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Mörder- Hitze

An dem Tag, der der heißeste (vorläufig) werden sollte, bin ich wieder mit Begleitern auf Reisen gegangen.

Aber die erste Station war erstmal Gera, das Waldklinikum. Doch so kann man sich irren; wusste ich doch, es gibt eine recht gute Cafeteria, klimatisiert, musste ich, als ich wie geplant zu früh auftauchte feststellen, dass die Räumlichkeit nach (schlechter) Kantine müffelte. Das hieß; entweder nix essen und kein Kaffee und im klimatisierten Foyer warten oder mit Kaffee und Kuchen raus in die Affenhitze.

Die Affenhitze hat gewonnen:

Der Termin war dann flott abgearbeitet. Blacky hatte ich verbummelt bzw. im falschen Parkhaus gesucht. Hatte übersehen, dass es zwei Ausgänge gibt, sind auch zwei Gebäude (auch das sieht man nicht sofort). Also in der 4. Etage gesucht. Hin-und her-gelaufen. Dabei gerufen (hihi, das geht so: auf dem Schlüssel auf „zu“ drücken, dann hupt er). Irgendwann hörte ich es, folgte seinem Rufen und sah ihn sogar nebenan. Also 4 Treppen runter, 4 wieder hoch- hab dich!

In Jena ging es ins Fair Resort Hotel Jena (Artikelbild).

Reisebegleiter raus:

Zimmer:

Blick aus Fenster. Ich war „gewarnt“ (Krach bis spät in die Nacht), aber mir war auch eine Klimaanlage versprochen worden. Diese war aber ein Witz und das Fenster ließ sich nur kippen. Also Elend. Nicht wegen „Krach“, sondern wegen Hitze.

Das ahnte ich schon, aber nun erstmal was futtern. Da habe ich einen richtigen Fressflash hingelegt. Ich saß im Foyet, dort war es schön kühl. So mussten alle Gäste, die zum Abendbuffet gingen, an mir vorbei. So manches Kind flippte da aus: „will Eis!“, „will Pommes!“. Gebeutelte Großeltern (ja, so war das Hotel überwiegend belegt).

Mir hat es geschmeckt und dabei noch Spass gemacht!!

(War aber zu viel, auch wenn es hier jetzt gar nicht so gewaltig aussieht, aber lecker!!)

Am nächsten Tag zum Frühstück mal was anderes (und nicht viel):

Ziel/ Termin in Jena: OP Begleitung im Uniklinikum:

Langer Tag, müde Füße, go Blacky, go!

Zu Hause!

 

Die Erste

Die erste was? Die erste klassische Dienstreise unter der neuen Flagge. Bisher war es ja Einarbeitung bzw. Kongress. Jetzt bin ich also (wieder) unterwegs.

Diesmal Jena. Da war ich noch nie (nur durchgefahren bzw. tangiert). Eine typische Ost- Stadt (das meine ich liebevoll), die typischen Neubauten aus DDR- Zeiten, ein hübsches Zentrum. Dabei viel Gewerbe, weil sich die Branche hier angesiedelt hatte (wer kennt nicht Carl Zeiss Jena?). Aber modern, sauber, saniert oder neu. Die Uniklinik dominiert. Das ist mir sehr aufgefallen. Die Stadt wirkt hell, sortiert und modern. Auch die Straßenbahnen und Straßen an sich. Trotzdem so ostig, wie ich es mag, die typischen (sanierten) Neubauten geben mir immer so ein vertrautes Gefühl, wurde in meiner Kindheit um mich rum doch plötzlich Marzahn/ Hellersdorf aus dem Boden gestampft. Und die Einkaufscenter sehen ja überall gleich aus …absolut austauschbar, da fühlt man sich auch nie fremd. Nur mal so viel zum Thema Individualität im Westen. Denn über die Ost- Neubauten inkl. wiederkehrender Architektur wie z.B. der „Dienstleistungswürfel“ wird ja so gern gemeckert. (Und nein, ich will sie auch nicht wieder haben… aber die neue Schablone finde ich auch nicht so toll).

In meinem bisherigen, kleineren Wirkungskreis, in Frankfurt/Oder und Eisenhüttenstadt zum Beispiel, dominierte  so ein tristes Grau und der Verfall (Rückbau der DDR- Neubauten, zerfallene Gebäude). Dort ist die Industrie zusammengebrochen, abgewickelt … und so hat die Stadt weniger Geld und leidet unter dem Wegzug der Jungen. So deutlich hab ich das noch nie selbst gefühlt und gesehen.

Das hier ist für mich so ein Bild „typisch Osten“:

Und das hier weckte auch nostalgische Gefühle:

Aber von vorn:

Ich freue mich immer, wenn ich irgendwo rauskomme (hier Raststätte) und mein Blacky wartet brav auf mich:

Nach einem guten Tag bin ich dann im Hotel angekommen:

Innen schon etwas ernüchternd:

Aber den Reisebegleitern ist es egal, wie trist es ist, Hauptsache aus dem engen Koffer raus:

Zum Hotel (für mich zum merken): erstmal nur kaltes Wasser, spät abends wurde es dann pupslau. Heizung andrehen nützte erstmal auch gar nichts, blieb kalt, spät abends im Bad dann warm. Ich hatte aber keinen Nerv, mich laut darüber aufzuregen, war zu kaputt. Auch merken: bei der Kälte hab ich nur einmal ordentlich durchgelüftet vorm Schlafen, aber schon so ein lautes Geräusch gehört. Dieses Grundrauschen kam dann von hier:

Ich hatte auch wirklich das Zimmer, was dort am nähsten dran war. Im Sommer bei offenem Fenster schlafen wird da nicht gut möglich sein.

Das mit dem Wasser hab ich dann beim Bezahlen gesagt, gekoppelt mit der Frage ob das immer so und normal wäre. Soll wohl nicht, hab dafür als Entschädigung das Frühstück erlassen bekommen. Das fand ich nett.

Und war auch gut so… denn da musste ich mir mein Gedeck und Kaffee selbst zusammen sammeln, weil die Tante da…ach lassen wir das… aber wenigstens war ich allein… ich finde nicht viel schlimmeres, als früh vorm Kaffee- zu viel Menschenkontakt  :mrgreen:

Nächste Woche lande ich jeden Tag bei meinen Möbeln… das ist auch mal schön. Spannend bleibt es trotzdem, es geht in den OP. Und ich sehe nach Jahrzehnten (und Sanierung) das große, moderne Bettenhaus der Charité mal wieder von innen.
:smile: