größten Geißeln des Menschen. Hat
sie sich einmal eingenistet, beginnt sie zu wuchern, lähmt uns, lässt sich durch
kein vernünftiges Wort und keine passende Geste eindämmen. Wer jemals einen
Menschen gesehen hat, der in Panik gerät, weil ihm ein giftiges Insekt über den
Fuß kriecht, der weiß, dass wir aus Angst – gegen die eigenen Interessen – um
uns schlagen und uns dadurch nur umso mehr gefährden.
Die scheinbar unübersichtliche, unverständliche Gegenwart und nicht zuletzt ihre
technischen Innovationen tragen zu einem Gefühl der Verängstigung bei, das
paradoxerweise durch ein Mehr an Technik und Entmündigung gelindert werden
soll. Ein typisches Beispiel, wie der Teufel mithilfe des Beelzebubs ausgetrieben
wird. Das Gefühl der Unsicherheit existiert losgelöst von tatsächlichen
Bedrohungen.
Wer etwas annähernd Objektives über unsere Sicherheit erfahren möchte, sollte
nicht den staatlichen Sicherheitsexperten oder den medialen Angstprofiteuren
zuhören, sondern lieber einen Blick in die Statistiken werfen. Er wird
erkennen, dass Deutschland von Jahr zu Jahr sicherer wird, was nicht an
Schäubles Anstrengungen liegt, sondern zum Beispiel an der verbesserten
Automobiltechnologie. Natürlich können wir nicht wissen, was die Zukunft bringt.
Solange der Trend aber ein positiver ist, besteht wahrlich kein Anlass für den
aussichtslosen Versuch, Bollwerke gegen eine unbekannte Zukunft zu errichten.
Konkrete Beispiele beweisen, dass gesellschaftliche Strategien der Verständigung,
der Integration, des sozialen Ausgleichs und der Bildung keineswegs versagt
haben, wie die Verunsicherungspropheten verkünden. Vielmehr sind die Erfolge
dieser Strategien zum einzig wahren Fundament unserer Sicherheit geworden. Alle
rationalen Argumente sprechen dafür, Kurs zu halten und den Weg der Vernunft
nicht zu verlassen. Um mit Karl Popper zu sprechen: »Wir müssen für Frieden
sorgen und nicht für die Sicherheit, einzig aus dem Grund, weil nur der Frieden
Sicherheit sicher machen kann.«

das passt so schön dazu: (für alle, die es noch nicht kennen)

Ich wähle Piraten

So, und jetzt noch ein Versprechen: morgen gibt es was lustiges……

:-D

Tunlichst angeraten

Sie bilden einen bunten Haufen,
Die sich “Die Piraten” taufen,
Und ich würde klar negieren,
Dass diese fähig zu regieren.

Doch vielleicht, dass ich erschrecke
In Berlin die alten Säcke,
Die im Hirn so starr und steif,
Dass keiner kennt das Real Life.

Stand je Frau Merkel, frag ich mal,
Beim Einkauf zögernd vorm Regal,
Und legte das begehrte Stück
Seufzend mangels Geld zurück?

Hatte Schäuble je Theater
Mit einer Bank Kreditberater,
Weil der, da falsches Wohngebiet,
Den Antrag negativ beschied?

Wenn bei Frau Leyens Kinderschar
Von Klassenfahrt die Rede war,
Ist schon jemals, eins von sieben,
Weil’s Geld nicht reicht, daheim geblieben?

Kam Roland Koch sich blöde vor,
Sowie ein richtig dummer Tor,
Weil hirnverbrannte Steuerbögen,
Zeigten ihm sein Unvermögen?

Braucht der Neue von und zu,
Jener von der CSU,
Wenn er Gesetze hat in Planung,
Nicht wenigstens ein bisschen Ahnung?

Ist Herr Wulff mit fünfzig Jahr,
In seinem Job nicht unbrauchbar,
So dass, nun für das halbe Geld,
Ein junger Mann wird eingestellt?

Kein Geld mehr da, wenn’s gar nicht passt,
Geld kriegst du nur, wenn du’s schon hast,
Die Klassenfahrten sind zu teuer,
Du plagst dich rum mit deiner Steuer.

Weiterbildung ist stets Pflicht,
Doch hilft dir die im Alter nicht.
Hallo! – Erde an Hohes Haus –
So sieht unser Leben aus!

Wenn dann vom Internet ihr sprecht
Dann wird mir vollends übelst schlecht.
Ihr sagt, es wär rechtsfreier Raum,
Ich höre es und glaub es kaum.

Mir fiele ein, so auf die Schnelle:
Impressum, Kochbuch, Abmahnwelle,
Gerichtstourismus, Raubkopierer,
Markenrecht und Web-Zensierer.

Da ihr dieses a) nicht kennt
Oder b) ihr habt’s verpennt.
Scheint mir tunlichst angeraten:

Ich wähle dieses Mal Piraten.

HelpDesk

( via HelpDesk / CC-Lizenz )

Piratenplakat3Piratenplakat4

Nominiert als weltbester Blogartikel aller Zeiten

Das Meinungs-Blog– unter der Regie von Matthias – veranstaltet derzeit einen Wettbewerb mit diesem Titel.
Dies ist nicht die erste Aktion und es ist zu hoffen, nicht die letzte; also Seite merken!! ;-)

Um nicht alles noch einmal schreiben zu müssen ( und rein technisch ist meine Seite noch sehr tuning-bedürftig) hier ein alles erklärender der Link dazu:
Nominierung zum weltbesten Blog-Artikel

Da soll man nun einen eigenen Beitrag zur Wahl zum weltbesten Blogartikel stellen.

Ähhhmm, also den schreibe ich demnächst mal, erstmal muss ein praxisnaher Einblick in eine bestimmte Berufsgruppe herhalten, für viele, die sich überwiegend kreativ und technik-kundig am Computer schaffen sicher ganz was neues.
Hier also mein eigener Beitrag: Hauskrankenpflege

Nun noch mindesten zwei andere Beiträge…

> meine 1.Nominierung, wieder einmal zum schier unerschöpflichen Thema Männer & Frauen :
Szenen einer Ehe

> meine 2.Nominierung, nur was zum Gucken, nach der Blog-Leserei …..
Autofahrer aufgepasst!

> meine 3.Nominierung ist ein ernsthafter Beitrag, der helfen sollte einige kursierende Missverständnisse zu beseitigen Medien- ausgewählte Berichterstattung

Und wie gesagt, ich bitte um Nachsicht, das Formular hier ist (noch) nicht sehr komfortabel, Kommentare können (noch) nicht abonniert werden, bitte einfach öfter mal vorbeigucken…

Naja, und irgendwo hab ich heute doch wieder gelesen: „Dabei sein ist alles“. :cool:

was ist Glück?

Was ist Zufriedenheit? Oder Glück? Wann ist man glücklich? Und wie glücklich ist man wann?
Manchmal erscheint es mir wie ein Wettlauf. Bin ich unterwegs, arbeiten oder Besorgungen machen, denk ich, ich wäre gern schon zu Hause.
Dort angekommen packt mich das nächste Elend und ich denke, wäre doch nur schon aufgeräumt, die Wäsche gewaschen, eingekauft. Wenn ich das erledigt habe, könnte man denken, jetzt kann man „glücklich“ – ich ersetze diese Umschreibung für einen offenbar ziemlich unerreichbaren Zustand durch „zufrieden“- sein.
Dann kommt vielleicht ein Anruf einer guten Freundin, aber anstatt mich darauf zu konzentrieren und zu entspannen, laufe ich dabei noch rum und sortiere einhändig irgendwelche Dinge von links nach rechts. Statt „glücklich“ zu sein darüber, mit einem lieben Menschen zu sprechen und mal andere Dinge zu vergessen.
Selbst wenn ich mir mal ein „Tagschläfchen“ gönne (ich liebe es) denke ich beim Einschlafen schon daran, was ich danach alles machen MUSS.
Vielleicht fängt Glück ganz woanders an.
Ich bin gesund (relativ, aber jeder hat ja irgendetwas), ich habe keine Schmerzen (komisch, dass einem immer nur auffällt, wenn man mal welche hat, vielleicht ist das schon verpasstes Glück?), ich hab eine schöne Wohnung, kann selber für mich sorgen, mich bedrohen keine Schulden, alles übersichtlich, ich habe Freunde und Familie, keinen Kummer mit meinem Sohn, einen geliebten Mann, ist das nicht schon Glück?
Wo ich ein Empfinden für Glück habe ist beim Auto fahren. Da vergesse ich gelegentlich sogar, wohin ich fahre. Das liegt natürlich auch an der Erfüllung eines Traumes vor inzwischen auch schon fast einem Jahr. Mein Auto. Fahren tue ich schon ca. 15 Jahre fast täglich, weil beruflich. Aber eben erst jetzt mit diesem Auto (ich gebe jetzt nicht an, soll sich jeder vorstellen, was er mag). Frage mich nur manchmal was die Leute im Bus neben mir denken, wenn sie sehen, dass ich das Lenkrad streichel…. Naja, lange sehen sie mich ja nicht… Staubwolke… ;-)
Aber ich will mehr. Ich will froh sein, wenn ich sitze, dass ich sitze, ich will mein Essen genießen, auch wenn ich nicht (immer) DAS und SOVIEL essen kann, wie ich gerne möchte (Gewicht!). Ich möchte froh sein, auf meinem Sofa zu sitzen und zu faulenzen, möchte das, was ich mache, gerne tun. Eigentlich möchte ich nur mein ewiges schlechtes Gewissen, diese immer in der Ecke lauernde „ABER“ loswerden.
Ich möchte einfach im JETZT leben. Das Jetzt ERLEBEN. Auch schnöde Dinge wie die Tasse Kaffee zwischendurch. Den Schwatz mit Nachbarn, während der Müllbeutel immer schwerer wird. Den Postboten verulken und lachen. Nachbars Katze ärgen (nich doll!).
Nicht immer schon denken, jetzt mach ich das, nachher das, morgen dies und in drei Wochen ist Urlaub, DARAUF freue ich mich. Nein. Doch. Ich freue mich natürlich auf den Urlaub, aber jeder Tag muss doch gelebt werden.
Ich will ab heute noch mehr darauf achten.

(Könnte auch daran liegen, dass ich gestern den ganzen Tag Magenschmerzen hatte. Dann war das sogar zu etwas gut?!)

Ein weiser Mann hat einmal gesagt:
„….”Sicher liegt auch Ihr und Ihr geht auch und Ihr esst. Aber während Ihr liegt, denkt Ihr schon ans Aufstehen. Während Ihr aufsteht, überlegt Ihr wohin Ihr geht und während Ihr geht, fragt Ihr Euch, was Ihr essen werdet. So sind Eure Gedanken ständig woanders und nicht da, wo Ihr gerade seid. In dem Schnittpunkt zwischen Vergangenheit und Zukunft findet das eigentliche Leben statt. Lasst Euch auf diesen nicht messbaren Augenblick ganz ein und Ihr habt die Chance, wirklich glücklich und zufrieden zu sein….” (Name nicht bekannt).

Hat irgendjemand verstanden, was ich meine?

Simon’s Terror-Kater

So, meine treuen oder auch neuen Fans, ich habe einen Terrorkater im Netz gefunden, den ich euch nicht vorenthalten möchte! Ich habe ihn per sofort ins Herz geschlossen, wohl auch, weil er eine gemeinsame Leidenschaft mit mir hat, wenn meine Strategien zur Erfüllung meiner Wünsche auch etwas subtiler sind…
Viel Spass und ihr könnt gern einen Kommentar abgeben, welche Story euch am besten gefallen hat!

27.Juli

27. Juli – ein sonderbarer Tag…
Liebe Liane,

gestern wärst du 70 geworden und morgen bist du 16 Jahre tot.
Wenn ich es in meinem Leben besonders “bunt treibe” muss ich immer an dich denken, warum eigentlich? ;-)
Aber nicht nur dann… ich habe dich fast immer ein wenig bei mir…mit meinem Parfüm, wovon ich den ersten Flakon von dir bekommen habe.
Damals habe ich trotzdem immer wieder mal ein anderes Parfüm probiert und gekauft, aber irgendwann hab ich erkannt: DAS ist MEIN Duft.
Irgendwie passt das, du hattest auch so einen speziellen Duft, bist du in einem Raum gewesen, hat man das später noch lange gerochen… so ein angenehmer Hauch. Später hab ich Dinge von dir eingetütet um diesen Geruch zu konservieren.

Flakon

Das geht natürlich nicht und von den meisten Sachen hab ich mich inzwischen getrennt.
Ja, wir mussten loslassen… und du fehlst….
Das Datum ist eigentlich nicht wichtig, besonders denke ich an dich bei Feiern & Feten… oder wenn ich was mache, was dir gefallen hätte… ist das nicht schön?

Ich schließe die Augen, umarme dich…siehst du, dann rieche ich dich und hör dich lachen….

Bis denn!

GEZ (…)

Mit so was muss man sich nun rumärgern!! Auch noch am Wochenende!!:

Mein Schreiben an die GEZ ( hab immer so einen Würgereiz bei der Aneinanderreihung harmloser Buchstaben in DIESER Reihenfolge…)

GEZ
Gebühreneinzugszentrale

Teilnehmer-Nr. 545 XXX XXX

Hiermit widerspreche ich der Schließung meines o.g. Teilnehmerkontos.

Ich werde (und habe) meine Rundfunkgebühren weiterhin unter dieser Nummer entrichtet(en).
Sollte dieses Konto nicht mehr verfügbar sein, werde ich dies als Befreiung meiner Person von der Bezahlung von Rundfunkgebühren verstehen.

Bitte unterlassen Sie es, meiner Person andere Teilnehmerkonten zuzuordnen.
Dem widerspreche ich hiermit.

(Um weiteren Missverständnissen und der Möglichkeit des Verleugnens der bisherigen Kommunikation durch Sie zu diesem Thema zu vermeiden, geht Ihnen die vorangegangene Post per Einschreiben zu- gestern abgesendet).
Mit freundlichen Grüßen

Zur Vorgeschichte:
Ich habe vor ca. 2,5 Jahren meinen Nachnamen geändert.
Da es für solche Zwecke offenbar kein passendes Formular bei der GEZ gibt, habe ich mich unter meinem neuen Namen neu angemeldet.
Nun, nach 2,5 Jahren haben die Schnüffler meine Namensänderung zur Kenntnis bekommen (Einwohnermeldeamt…alles rechtens… in diesem tollen Staat (System)..)
Also wurde ich angeschrieben… ob das ok. wäre, auch mit ein paar Ankreuzmöglichkeiten (O ich zahle schon, O mein Partner zahlt, O ich habe ein anderes Teilnehmerkonto).
Ich faxe sofort meine aktuelle Nummer hin.

Kommt einen Tag später Post (datiert 1 Woche vorher > Schneckenpost.. (nein > Verwaltungapparat zu aufgeplustert, Brief wandert eine Woche über die unsinnigen Schreibtische…):

„Hier die Daten für DAS Teilnehmerkonto.(DAS: nicht IHR!)
Das war jetzt das „alte“, welches einen Rückstand von ca. 400 Euro aufweist (klar: 2,5 Jahre nicht gezahlt!) Bitte überweisen Sie….“

Explosion

Nun habe ich wieder gefaxt, aber muss ja Leseschwäche befürchten.
Also doch teure Sondernummer angerufen und diskutiert!
„Hallo…ich bin nicht geklont worden! Nix 2x kassieren! Altes Konto bitte schließen!!“
„…also wenn Sie nicht entrichtet haben, müssen Sie das nachzahlen…“

Gestern (24.7.09) wieder Post bekommen (geschrieben 16.7.) >> Brieflein hechel…Schreibtisch…Schreibtisch…Schreibtisch…Papierkorb(nee, leider nich)… Post > MEIN Briefkasten).
Ziel erreicht.
Gestern war Freitag. Ich hab den Brief nicht aufgemacht. Heute nach einem schönen Frühstück… lese ich:
„… hiermit teilen wir Ihnen mit, dass wir IHR (aha.MEINS!) Konto zum Monatsende abgemeldet haben.“
Damit haben sie nur leider das falsche abgemeldet, nämlich das, wo immer brav bezahlt wurde und keine 400 Miesen lauern! Also das mit meinem aktuellen Namen, welches ich brav angemeldet habe. Wo sie all die Jahre fein Rechnungen verschickt haben. Das ist abgemeldet!

Und der Klon möchte bitte für den gleichen Zeitraum fett bezahlen!

Also dieser feine Unterschied der Mitteilungen über DAS und IHR Konto weist deutlich darauf hin, dass die Leute dort wissen, was sie für einen Schwachsinn- zu Lasten der Betroffenen- machen (versuchen).

Und was sie ja ganz schrecklich ärgert: dass sie NICHT in Wohnungen schnüffeln dürfen, Personen zählen, Fernseher zählen… und dass sie für Computer (NOCH) nicht kassieren können… Schüler und Kleinkinder werden da auch schon mal angeschrieben, man könnte ja was verpassen…
Neulich kam mal einer durchs Haus und faselte was von Kabel… kontrollieren… am liebsten wollte er schon in die Wohnung rein….(nicht mit mir)…aber das war so einer! Denn: WIR MÜSSEN DIESE LEUTE NICHT IN DIE WOHNUNG LASSEN!

Gibt auch noch gar kein Amt, welches uns Sauerstoffverbrauch und Kohlendioxidabgabe in Rechnung stellt…

Politik auf hohem Niveau

ja meine Lieben, das wollte ich euch gestern schon als Abendgruß einstellen, aber durch eine Serverbastelei ging das dann nicht (dafür hab ich jetzt eine kleine Sonne im Tab und als Icon, wenn ihr “Miki” als Lesezeichen habt, schon gesehen?)

Und hier die angedrohte Politik, wie immer mit einem Funken Wahrheit gepaart, mal mehr und mal weniger, wie im richtigen Leben:

Liebe

Ich habe geschrieben, gedacht, gegrübelt…wieder geschrieben…verworfen.
Interpretiert, Beispiele aufgeführt, Weisheiten aneinander gereiht.
Erfahrungen beleuchtet, Erinnerungen wiederbelebt, getextet, geträumt, den Faden verloren… dem folgte ein Gedanken- und Wortschwall.
Ich habe alles wieder gelöscht, denn alles was ich dazu denken, sagen und empfinden kann steckt in diesen Worten:

Liebe bleibt, wo sie gelebt wird.