Kategorie: persönliches

#wirbleibenzuhause 2

…. und andere (A- Löcher) nicht.

Naja…ich darf meckern. Heute hat mein erwachsener Sohn Geburtstag. Und wir leben die soziale Isolation. Nicht nur für uns, sondern für uns alle.
Und alle, die das absichtsvoll nicht tun sind asozial. So einfach ist das.

Ich hab ja durch diese Einstellung schon eine „Freundin“ verloren.

Und heute: überall ringsum: laute Familientreffen. Direkt nebenan: alte Tante hat Besuch. Gestern: laute Feiergeräusche (und Grillgeruch) aus (mindestens) einem Nachbargarten.

Wie ich das finde….wißt ihr.

Also nix Kind knuddeln und feiern. Machen wir später. Versprochen Felix :-*

Und wir so?
Seit 8 Wochen in WG, erst durch gebrochenen Arm von Mikmups, dann durch Corona.

Ich habe ab morgen Zwangsurlaub. Davor Homeoffice und damit doch viel mehr Zeit, weniger Geld (naja, noch nicht, aber wer nichts sät, nichts erntet), aber ehrlich: alles gut. Keine häusliche Gewalt, nicht mal erwähnenswerter Zoff. Passt (Sag ich doch! Schon fast 9 Jahre!) :angel:

Und wie nutzen wir die Zeit:

Der Pirat hat dem Kater zwei Katzenklappen eingebaut, das klappt wunderbar:

Naja, bis auf die Mäuse, die er so ungeniert reinschleppen kann. Aber Mäuse jagen kann der Pirat auch. Das kurbelt den Kreislauf an und erheitert das Publikum.

:mrgreen:

Und wir puzzeln:

Das Wetter ist ein Komiker, jetzt, ja jetzt (30.03.2020)…gibt es also auch mal Schnee. Braucht kein Mensch mehr:

 

Weiter gepuzzelt, allerdings nicht ohne Hindernisse: Puzzles knapp wegen sozialer Isolation. Ein namhafter Shop nimmt nur limitiert Aufträge an, danach hängt ein „geschlossen“- Schild auf der Webseite. Sachen gibts. Schreckt Miki nicht, bin guter Jäger.
Weiter gehts:

Eins haben wir noch, haben aber heute Pause gemacht. Vielleicht schieben wir auch mal ein 500er Mordillo Puzzle ein, dafür hätten wir einen Platz an der Wand und einen Rahmen.

Die Rosina Wachtmeister Puzzels gehen später mit zu Mikmups, hängen jetzt im Gästezimmer.

Heute war tolles Frühlingswetter, wir haben schon mal die Gartenmöbel startklar gemacht. So lässt es sich aushalten.

Ich hab derzeit einen Leihwagen, nutze ihn nur wenig. Müsste ich ihm einen Name geben, wäre es sowas wie „Raumschiff Enterprise“. Fährt auf Knopfdruck. Das Display hat so viele Auswahlmöglichkeiten, dass ich gar nicht hingucke und einfach losfahre (Mercedes B- Klasse Vollausstattung). Ich will mich auch nicht dran gewöhnen, da ich mich verschlechtern werde. Das ist aber Jammern auf ganz hohem Niveau.

Nach Ostern fahre ich mit dem ICE nach Nürnberg ins Mutterhaus und mit einem vorübergehenden Begleiter zurück. Zeig ich euch dann.

Bleibt ihr alle tapfer und gesund!

:teddy:

Sozial isoliert….

…und trotzdem (oder deswegen?) eine Freundschaft verloren.

Und zwar so: Langjährige (25 Jahre!) Freundin fragt per Whatsapp an, ob sie spontan rumkommen können, sie wären grad in der Nähe.

Miki ist recht rustikal, Freundin eigentlich auch, außerdem weiß sie das …nach den vielen Jahren.

Also frage ich recht uncharmant nach, ob sie noch alle Latten am Zaun hätte…. (soziale Isolation usw.).. Ich drückte im vorigen Artikel schon mein Unverständnis darüber aus, wie unsozial, egoistisch und fahrlässig ich die Leute finde, die ihre Live- Kontakte nicht reduzieren.

Das fand ich zwar sehr deutlich, sie aber beleidigend. Ich solle doch in meinem gemieteten Reihenhaus (!) bleiben. [Hey, Reihenendhaus bitte!!] ;)

Ich hab sie dann noch mal darauf hingewiesen, dass wir uns mit meiner Mutti (Hochrisikogruppe) isoliert hätten. Und sie solle doch mal TV gucken, aber bitte Nachrichten. Ja, nicht richtig nett, aber bestimmt.

Und dann ging’s erst richtig los: ich wäre ihnen (also ihr mit Mann) zu blöd, ich will immer nur das Beste für mich haben ( ööhm, wer nicht, so lange man selbst dafür strampelt? Aber wie kommt sie in diesem Zusammenhang darauf?), zu doof zum Auto fahren (ja, passt auf, wem man was erzählt; sie meinte tatsächlich den schweren Unfall vom letzten Montag, da war ich ja Beifahrer- und auch der Fahrer von jeder Schuld frei), ich solle meine Mutter schön isoliert halten, beim Tür- öffnen vorsichtig sein, es wäre gefährlich, und viel Spaß mir noch in meinem zu teuren (aha) Reihenhaus. Hintendran ein paar Kotz- Smilies.

Da triefte der Neid raus und es macht mich traurig. Denn genau ihre (vermeintliche) Eigenschaft, dass sie nicht neidisch ist, habe ich sehr geschätzt. Nun hab ich mich auch noch geirrt.

Ok., dachte ich, dann ist das das Ende. Hab aber noch geschrieben, dass ich mit beendeten Freundschaften so verfahre wie mit gescheiterten Partnerschaften: ich bewahre mir das Gute. Und ihnen alles Gute gewünscht.
Vielleicht kommt ja bei ihnen noch die Erkenntnis an, was Corona bedeuten kann. Für jeden. Möglicherweise klopft Corona höchstpersönlich an. Geht mich nichts mehr an, muss dazu aber noch sagen, dass besagte Nicht- mehr- Freundin jede Menge Vorerkrankungen hat. Deshalb bin ich auch so entgeistert über ihr Verhalten. Dass sie in der Nähe waren heißt, dass sie bei einem Teil ihrer Familie, meines Wissens nach mit Kleinkind, waren. Wahrscheinlich ganz gut, dass mich das nichts (mehr) angeht. Nicht mal mehr in meinen Gedanken.

Die schönen Erinnerungen sind für mich wertvoller Besitz. Die behalte ich. Ich schrieb ihr (wegen dem zu teuren, gemietetem Reihenhaus) aber noch mein Jahres- Brutto. Hm, tut mir leid, aber ich konnte nicht anders :oops: Aber ich schwöre, ich bin zwar super stolz darauf, wie ich mich beruflich entwickelt habe, aber ich habe es nicht vor mir her getragen. Nun ja, das sieht man ja schon daran, dass sie denkt, das Haus wäre zu teuer….

Ja, so kann’s gehen. Ich weiß, dass nach meiner Fassungslosigkeit und der Wut noch eine Traurigkeit kommen wird, aber das gehört dazu.

Schön war’s. Vorbei ist’s.

Nachtrag: da muss erst so ein fieser Virus kommen, damit man unverblümt vor Augen geführt bekommt, mit was für egoistischen Idioten man seine Zeit verschwendet hat. Und das eigentliche Thema hat sie ja sofort verlassen und hat ihren bösartigen Wortmüll über mein Leben und meine Lebensweise gekippt. Oh wie sehr muss das all die Zeit in ihr gebrodelt haben.
Da ist ja echter Ballast aus meinem Leben verschwunden.
Sowas will ich mir auch nie wieder aufsammeln.

 

Stillgelegt

Ich will den vorherigen Artikel nicht mehr auf der Startseite haben. Denke immer mal, bin einigermaßen drüber weg…und dann sehe ich Blacky…

Also so läuft es…. Mikmups haben wir  jetzt hier bei uns behalten, ein wenig gegen ihren Protest :oops: , der Arm wird besser. Leider fällt jetzt die anstehende und notwendige Physiotherapie ins Wasser, mal sehen, wie das weiter geht.

Wir haben einen Einkäufer bestimmt (Pirat), Mikmups geht nur in den Garten (und mal kurz nach Hause, Zeug holen, Blumen gießen, aber das ist ja begegnungsfrei, weil mit Auto) und ich mache auch nur notwendige Gänge (Tanken, Apotheke..). Im Job ist Homeoffice und viele Fragezeichen angesagt. Und bin ja auch immobil oder jedenfalls dienstwagenfrei. Feiere mich immer dafür, dass ich ja die ganze Zeit mein Herz- Auto Brummer habe. Er wohnt schon länger wieder bei uns, bei Felix ist es mit dem Parken schwierig, wir reagieren da flexibel. Im Augenblick ist er hier unentbehrlich. Und da ich Auto- Hopping nicht mag, war ich selbst mit ihm jahrelang (!) nicht gefahren.

Der Kater hat seinen Lebensrhythmus total verändert. Das kann zum einen am Frühling liegen aber auch daran, dass er inzwischen kommen und gehen kann, wann er will. Hat 2 Katzenklappen. Diese sind smart, so dass wir auch sehen können, ob er drin oder draußen ist. Es sei denn, jemand hat ihn durch eine Tür gelassen ;)

Ansonsten hatte ich ein Wandprojekt begonnen, wollte ich erst zeigen, wenn es fertig ist. Vielleicht komme ich da jetzt schneller vorwärts, hab „schon“ 30 Prozent geschafft:

Wen das neugierig macht, der gucke hier, das ist der Fortsetzungsartikel dazu.

Leider fehlt mir ein bissel die Lust, ein paar Tage konnte ich nicht mal die „Pflichtreihe“ machen, hatte ein ordentliches Schleudertrauma. Alles steif, Nacken, Schultern, der Hals druckempfindlich und hart wie Beton, Kopfschmerzen vom feinsten. Hab mich aber nicht zum Arzt begeben um mir das bestätigen zu lassen für irgendeine Versicherung. Dann sonstwas nach Hause zu bringen… kein Geld der Welt (von der gegnerischen Versicherung) ist mir das wert. Eine Therapie gibt es sowieso nicht. Und gleich nach dem Unfall war gecheckt worden, ob es was schlimmeres ist.

Ja, so sieht’s aus, wie alle anderen lassen wir uns täglich überraschen, wie es mit Corona weiter geht. Fassungslos sehe ich das fahrlässige, rücksichtslose, asoziale Verhalten mancher Menschen. Damit meine ich die dämlichen Hamsterkäufe (ich sag nur Klopapier!) und die Partyersatzveranstaltungen in Parks und anderswo.

Bleibt tapfer und gesund!

:teddy:

Zuwachs

Ja, ja, ja… ich bin Romero- Britto- Fan. Nicht alles gefällt mir, aber leider sehr viel. Halte mich eigentlich immer sehr zurück, aber bei Teddys hakt’s aus. Schon lange sage ich: „Wenn der Teddy in schwarz- weiß- gold auf den Markt kommt, isses vorbei!“ So war es auch, am 23.2. im WWW entdeckt, am 24.2. bestellt, am 28.2. hier eingezogen.

Herzlich willkommen!!

Und da schon der erste RB- Teddy hier seinen Auftritt hatte, bekommt Teddy 2 ihn auch:

Ihm scheint es hier zu gefallen, steht auch in der Nähe von seinem Kumpel.

Er trägt übrigens die Nummer 14 (von 999).

20.02.2020

So, wer an diesem legendären Datum geboren wurde, ist also genau 51 Jahre jünger als ich ;) .

Mein diesjähriger Geburtstag war der ruhigste, an den ich mich erinnern kann. Wohl geschuldet dem Stress, allein vom Kopf her und auch die notwendigen Anstrengungen (siehe Vor- Artikel) fordern Kraft. Dann haben wir Mikmups dauerhaft an Bord, das verändert den Besucherstatus…wir könnten theoretisch ja jeden Tag feiern… :angel:

Also abends am 19.02. mit Müh & Not wach geblieben und das alljährliche nächtliche Geburtstags- Theater absolviert. Allerdings auch schon bei der Torte „gespart“, hier mit kleiner Lübecker Marzipan- Torte…die dann aber auch super lecker war:

Ausgepackt, bestaunt, gefreut, angestoßen, genascht….

Hier ist die Geburtstagskerze schon gelöscht…ist sie (er) nicht toll??

Am nächsten Tag wurde noch ein Besucher (ja, natürlich der Felix, immer noch mein tapferer Admin :-* ) und die bestellte Torte eingesammelt.

So muss das!

Das war’s aber schon fast … abends gab es ein leckeres Essen…. und wir rollten anschließend nur zum anderen Tisch rüber… und ich gebe zu…ich war schrecklich müde.

So ist mal das eingetreten, was bei uns als Plan C immer gut gehen würde: alle verschwinden in ihre Zimmer, entweder gleich schlafen, oder TV glotzen, alles da….

Also ein Relax- Geburtstag, auch der Kater hat das so gesehen:

In geheimer Mission

Mein Leben! Ich sag’s euch! Nie kehrt mal Ruhe ein!

Also: ich habe sowieso eine Woche Urlaub geplant, mittendrin mein Geburtstag. Neu dazu gekommen war, dass Mikmups sich den Arm gebrochen hat. Volles Programm, OP, dann Riesen- Gips. Also bei uns einquartiert.

Und dann noch eine geheime Mission. Geht wieder um Job und so.

Also ein kleines Köfferchen gepackt und in eine Stadt im Süden gefahren. In Höhe Nürnberg, genau an der Raststätte, an der ich mich immer mental auf die Teamtreffen im derzeitigen Mutterhaus in Nürnberg mit einem Kaffee und einem Stück schwedische Mandeltorte tröste vorbereite (weil es dort keinen Kaffee gibt!!) auch wieder angehalten und mich genau so gestärkt:

Übrigens richtig doofes Regenwetter:

Dann endlich erstmal am Hotel angekommen, recht schön:

Allerdings blieb die Parkplatzkapazität unklar für mich, ich hatte Glück und stand auf der Straße dichte bei, es soll auch noch eine Tiefgarage geben, die hab ich aber nicht entdecken können.

Einen Zimmer- Kaffee gab es gleich, nicht soooo schlecht:

Anschließend wurde ich abgeholt und bin mit unserer Vermieterin lecker essen gegangen. Wir haben uns nämlich noch nie persönlich gesehen, obwohl sie schon bei uns war und „ihr“ Bärenhaus bestaunt hat, da war ich aber auf Dienstreise. Das war schön und sehr lecker!

Die Reisebegleiter haben es dann auch noch ins Bett geschafft:

Geschlafen habe ich gut und gleich nach dem Aufwachen gab es erstmal einen Not- Kaffee:

Anschließend ein lecker Frühstück und noch einen Kaffee mit aufs Zimmer genommen:

Und nun … zum Termin. Ich rege mich da nicht mehr auf vorher, aber dass die Sache mit dem Parken blöd wird, wußte ich. Aber es war mehr als blöd, es war haarsträubend. Aber am Ende stand Blacky da (kein Parkplatz, aber auch kein Verbot…denke ich):

So sieht es dort (noch) aus, alles eine riesige Baustelle:

Der Termin war anstrengend, hatte danach keine Buchstaben mehr.

Und gleich wieder ins Auto gesprungen und ab nach Hause!

Bei der Pause einen sehnsüchtigen Blick in Richtung Heimat, aber ich musste noch ein Stück. Darf ich sagen, dass ich es ein bissel satt hatte?

Vor allem, als kurz vor meiner Abfahrt das hier zu sehen war:

Aber was soll’s, ich muss ja schon froh sein, wenn bei den vielen Kilometern, die ich immer fahre,  nur Stau’s stören, könnte ja schlimmer sein.

Ergebnis(se) der Aktion: für den Job hab ich ein „Ja“, aber nicht sofort. Wird jetzt immer zum Monatsende interessant, wenn ich kündigen könnte/ müsste. Zweites Ergebnis: wir bekommen eine richtig schicke Markise für unsere Terrasse.

Ich werde berichten!

Gleiche Stelle- trotzdem anders

Wieder in Chemnitz, wieder Hotel Amber.

Anders diesmal: ich habe aktuell keinen Hunger, letztes Mal war das die Nummer mit „17 Uhr Café schon zu, Restaurant macht erst 18 Uhr auf“ und ich superhungrig mittendrin (und länger auch hungrig geblieben).
Diesmal war geplant, später im Restaurant einen Happen zu essen. Und erstmal auf dem Zimmer einen Kaffee zu trinken, hier gibt es nämlich eine Kaffeemaschine im Zimmer. Hab ich gedacht.
War aber nicht. Hab ich nachgefragt: „Nein, nur im Businesszimmer, Sie haben ein Comfort- Doppelzimmer. Möchten Sie umbuchen?“ „Nein.“
Da hatte ich letztes Mal wohl ein Upgrade. Gut, dass ich vorsichtig geworden bin: ich hab meine Reise- Maschine mit. Und da das Zimmer noch nicht fertig war, gab es einen Begrüßungskaffee.

Konnte dann aber auch gleich ins Zimmer (wo ich die Maschine dann vermisste).

Begleiter:

Hier der Blick aus dem Fenster; nicht schön, aber ein Fitzelchen Schnee. Hatte dieses Jahr noch GAR KEINEN gesehen:

Ich hatte mein derzeitiges (Jahrhundert- ) Projekt mit. Dank LED Lampe  in jedem finsteren Hotelzimmer möglich (keine bezahlte Werbung), ist aber praktisch das Ding.

Als sich der Hunger eindringlich meldete hab ich das Restaurant ausprobiert. Und das war lecker und entsprach genau meinem Appetit:

Nach einer guten Nacht mein Aufwach- Kaffee:

Und anschließend ein leckeres Frühstück. Hier dann der Wiedererkennungswert: kein schöner Tisch mehr eingedeckt, also wieder selbstgemacht. Dafür gab es dann ein zickiges Gesicht der Bedienung. Erst recht, als ich auf den Filterkaffee verzichtete und 3x die (gute) Kaffeemaschine enterte. Milchkaffee + Espresso, da war ich wach.

Danach meine Chemnitz- Runde.

Und anschließend ein Treffen, mal ein ganz anderer Ort für diesen Zweck: ein Autohaus.
Lief gut, sozusagen nach Plan.
Ich werde berichten.

 

Von Null bis schlau

Das Leben ist eine Reise
ohne Wiederkehr.
Man absolviert die Stationen,
manche leicht, andere schwer.

Ab „Null“ läuft das Leben,
zuerst sind wir Kind.
Die Umwelt formt,
was am Ende wir sind.

Lassen wir los
die führenden Hände
geht los die Fahrt
ins freie Gelände.

Mal biegt man ab,
mal gradeaus.
Viele Fehler,
man lernt daraus.

Das Gepäck wird immer mehr,
manches wird zum Ballast.
Pfiffig ist der,
der abwirft die Last.

Bei voller Fahrt noch abgesprungen,
auch das ist manchem schon gelungen.
Andere fahren mit und hadern stumm,
und schon ist das halbe Leben um.

Umkehren ist manchmal beschwerlich,
doch lieber so und dabei ehrlich.
Vorbeigerast, nicht zugefasst,
vielleicht die beste Chance verpasst?

Egal, was wir uns vorgenommen,
es ist ganz anders doch gekommen.
Wer hat sich das nur ausgedacht,
hört ihr, wie das Schicksal lacht?

So ist gut dran, wer nun begreift,
dass nicht nur der Körper reift.
Lebensmitte und dahinter
ist im Leben noch nicht Winter.

Völlig anders als erwartet,
viel gutes auch gern später startet.
Vielleicht liegt das auch daran,
dass man es nun erst schätzen kann.

Was will ich damit sagen?
Weiß ich auch nicht so genau.
Man kann immer etwas wagen!?
Erst am Ende ist man schlau (?).

Miki

Die Zeit läuft … ab ..

Heute vor 33 Jahren ist ein Untermieter bei mir eingezogen. Diabetes mellitus. Wir kommen aber ganz gut zurecht.
Das wollte ich gar nicht schreiben. Passt aber irgendwie, die Zeit läuft ja auch. 33 Jahre ist ja auch schon ganz schön lange. Nächstes Jahr sind es dann 2/3 meiner Lebenszeit, die ich süß bin. 1x 17 ohne süß, 2x 17 mit. Nun ja.

Schreiben wollte ich aber das hier:

Wenn man fast 100 Jahre alt geworden ist und zur Beerdigung laufen nur 4 Menschen hinterher ist man entweder zu alt geworden oder hat was falsch gemacht.

Nun gut… falsch. Keine selbst- gemachten Kinder. Wobei einem in solch hohem Alter schon wieder passieren kann, dass diese schon tot sind. Freunde und Weggefährten haben sich da meist auch schon verabschiedet.

Der Opa vom Pirat hatte dessen Oma geheiratet, als seine Mutter ein junges Mädchen war. Ich denke, da war er noch recht jung, Pirat kann das nicht genau benennen. Er war für ihn sein Opa, mit Besuchen in den Ferien, Ausflügen und einigen amüsanten Geschichten, auch als der Pirat noch zur See fuhr. Leider ist seine Oma Ende er 80er Jahre gestorben. Und Opa hat sich eine neue Lebensgefährtin gesucht. Diese hatte (große) Kinder, durch die Piraten- Mutter wurde das Verhältnis schwierig (lange Geschichte, sie hat es dem Opa aus egoistischen Gründen schwer gemacht, schon zu Zeiten, als er in ihre Familie kam und nach dem Tod ihrer Mutter hat sie ihn für Dienstleistungen annektiert). Jedenfalls wurde der Kontakt sehr ausgedünnt.

2015 hatte der Opa wieder Pech, auch seine zweite Frau starb. So habe ich ihn auch erst kennengelernt, weil sich der Pirat ein bissel mehr einbringen wollte. Das war kurz vor dem Tod der Piraten- Mutter. Er war auch einer der wenigen Begleiter auf deren letzten Weg.
Mehrmals waren wir mit ihm essen und er hat auch unser gemeinsames Zuhause gesehen, hat uns hier besucht. Aber wir haben nichts weiter für ihn getan, er hat sich nie gemeldet und sagte, die Kinder seiner Frau würden sich kümmern, inklusive einem täglichen abendlichen Anruf vorm Zubettgehen, was ich sehr schön fand. Er war in dem hohen Alter in seiner eigenen Wohnung, 2. Etage ohne Fahrstuhl und ging noch raus.

Doch wie es absehbar war haben ihn Ende letzten Jahres die Kräfte verlassen. Aus seiner eigenen Wohnung heraus ist er ins Krankenhaus gekommen und nach einer Woche- am 13.12.2019 hat er die Augen für immer geschlossen.

Heute war die Beerdigung. Pirat sagte gerade eben – er weiß nicht, was ich hier schreibe- er fand die Situation skurril.

Wir wollten uns mit den „Kindern“ (älter als wir) um 10 Uhr am Friedhofstor treffen und dachten so: sich schnell vorstellen (ich kannte sie nicht), kleiner Schwatz und um 10.30 Uhr oder so geht es los. 5 vor 10 waren wir da und guckten in die Runde, da stand schon ein sportlich gekleideter Friedhofsmann da und begrüßte gleich mit Handschlag eine Frau und einen Mann, die hinter uns durchs Tor stürmten. Dauerte einen Augenblick, bis ich begriff, dass „sie“ das sind. Zwei Leute, wo sind deren Kinder, für die der Opa der Opa war?? Ein förmlicher Handschlag, der eine Friedhofsmann radelte davon. Da stand ein zweiter Friedhofsmann (sorry, mir fällt keine passende Bezeichnung ein) mit einem spillrigen Wagen a la Rollator (sah wirklich ein bissel so aus) und da war eine Urne drauf.
Und das war schon der Opa! Er bat uns, ihm zu folgen und schon ging’s los.
Die beiden, dahinter wir beide. Die „Kinder“ mit einer einzelnen, winzigen Blume, wir jeweils mit einem Handstrauß.

Ewiger Marsch, vorneweg das klapprige Alu- Wägelchen. (Wenn man nur sowas insuffizientes hat- wie wäre es mit würdevollem Tragen?)

Die Urne wurde herabgelassen, der Friedhofsmann faselte 2 Sätze, a la „wir sind nicht tot, wenn wir tot sind, sondern erst, wenn wir vergessen sind“ (…..) Note: er hat sich bemüht… und schon war der Opa versenkt. Die beiden „Kinder“ sind gegangen, wir hatten noch 2 bis 3 Sätze ausgetauscht, nur belangloses Zeug, obwohl mich andere Dinge interessiert hätten und weg waren sie. Und ich schielte rüber zu „Opa“. Er liegt auf der grünen Wiese und heute ist 10 cm neben ihm gleich der/die nächste eingezogen, denn der Onkel („er hat sich bemüht“) und noch eine Frau kleideten gerade das nächste Loch mit grünem Kunstrasen aus (das eben noch in Opas Loch war). Die Schale mit „Opas Sand“ blieb gleich stehen, noch Rosenblätter dazu, der nächste bitte!

Das wollten wir nicht mehr sehen und sind abgehauen.

Das meinte der Pirat wohl mit skurril.

Aber immerhin: bei schönstem Sonnenschein konnten wir uns von ihm verabschieden. Ein langes Leben hat sich vollendet.

Tschüß Opa!

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Nachtrag: trotzdem beschäftigt mich: Wenn man über 25 Jahre in einer Familie verankert war, der (fürsorgliche, verlässliche) Mann der Mutter, der Opa für die Enkelkinder war, warum erscheinen zur Beisetzung nur die „Kinder“, völlig ohne Anhang? Wir fühlten uns eher lästig (vielleicht weil ihnen dadurch das traurige Schauspiel bewusst wurde?). Was sind das für Menschen?

Mir wird auch klarer, warum der Kontakt so war, wie er war. Damals haben die Mutter und diese Kinder den Piraten und dessen Mutter gedisst, weil sie sich als „was besseres“ fühlten. Nachdem auch da (bei den Kindern) im Leben nicht alles so bilderbuchmäßig lief, milderte sich das wohl ein bisschen. Aber das gestern- passt schon.

Schämt euch! Oder versteht ihr besser neu-deutsch: Fickt euch! Und eure Kinder?? Sind wie ihr, aha. Eure gerechte Strafe, aber auch ihr werdet mal beerdigt….vielleicht.

Sorry, aber ich bin wirklich wütend. Wütend, dass ein Herr Dr. Sowieso und eine Frau Hochnase -irgendwas -studiert sich so arm verhalten. Das ist Dankbarkeit und Achtung nach 25 Jahren. Ein würdigeres Verhalten wären sie mindestens ihrer Mutter schuldig gewesen.

Finde ich.