Vorhang auf! Gute Unterhaltung bei Miki!

Schlagwort: arztpraxis

Warum ist das so?

SpritzeIch bin selbst gestresst, muss arbeitstechnisch meine Kunden für eine längere Übergabe an Kollegen vorbereiten. Das soll auch alles ordentlich sein, alle werden besucht und die Papiere in Ordnung gebracht. Ja, ja, das sollten sie immer sein, aber im Tagesgeschäft improvisiert man eben auch …

Da ich eine OP vor mir habe, muss ich nochmals beim Hausarzt aufschlagen, um mir einen Laborschein zu holen (und in das muss ich es natürlich auch noch schaffen, bevor sie schließen..)

Komme ich an, steht eine Holz (Spielzeug-) Uhr da, eingestellt auf eine Uhrzeit, die mir viiieeel zu weit weg ist. Daneben ein Schild … darauf ein Text, der lustig begründen soll, warum die Belegschaft auch mal eine Pause braucht. Ich find’s NICHT lustig!)  :sick:

Alles klar, ich verstehe nur nicht, warum mir beim Telefonat morgens nichts von der Unterbrechung gesagt wurde (hatte explizit die Sprechzeiten abgefragt)  und warum man die Pause nicht in den Sprechzeiten kenntlich macht.

Also warten. Eine Omi ist auch da, sonst Stille, kein Gespräch, welches irgendwie geführt wird, welches  Aufmerksamkeit erfordert. Kommt noch ein Opa rein, geiert zum Thresen und setzt sich dann auf einen Stuhl mitten im Weg, ins Wartezimmer will er wohl nicht, könnte ja was verpassen. Grad will ich fragen (die Omi) ob es stört, wenn ich ein (Dienst-) telefonat führe, da erledigt es sich von selbst. *Klingel* Ich telefoniere es ab … so wortreich es eben sein muss… motzt der Opa: „… Müssen Sie …hier… so laut sein…“ Das Zögern gab es tatsächlich, irgendwie fehlten ihm wohl selbst die Argumente. Ich hätte gern gesagt: „Müssen Sie zum Mittagsschlaf gerade hierher kommen?“

Jedenfalls glotzte er mich die ganze Zeit böse an. Was sollte er auch sonst machen, war ja nichts los. Ich denke noch so: ‚ und du bist mein nächster Kunde, der dann mit Blick auf die Uhr am Fenster geiert, ob ich auch pünktlich bin und wenn du mich anrufst, zählst du die Klingelzeichen‘.

Naja, bis dahin ist er einfach ein alter, motzender, unfreundlicher, seine Umwelt begeiernder, futterneidischer Mann.

Warum ist das (oft) so?

PS: Im normalen Praxisbetrieb stelle ich mein Handy leise und telefoniere natürlich auch nicht.

PSS: Und rennen konnte der, als der Betrieb weiter ging. Weil, er wollte doch NUR ein Rezept… da könne er doch vor?? Nein, konnte er nicht, die Oma wollte NUR einen Überweisungsschein und ich NUR einen Laborschein.

:ko:

Nicht meine Woche…

Mond 19.3.2011.0.47UhrIch komme, nachdem ich mein Auto genau davor platziert habe – also schon mal ein Erfolgserlebnis – früh und gut gelaunt -dienstlich- in eine mir bis dahin unbekannte Arztpraxis. Zwei junge (hübsche) Arzthelferinnen unterhalten sich grad fröhlich, dass sie für 5 Monate zu machen (wollen) und in der Zeit in die weite Welt reisen. Grad will ich sagen: „Fein, ich bin dabei“ und sage „Gute Nacht!“ :shock:

Nein, ich hab kein Tourett- Syndrom, es ist mir unerklärlich, wo „das“ her kam. Aber egal, die Arzthelferin 1 sagt sofort: „Sie gefallen mir, sie können öfter kommen!“

Wir haben schön gelacht. Arzthelferin 2 hat mir die gewünschte Verordnung ausgestellt, auch wenn sie 3 Anläufe brauchte… wir hatten Spass!

Später musste ich die Praxis anrufen, um mitzuteilen, dass der Patient verstorben ist. Kam daher das „Gute Nacht“? :shock:

Und heute: ich fahre nach TomTom. Muss aus dem Südosten in den Nordwesten der Stadt. Das macht sich gut über die Stadtautobahn. Wegen Verkehrsstörungen (…)  fragt mich TomTom 2x, ob ich die Route ändern will. „Nein“. „Nein“.

Dann überlistet er mich und „schmeißt“ mich runter (von der Autobahn), wo ich mich nicht wirklich auskenne. So kreuze ich voll durchs Stadtzentrum. Unfreiwillig, aber es geht ganz gut.

Doch ich hab eine Erzfeindin in der Stadt: Die Goldelse!

Foto: brit berlin/pixelio.de

Foto: brit berlin/pixelio.de

Das ist der größte Kreisverkehr in Berlin und hat mich schon Stunden meines Lebens (und fast so manches „Auto-Leben“! ) gekostet! :sick:

Und es kommt, was ich nicht „auf dem Schirm“ hatte: auf einmal steht sie vor mir!! Ich hab es zu spät gesehen… ja, ja, so fahre ich Auto… also konnte ich nicht mehr an der Kreuzung davor abbiegen, zu viele Spuren, zu viele Autos…

Also Plan B: ich fahre gnadenlos dem Vordermann hinterher, irgendwo MUSS er ja raus!

Plan B klappt nicht, der vor mir klebt an seinem Vordermann und fährt trotz „ROT“ hinterher (Hey, gleiches Problem, Kumpel?) :whaaa:

Da stand ich da. Ganz vorne. Nun greift Plan C: gaaanz schnell starten (bei „grün“!) und freie Auswahl bei den gefühlten tausend verwirrenden Spuren um die Else… So geschehen. Hab wahrscheinlich 7 Spuren …oder so… wild gekreuzt und mein Ziel (3. Ausfahrt) klar im Visier! Geschafft!

Siehste! Geht doch!

Am Abend sagt mein Pirat: „Soll ich mit dir mal üben fahren?“

Miki: „Ha, das hat schon mein Fahrlehrer versucht! Leider waren dann die zwei Stunden rum!“ :sick:

(Da hat der Pirat  furchtbar gelacht! Gemein??) :skull: :pirate:

Und, Lust auf eine StadtRUNDfahrt a la Miki??

Gute Nacht! :sleepy:

Bin sauer… nee…süß…

Aus nicht bekannten Gründen sinkt immer mein Hämoglobin – Wert in den Keller. Bzw. bekannt ist, dass ich einen Eisenmangel habe, auch der Eisenspeicher ist immer wieder ratzebutz leer. Ursache unbekannt. So.

Nun kann man Eisen substituieren. Hab ich auch schon mehrmals bekommen, die erste Aktion war etwas spektakulärer.

Im Mai ging es mir wieder so schlecht, ich war bei jeder kleinsten Anstrengung sofort völlig außer Puste, so dass ich mich direkt zum Hämatologen geschleppt habe, ahnte was los ist. Durch die begrenzten Bugdet’s der Ärzte kann auch meine Frau Doktor mich nicht ständig ins Labor schicken.

Geschleppt sage ich deshalb, weil man mit so einem schlechten Wert ein wirklich schlaffer Puffer ist. An Sport gar nicht zu denken und nach jeder Aktion platt wie ein Maikäfer auf dem Rücken… :depresive:

Und ich hatte recht: Wert 9,5 (normal 12,o bis 15,5)  Aber ich war vorbereitet (und hab die Infusion praktisch sofort bekommen). :idea:

4 Wochen später war der Wert bei 11,7. Immer noch nicht gut. Zu meinem Ärger Erstaunen wollte der Doc aber warten (worauf??). :ko:  Nun haben wir gewartet und der Wert ist wieder schlecht! (10,7) Grütze! Warum muss man immer warten, bis es wieder richtig Sch… ist??!! :grrr:  Wollte gleich ordentlich auffüllen! Der muss ja auch nicht so rumrennen! Will Sport machen, fit werden!! :question: :-?

Also: nächste Woche- mit völlig unnötiger Verspätung, gibt’s wieder Eisen.

Und als ich zum Doc sagte „..das werd ich wohl gar nicht mehr los…?“ meinte er: „Naja, gibt ja schlimmeres, zum Beispiel Diabetes…“

Erst wusste ich gar nicht, was ich sagen soll. Wie blöd ist das denn? Und es dauerte eine Weile bis er begriffen hat, dass er eine Diabetikerin ob der Tatsache der ständig notwendigen Infusionen mit dem Horror-Krankheitsbild eines Diabetes trösten wollte (er schmückte das auch noch aus…so Spritzen und ständig Blutzucker messen…nein…wie furchtbar…). Als er seinen Fauxpas bemerkte, war’s ihm natürlich maximal peinlich.

Setzen! Fünf!

Ich werde künftig nur noch die widerborstige Patientin geben. Solch eine Warteschleife will ich nicht mehr. In der sportfreien Zeit ist mein Körperfettanteil von 27 % auf fast 40 % gestiegen. Jetzt muss ich wieder alles abstrampeln und bin noch nicht mal fit.

Ich erwarte ja nicht, dass ein Doktor alle Details seiner Kundschaft im Kopf hat, aber immerhin hat er den Monitor vor der Nase. Außerdem weiss er, dass mich meine Diabetologin zu ihm überwiesen hat. Vielleicht sollte er mal den Job wechseln.

Aber Ärzte sind bei mir schon ganz lange keine „Götter in Weiß“ mehr.

Bin sauer. Und süß.

:-? :eyes: :unhappy:

Einmal Eisen nachfüllen bitte…

Eigentlich sollte man ja lernfähig sein. Aber irgendwie rücken manche Dinge aus dem Focus und – schwupps“ – ist alles vergessen. Und so wurde ich die letzte Zeit immer schlapper und schlaffer. Zu jedem Schritt muss ich mich „extra“ motivieren und an Sport ist echt nicht zu denken. Da kann man ja denken, wird schon … ja… schlimmer :what: . Als ich eines Tages hier im 1. OG nach Luft schnappend ankam, ging mir ein Licht auf! Das kenne ich doch! Zufällig war ich Ende April mit dem „großen Labor“ dran, also müssten meine Blutwerte recht aktuell vorliegen. Bingo! HB und Eisen unterirdisch. Alles klar!

Nun hab ich am Dienstag (morgen) einen Termin beim Hämatologen. Hab ganz schön drängeln müssen. Und was er nicht weiss: ich bringe das Eisenzeugs gleich mit und er wird mich erst los, wenn ich auch die Pulle intus hab. Normal denkt er sich das so: Frau Miki kommt, lässt Blut zapfen, wartet auf die Werte, geht zum Doc. rein, bekommt die schlechten Werte bestätigt, bekommt Rezept für Eisenzeugs und Termin für Infusion … und geht wieder!
Ha! Drückt mir Daumen! Da ich in einer Apo arbeite, bin ich schon bewaffnet, kann Rezept nachreichen und will die Suppe gleich!
Will mal *nett gucken* üben! Will haben! Will fit sein!  Aber diesmal ohne Umfallen…und so…
(aber durch diese Aktion hab ich in der Praxis einen hohen Wiedererkennungswert! :alien: :doof: :eyes: )

Und wer noch Lust hat, kann hier ein paar Gedanken (und Anekdötchen) von mir zum Thema „krank“ und „gesund“ lesen.

Infusion 2

Heute war es wieder so weit.
Stammleser erinnern sich an diese Geschichte: Wo ist mein Mantel?
Heute stand nun die 2.Infusion an. Natürlich nicht das gleiche Präparat, ich bin ja nicht irre ;)  Aber schlauer. Habe mir ein Hinbringe- und Abhol-Kommando organisiert. Gebracht hat mich mein lieber Sohn und Admin :kiss:  und abgeholt eine gute Freundin aus dem realen Leben (kein Link, sowas gibt’s auch! 8O , kein Blog, kein Twitter!!)
Die Schwestern konnten sich noch gut ans letzte Mal erinnern, daher war ich unter strenger Beobachtung.
Also: Überpünktlich da gewesen, kein Vorteil, erstmal nur rumgesessen, war auch kein weiterer Stuhl im Wartezimmer übrig. Währendessen machten manche Leute sich und anderen das Leben schwer: Kommt so ein Krankentransporter und holt einen Patient ab. Wird von der Schwester gefragt „Nehmen Sie auch Herrn X mit?“ er: „Nö, keene Zeit, hab ooch schon ’n Folgeauftrag, nehme nur Frau Y mit“ und geht.
Kommt Herr X (gaanz niedlicher, dünner, bescheidener Opi) und fragt die Schwester „Kann ich da nicht gleich mitfahren?“ Schwester: „Nein, er hat gesagt, er kann nicht, er hat noch andere Termine, setzen Sie sich mal hin, ich rufe an, dann werden sie sicher auch bald geholt.“
Schwester ruft die Krankentransport-Firma an und sagt dem Opi „Er kommt doch noch mal zurück, geht gleich los.“ Opi ganz besorgt „…aber er hat doch keine Zeit… wegen mir… der arme…auweia..jetzt schafft er wegen mir die Termine nicht…“ Dann kommt der Typ zurück, muffelt rum und rennt dann so schnell mit dem Opi los, dass dieser kaum mitkommt. Der unglückliche Opi also hinterher.
Muss sowas sein? Die Menschen, die in einer onkologischen Arztpraxis behandelt werden, sind nun schon nicht sooo gesund. Und können nicht alle mal ein wenig mitdenken? Muss man sich und anderen immer das Leben schwer machen? Hätte der doofe Fahrer nicht wenigstens selbst in seiner Firma nachfragen können, ob Herr X mit soll oder ob jemand anderes kommt? Sowas ärgert mich. Andere würden dessen Job bestimmt gern und wohl besser machen, mit mehr Menschlichkeit. (mehr …)

Wo ist mein Mantel?

Ich bin Krankenschwester und begegne im Berufsleben oft schwer kranken Menschen.
Obwohl ich immer nur sehr partiell zuständig bin, da ich ja nicht pflege, sondern nur fachliche produktspezifische Hilfestellung gebe, versuche ich mich einzufühlen und auch Bedürfnisse oder Versorgungslücken zu erkennen, auch wenn sie mir nicht auf dem Tablett serviert werden.
Oft erkenne ich auch, dass ich nur für einen Schwatz und ein paar „Mut-mach-Parolen“ geordert werde, was ich aber nicht verübel, sondern im Gegenteil, das Beste an meiner Arbeit ist.
Trotzdem habe ich immer einen Schutzmantel an. Einen Distanz-Mantel. Damit ich ihn zu Hause, oder besser schon im Auto, auch mal ablegen kann, zu kummervoll und sorgenschwer wäre mein eigenes Leben, wenn ich alles mitschleppen müsste.
Aber heute war dieser Mantel weg…
ArztpraxisIch war Patient. In einer onkologischen Arztpraxis, mittendrin. Guten Tag, Name, Termin, bitte kommen Sie mit, wo möchten Sie sitzen, hier die Flexüle, na die Venen sind ja prima, rumms, rin die Nadel, ran die Flasche, abgefertigt. Zwischendurch wurde aufmerksam geguckt, eine Schwester war immer da, also alles bestens.
Nach und nach kamen die anderen Patienten. Eine alte Dame mit Perücke, bei mir Rubrik „süsse Omi“ dachte, sie tut sich einen Gefallen, nah an der Heizung zu sitzen. Ihr war schrecklich kalt, sie war eingewickelt in Decken. Leider hatte sie übersehen, dass sie einen schlichten, unbequemen Stuhl erwischt hatte und quälte sich zunehmend. Dies quälte wieder mich, aber in der Voraussicht auf mindestens 4 Stunden Infusion wollte ich meinen bequemen Relax-Sessel, den alle anderen auch hatten, nicht eintauschen. Bald wurde aber eine Nachbarin neben mir fertig und diesen Stuhl konnte die „süsse Omi“ dann übernehmen. Und trotz ihrer anfänglichen Stuhl-Misere belustigte sie uns mit Story’s von ihrem „Geist“ zu Hause. Ständig fehlt was, Waschmaschine verstellt, Gewürze auf dem Boden verstreut, brauchbares Essen im Mülleimer. Sie hat derzeit täglich Chemo und wenn sie nach Hause kommt äugt sie erstmal vorsichtig, was sich in ihrer Abwesenheit alles wie verändert hat. Dann setzt sie sich in die Küche um sich abzuregen. Und dann versucht sie, das Chaos in Ordnung zu bringen, während ihr „Geist“ sie fragt, was sie schönes eingekauft hätte, war doch so lange weg? Ich hab auch einen Augenblick gebraucht um zu begreifen, dass ihr Geist ihr dement werdender Mann ist.
Was ist für sie schlimmer, ihre Krankheit oder ihr (Quäl-)Geist?
Eine andere Frau war um die 60, auch mit Perücke, das hab ich aber erst zur Kenntnis genommen, als sie davon sprach, dass die Haare weg wären: „…aber was tut man nicht alles, um zu leben…“. Sie war etwas verständnislos ob der dienstlichen Anrufe, die ich erhielt. In einem Gespräch war mir wohl anzumerken, dass ich unter Zeitdruck stand, die Zeit in der Arztpraxis nur mühsam der Arbeitszeit entrissen… Sie erzählte mir, das Leben sei zu kurz, um sich abzuhetzen, der Körper würde sich wehren, man sollte auf ihn hören… Sie hat ja recht, aber (….)
Ein Opi und sein Elend hat mir das Herz abgeschnürt. Lustige derbe Sprüche, ein Berg Zeitungen…los geht’s. Irgendwie aufgeschnappt: Rückfall, jetzt Lungenkrebs, kennt das Procedere. Haste gedacht! Bei der 2. Tüte kommt die Schwester und erklärt ihm, wegen der Nebenwirkungen (Fingernägel könnten abfallen…) bekommt er Eis- Handschuhe. Erst ungläubig (Witz? hoff?), dann , naja, wird schon gehen… und dann kommt die Schwester mit halben Boxhandschuhen! Da sass er nun, nix Zeitung lesen, nix festhalten, nur Löcher in die Luft starren! Ca. 2 Stunden. Danach tat er mir noch mehr leid, Handschuhe weg, Muttis Vesper-Box raus; lecker Schrippen! Die hätte er nun die ganze Zeit gern gegessen! Von wegen kennt sich aus! Es kann alles immer noch schlimmer werden!
Ich will meinen Mantel wiederhaben!!
Aber alle wurden irgendwann fertig (gab noch mehr…) und ich, die sich am gesündesten vorkam ( bei mir sollte wegen schlechter Blutwerte „nur“ Eisen substituiert werden) hatte jetzt meinen Einsatz! Nach ca. 2 Stunden hatte ich schon Herzschmerzen bekommen, ich hab das dann als „heftiges Seitenstechen in Herzgegend“ definiert. Halbe Stunde Pause. Mist. Ick will hier raus! Danach etwas langsamer (Mist!) aber alles ok. Auf einmal: Rechte Hand schwillt an zur Pauke. Linke Hand zieht nach. In meinen Stiefeln wird es aber eng! Nächste Stufe: alle Gelenke schmerzen und bei Bewegung erwarte ich Knarrgeräusche. Rost? Eisen? Äh? Aha, Aufmerksamkeit erfolgreich auf mich gezogen! Schwester: „so, ich mach sie jetzt ab, den Schluck können wir lassen.. ich hab hier ein Medikament..“ „Welches?“ „Prednisolon“ „Will ich nicht!!“ Rückfrage Doktor. Ergebnis: keine Diskussion! Rin! Und dann zur Beobachtung bleiben. Oh nööö.
„Muss auf Toi.“ „Ja gehen Sie mal, aber schließen Sie nicht ab, falls was passiert.“ Hö? Passiert doch nix. Sollte den Tag den Doc ja nicht sehen. Eigentlich. Aber als ich zu mir kam, war er voll mit mir beschäftigt. Hab meine ganze Länge in einem winzigen Toiletten-Vorraum drapiert. Als ich aufwachte, dacht ich noch „warum liegen meine Beine auf dem Kloo?“ Alles klar. Kreislauf stabilisieren. Den Abgang hab ich total verpasst.
Naja, Miki will natürlich gleich heldenmäßig aufstehen, die Schwestern bringen einen Rollstuhl, setzen mich auch noch rein, dann fehlt wieder ein Stück.
So ging das dann eine Weile, ich dachte es geht..Versuch..schwank… hinleg.
Inzwischen konnte ich mich kaum noch bewegen, alle Gelenke gefühlte Ballons, schwergängig, bei Bewegung sofort schmerzhafter Protest!
Naja, was soll ich sagen. War wohl noch mindestens zwei weitere Stunden vor Ort, das Zeitgefühl ging mir verloren. Zum Schluss waren es ungefähr sieben Stunden. Sieben Stunden, die mein Auto auf dem Gehweg geparkt war, in Friedrichshain! Hab ich mir solche Sorgen gemacht! Und dass sie mich – ohne Abholkommando- nicht so schnell aus der Praxis lassen konnten, war auch klar! Und mein Auto DORT und ÜBERHAUPT allein zu lassen? Nie!! (Treue Leser kennen ja meine Auto-Macke).
Naja, nun hocke ich hier, wusste gar nicht, wieviel Gelenke so eine Hand hat, ALLES tut bei JEDER Bewegung weh, aus den Stiefeln bin ich gar nicht rausgekommen, Füsse dick wie vom Elefant geborgt und die Hände können nicht zufassen! Später hab ich es geschafft, Kaffee kochen ging irgendwie, Stulle schmieren nicht, auch egal…
Aber ich bin froh, auf meinem Sofa zu sitzen, mein Auto vor der Haustür geparkt und alles andere wird auch wieder…
Über’s Fernsehprogramm ärgern? Zeitverschwendung! Wie unwichtig!
An den Opi und die Omi & Geist denken? Ja. Leider. Oder nicht (leider)?

Wo ist mein Mantel???

Mantel