Kategorie: gedankliches

Es strickt wieder…

Also wenn der Mann schon sagt „strick doch wieder mal was“ dann isses schon schlimm.

Ja, ich bin unausgeglichen… und das ist wirklich hübsch formuliert…  :angel:

Trösten tut mich, dass Freundinnen von mir derzeit auch schlecht drauf sind (obwohl die äußeren Umstände in Ordnung sind). Schieben wir es aufs Wetter, auf die Jahreszeit…

Jedenfalls hab ich ein ur-altes Projekt rausgekramt; Regenbogendecke (siehe Bild). 2015 angefangen. (zum Projekt)

Inzwischen (seit Beginn) erlebt:

    • 2016 neuer Job
    • 2016 bis 2017 Frozen Shoulder
    • 2017 Umzug
    • 2018 neuer Job
    • 2018 Familienzuwachs Kater

Das ist doch allerhand, oder ??

Und das ist wirklich witzig und typisch für unseren un- typischen Kater: Das Strickzeug und Wolle interessiert ihn GAR NICHT. Genau wie Kartons. Oder alberne Spielangeln. Nicht seins. Gerade bei der Wolle soll es mir recht sein und ich hoffe es bleibt so (ist ja heute schließlich der 1. Tag, nicht dass er es sich noch mal überlegt…. )

Er stört lieber bei der Arbeit:

PS: meine Strickereien hab ich ja eigentlich ausgelagert, wen das interessiert, der folgt dem Link im Text oben.

Was man nicht festhalten kann- die Zeit

Geht euch das auch so?

Ich kann mich oft an einem Tag nicht erinnern, was ich (jobmäßig) am Vortag gemacht habe. Gut, bei mir ist es ja auch so, dass ich jeden Tag woanders unterwegs bin, das macht es nicht leichter.

Diese Woche war also gestern Magdeburg, vorgestern Oranienburg/ Birkenwerder und den Tag davor, nach der Abholung von Blacky aus dem Autohaus (Inspektion) Eberswalde.  Ich schreibe ja auch alles auf und „abgearbeitet“ wird das dann am Bürotag (in dem Fall heute). Das war diese Woche kilometertechnisch wenig. Aber wenn ich so rückwärts gucke… so gehen die Wochen dahin. Aber man kann doch sein Leben nicht einfach so ab-arbeiten?!

Hundertwasserhaus Magdeburg

Wenn es montags wieder los geht, weiß ich schon die schwierigeren Etappen der Woche, die Termine mit Professoren und anderen kritischen, potentiellen Kunden. Und allein schon durch die Entfernungen auch, wie lang die Arbeitstage so ungefähr sein werden. Das hake ich dann nach und nach ab und falle freitags tot aufs Sofa.

Aber sagt doch mal, da war doch mal was? Leben? So dazwischen? Dabei? Ist das das Alter oder der Winterblues?

Ich kann mich erinnern, dass ich mir als Kind immer Highlights als Ziel genommen habe; Weihnachten, Silvester, Ferien an sich, Geburtstag Mutti (das gibt es schließlich Torte), mein Geburtstag, Ostern, Westbesuch, Besuch von Oma & Opa, Sommerferien…. was es eben so gab.  Später waren es dann die Wochenenden an sich; Partys, Disco ect. Allerdings hatte ich da dann auch das Gefühl, die Wochen dazwischen einfach totzuschlagen. Dabei waren das ganz wichtige Dinge, die Ausbildung, das Fachschulstudium, das hat sich ja auch nicht von alleine gemacht….

Oder ist das einfach die vielbesagte Tretmühle? Ich erinnere mich auch an Zeiten, wo jede Woche allein schon organisatorisch ein Kampf war; ein Schulkind, eine Mutter, mehr gab es ja nicht im täglichen Leben. Mit meinen Diensten sein Schulkind-Leben auf einen Nenner bringen. Essen besorgen als Existenzfrage, während ich die Schulden vom Noch-Mann bezahlte. Das Auto am Laufen halten, damals hab ich meine Arbeit mit meinem eigenen Auto gemacht. Im Nachgang würde ich mir heute schon bei dem Gedanken daran einen Strick nehmen, da war wirklich jeder Tag ein Zauberkunststück. Aber es hat Spaß gemacht! Das Leben. Trotzdem. Oder erst recht??

Und dann greift noch was; je mehr man „hat“, umso mehr hat man zu verlieren. Haste nüscht- ja was soll passieren?

Vor ca. 10 Jahren hab ich mal gesagt „ich wünsche mir Sorglosigkeit“. Das hab ich auf Geld & Sicherheit bezogen, nicht mehr strampeln und sich sorgen müssen. Existenz- Sicherheit.

Heute sage ich; „ich wünsche mir die Leichtigkeit, um zu ertragen, dass es keine Sorglosigkeit gibt“.

Naja, etwas verworren, aber vielleicht kennt das partiell ja jemand.

Und ich freue mich auf Frühling. Auf Sommer. Auf Ruhe. Auf Routine.

Bitte keinen Umzug, keinen Jobwechsel, keine „Schulter“, keine neuen Baustellen. Ich brauch mal Pause.

 

Alles anders [abc.etüden]

Sie hat es also getroffen. Schon in ihren guten – gemeinsamen- Zeiten hat sie darüber nachgedacht, wer wohl einmal übrig bleiben wird. Einer muss ja zuerst gehen. Von Vorsorge war da die Rede, eigentlich auch schon „vorher“ ein Umzug in eine Wohnung angedacht. Damit derjenige, der bleibt, finanziell so gestellt ist, dass er das auch allein übernehmen kann.

Aber nun ging alles ganz schnell. Er ist fort. Und sie muss schnell aus dem viel zu teuren Haus ausziehen. So geht sie durch die sich türmenden Dinge, fein sortiert, zur Abholung bereit. Die Teddys… fast alle ..bilden einen stattlichen Berg. Bald raumfüllend die gesammelten Mordillo- Puzzels, fein entpuzzelt zurück in die Originalkartons gewandert. Ein Haufen Wolle, die seidig glänzenden Stränge, immer wohl behütet, fast schon in Vorfreude bekuschelt, können gar nicht glauben, was ihnen hier passiert, gab es doch sogar ein Wollzimmer. Aber die Augen und Hände…das Stricken fiel ihr nicht mehr leicht. Außerdem gibt es für die Dinge noch ein paar Taler. In einer Ecke stehen geliebte Skulpturen ihres Lieblingskünstlers. Fast alle. Alles Herz- Haufen, Dinge, die sie sich nun aus dem Herzen reißen muss, denn auch sie wird nicht mehr lange bleiben. Sie ist nicht gesund und will ohne ihn nicht mehr. Was soll sie also noch mit dem vielen Geschirr? Ein Bowle-Gefäß, eine Salatschüssel? Braucht sie nie wieder, keine Feiern mehr, ihre kleinen Portionen passen in kleines Geschirr. Wenig nimmt sie mit in ihr neues kleines Zuhause.

*Weckerklingeln*

Miki reißt die Augen auf. Herrje, nur geträumt. Sie muss aufstehen. Sie geht an den überfüllten Kleiderschrank, vorbei an mit Puzzeln zugepflasterten Wänden die zwei Treppen ins Erdgeschoss, sieht auf jeder Etage die vielen Teddys, die auch hier wohnen, die gut befüllten Glasvitrinen.

Und so hat sie auf den vor ihr liegenden 375 Kilometern bis zum 1. Termin Zeit zum Nachdenken.

300 Worte

Das ist mein 3. Beitrag zu den abc.Etüden von Christiane. Maximal 300 Worte, diesmal um diese Begriffe drumrum: Salatschüssel, seidig, übernehmen.

Mitmacher sind immer willkommen! Eine neue Schreibeinladung gibt es jeweils am 1. und 3. Sonntag eines jeden Monats.

Neu für mich- abc.etüden

Also: bei Christiane gibt es regelmäßig Schreibeinladungen. Jetzt wohl immer am 1. und 3. Sonntag des Monats. Es gibt 3 Worte, die verwendet werden müssen und der Text ist auf 300 Wörter begrenzt. (So hab ich das verstanden, ältere Hasen dürfen gern korrigieren oder ergänzen).
Die 3 Worte entspringen Wortspenden, wer möchte, reicht seine Vorschläge ein, das kommt dann in den Lostopf. Spenden dürfen Mitmacher ab der 2. Geschichte (richtig?).

Ich mache nun zum ersten Mal mit, bei einer Extraetüde (weil 5. Sonntag im Monat).

Wer Lesestoff sucht: hier ist die Statistik mit Links zu den vorhandenen Beiträgen, sehr interessant, sage ich euch!

Ach so: regelmäßige oder unregelmäßige Mitmacher sind sehr willkommen!

Dort findet ihr auch die heutige Aufgabenstellung: 5 aus 6 Worten, maximal 500 Wörter, Textform egal. Die Wörter: Winterbaum, nasskalt, nachtrauern
Regenbogen, 
transparent, bluten

Da steht er nun- als Winterbaum.

Sommer ist‘s in seinem Traum.

Die Füße stecken in der nasskalten Erde-

so wünscht er, dass es schnell wärmer werde.

Doch dem Sommer nachzutrauern,

sich gebeugt zusammenkauern?

Nein, das kommt ihm nicht in den Sinn,

stolz hält er seine Zweige hin.

Denn auch im Winter sind seine Äste

wichtig für so manche Gäste.

Wenn Wasser und Frost sich sanft vereinen,

die zarten Zweige transparent erscheinen.

Außen erstarrt, innen voller Leben-

es wird auch wieder Sommer geben.

Und schließlich ist es nicht gelogen:

dann gibt es auch wieder Regenbogen.

Kein Bloggen (mehr)

Was ich hier mache ist kein Bloggen (mehr). Das hier ist Tagebuch, Kopfsalat- Sortiererei, Gedächtnisstütze…

Bloggen ist (war)… gemeinsames Aufarbeiten von Themen, Diskussionen in den verschiedenen Blogs, Kommentieren, Dabei-und-auf-dem-Laufenden-sein, Sich gegenseitig-helfen, Alberne- Spiele (Paraden) spielen…. Schön war es, „überall“ auf die gleichen Verdächtigen und immer wieder neu entdeckte Mitstreiter zu treffen.

Dass ich nicht mehr „dabei“ bin, hab ich wieder sehr deutlich zu spüren bekommen: Robert Basic ist tot. Und ich bekomme es erst ca. 10 Tage später mit. Ich bin raus.

Ruhe in Frieden, lieber Robert, „Blogger-Leitwolf“, du Urgestein der deutschen Bloggerszene, Kritiker, Buchstabenjongleur, selbsternannter „Blog-Opa“.

Uns alle möge es daran erinnern, wie schnell ein „Plötzlich-Unerwartet“ in der Tür stehen kann.

Habt eine gute Zeit … bis dahin!

 

Was treibt mich …so…an?

Während viele, die laaangsaaam :lol: auf die 50 zugehen, ihre Position im Job gefunden haben oder ihren Frieden damit gemacht haben (oder sich innerhalb des Jobs weiter entwickeln, was ja wohl die beste Variante ist), bin ich, was den Job angeht, immer noch ein Unruhe- Geist.

Natürlich gibt es immer Gründe, sich beruflich zu verändern. Aber links und rechts sehe ich so oft unzufriedene Menschen, die über genau das gleiche schimpfen wie ich. Aber sie schimpfen immer noch, an der gleichen Stelle. Während ich, nach der Einsicht, nichts ändern zu können, gegangen bin.

Für mich besteht dann noch das Kunststück darin, diese Zeit (dort) nicht als verschwendete Zeit zu sehen. Sondern als Erfahrung, an der man gewachsen ist.

So sehe ich das übrigens auch mit Partnerschaften. Natürlich weiß ich, dass ich vor über 30 Jahren einen Idioten geheiratet habe. Aber das ist lange abgehakt, meine eigenen Fehler hab ich beleuchtet und für mich ausgewertet und an die schönen Zeiten kann ich trotzdem noch mit einen kleinen „hach“ zurück denken. Auch ein weiterer ernster Versuch war die Erfahrung wert, an einem Hausbau wächst man schließlich auch. Alles ist immer zu etwas gut und mich begleitet auch die Weisheit „wohin ich auch ging, ich vergaß nie, wer mir half, dort anzukommen“.

Inzwischen bin ich ja bei meinem Pirat angekommen. Und das „angekommen“ meine ich auch so.

Aber ein Gedanke ist die Tage bei mir aufgeblitzt, den ich noch gar nicht so auf dem Schirm hatte: während meiner aktuellen Einarbeitung (da muss ganz viel Fachwissen rein) meinte meine „Lehrerin“, eine wirkliche Fachfrau, ich müsse mir keine Gedanken machen, meine Kollegen wüssten auch nicht alles und einiges, was ich jetzt im Intensivkurs bekomme, wüssten sie noch gar nicht so, weil das ganz neu ist und die „altgedienten“ Kollegen das nicht so forcieren… Da wäre ich am Ende sogar erstmal mit der Nase vorn. Und da entgegnete ich spontan, dass ich mich gar nicht in Konkurrenz oder Leistungsdruck gegenüber meinen Kollegen sehe, sondern ich selbst mein ärgster Kritiker bin. Dass ich mich selbst so peitsche und fordere, um auf ein Level zu kommen, welches ich selbst von mir erwarte….  Rumms! Gesagt und begriffen.

Sieht übrigens grad gut aus. Was ich noch lernen muss, sieht ziemlich unerschöpflich aus, aber doch irgendwie machbar.  Das macht mir Hoffnung. Ich hab das mir selbst gegenüber bisher nicht so zugegeben und anfangs auch gar nicht so wahrgenommen; aber neben den wirklich (für mich) nicht erträglichen Problemen in meiner Ex- Firma, war mir auch der fachliche Anspruch nicht hoch genug. Damit meine ich nicht Zahlen und Bilanzen, da könnte/ würde ich auch gern noch was lernen, sondern die Erklärungsbedürftigkeit der Produkte und die weitere Entwicklung. Egal, was dann auch an innovativen Produkten dazu gekommen wäre, da kommt einfach fachlich nichts dazu, man kann das Rad nicht neu erfinden. Und jahrelang grundsätzlich das gleiche zu erzählen und mich damit immer weiter von meinem vorhandenen Wissen zu entfernen…. DAS will ich nicht.

Das droht mir nun im neuen Fachgebiet nicht. Da wird permanent entwickelt, anders geht es nicht. Und so geht mir wahrscheinlich auch sehr langfristig der Lernstoff nicht aus.

Natürlich muss noch mehr stimmen und passen. Augenblicklich bin ich sehr optimistisch und hoffnungsfroh…. und wenn dann doch nicht… fällt mir auch da wieder was ein!

Ich nehme gern eure gedrückten Daumen!

:angel:

Denk- Zeiten

Ja, wenn ich in den Stunden, die ich so rumfahre, bloggen könnte, dann wäre hier viel los.

Heute waren es ca. 560 Kilometer. Und was für eine blöde Tour, also der eine Termin in Ordnung, das könnte sich gelohnt haben. Der andere abgesagt, das ist dann bei den Entfernungen richtig blöd. Normal bleibe ich ja auch eine Nacht und mache in der Gegend am nächsten Tag weiter. Aber wegen Ostern fehlt diese Woche ein Arbeitstag und nächste Woche auch. Also musste ich zurück, die Kundschaft ruft…aus einer anderen Ecke. Also kein Hotel- Bericht, keine Reisebegleiter…. sondern ab nach Hause!

So hatte ich viel Zeit zum Denken.

Und wenn ich dann so denke, ich könnte ja jemanden anrufen, dann macht sofort mein schlechtes Gewissen „Plong“. Aber gleich kommt wieder Protest. Warum sollte ich auch? Immer wenn ich mein Ohr mal freundlich ranhalten will, weil viel mehr kann ich aus Zeitgründen auch gar nicht leisten, werde ich erstmal böse angeschnauzt. Natürlich nicht sofort, sonst würde es der Person wahrscheinlich auch mal selbst auffallen. Sondern erst ein freundliches „Hallo“, dann zum Thema „es hilft ihr ja keiner“. Damit werde ich schon mal in die Rechtfertigungsecke geschoben. Denn nicht alles kann man auf mangelnde Zeit schieben, sondern in dem Fall auf mangelnde … Zuwendung, Kümmern, Interessieren, Teilhaben, Sorgen, Fürsorge…. Liebe eben….aber eben Jahrzehnte vorher. Das ist die Geschichte vom Säen und Ernten.

Die das nicht verstehende Person ist nur indirekt betroffen, kennt nur die letzten beiden Jahrzehnte (von fast 5) der Geschichte und ist damit nicht ins Bild gerückt. Maßt sich aber an, mich anschnauzen zu dürfen.

„Es muss auch mal gut sein!“ keift sagt sie.

Finde ich auch. Ich kann ihr die Vorgeschichte nicht erklären, ich hab es versucht, es kommt nicht an. So bleibt uns nur Akzeptanz. Ich akzeptiere, dass sie nicht versteht. Aber dann muss sie auch akzeptieren, dass ich keinen „alles-ist-gut“- Stempel auf alles drücken kann. Ich hab mein Heil in Flucht und Abstand gefunden, es gab später sogar eine gute Zeit der Annäherung. Das war noch unsere beste Zeit, von meinem Vater und mir. Und das ist auch alles, was sie gesehen hat. Leider war er da schon lange auf dem vernichtenden Weg der Demenz unterwegs und jede versöhnliche Aufarbeitung nicht mehr möglich.

Trotzdem war diese Zeit für mich heilsam und tröstlich. Ich konnte für mich sogar einen Strich ziehen, es abhaken.

Neuerdings bindet sie in ihre negative Ansprache auch noch meinen Sohn ein, der überhaupt keinen Opa hatte. Nichts haben die beiden jemals zusammen unternommen oder erlebt. Er tauchte an Geburtstag und Weihnachten auf, meistens. Mit einem Geschenk, was ich besorgt habe. Über das sich gefreut wurde. Aber eine Beziehung ist dabei nicht entstanden. Späte Versuche (ja, die hat sie forciert und die gab es dann) haben diese Lücke nicht gefüllt. Also wenn man so will eine Wiederholung.

Das ist hier kein Vorwurf, es war halt so, nicht aus Böswilligkeit, sondern aus Unfähigkeit.

Und nun ist es so, ich würde gern Empathie zeigen, das schlechte Gewissen sagt „Plong“ , ich höre drauf und dann stehe ich immer mit solch einer Ansprache da.

Um mir das allzu oft anzutun reicht meine Kraft einfach nicht. Ich bin da wirklich leer und erschöpft. Und was ich dann noch mobilisieren kann teile ich lieber mit meinen Lieben.

Ihm gegenüber bin ich versöhnlich eingestellt, ich glaube aber nicht, dass er mich vermisst. Meinen Sohn hat er schon seit Jahren nicht mehr erkannt („wer ist das denn?“ …sehr schmerzlich). Also macht sie mehr kaputt als das Gekeife hilft. Denn ich würde schon gern mal nach ihm gucken…

Schlage eigentlich nur ich mich mit sowas rum? Kann ich mir gar nicht vorstellen…

:???:

„Kinderwünsche“

Manchmal hab ich Dialoge im Kopf…stell mir was vor und dazu, was ich so sage…
Und als ich mir vorstellte, dass an Ostern tolles Wetter ist (jaja, utopisch) und wir die neuen Gartenmöbel einweihen… seht ihr es auch?: Sonne scheint, drei Generationen sitzen am hübsch gedeckten Kaffeetisch, schöne Deko, Vogelgezwitscher, Kaffeeduft…. also wie in so einer alten Jacobs-Kaffee-Werbung. Und da will ich so sagen „Wisst ihr noch, diese Jacobs-Werbung, Sommer, Kaffeetafel im Garten, alle sind glücklich, kleine Kinder hübsch zurecht gemacht (und lieb!) … kann auch eine Taufe oder sowas darstellen… und alle sind glücklich.“

Gefunden, guckt:  hatte ich viel schöner in Erinnerung…  :cry:

Und zum „Kind“ will ich sagen; „Du kennst die Werbung sicher nicht, da warst du noch klein, das war zu einer Zeit, als ich noch Kinderwunsch hatte….“

Nun hab ich das ja nur in Gedanken gesagt, aber die Wahrheit dahinter traf mich trotzdem. Ja, ich war nicht immer die ruppige, alles allein schaffende, bekloppte Schulden abtragende, zwei Jobs wuppende, dominante Miki. Ich hatte mal einen anderen Plan. Nie und nimmer hab ich gedacht, dass ich ein Einzelkind haben werde. Noch weniger, dass wir lange Zeit ein Duo sein werden.

Ich wollte eine Jacobs- Familie.

Aber ich hab nicht dran festgehalten, als es anders kam, viele Kinder, das hätte schon geklappt… aber das wäre dann Flodder- Stile geworden.

Das nächste Ziel war dann, das Kind vernünftig groß zu kriegen und dafür ordentliche Bedingungen zu schaffen. Und dabei auch ein anständiges Leben zu führen. Schöne Wohnung, gefüllter Kühlschrank, technisch zeitgemäß unterwegs. Das war zu Zeiten mit Ehemann nicht so. Kind lernt, dass man mit Geld haushalten muss, aber auch, dass man es auch mal fröhlich ausgeben kann. Mit den 2 Jobs hab ich auch 2 Klappen geschlagen: zum einen in meinem Beruf als Krankenschwester und zweite Schicht: Schmuck verkaufen. So ließ sich auch der Eigenbedarf gleich decken.  :mrgreen:

Nun ja, es war auch eine schöne Zeit, für mich wichtig; ich hab immer geschafft, irgendein Auto vor der Tür zu haben (hach, Max..) es fuhr halt nur nicht immer :twisted:

Aber die Zeit ging dahin. Und die Jacobs- Familie war abgehakt.

Leider bin ich meinem Pirat zu spät (dafür) begegnet. Selbst wenn es „noch gegangen“ wäre (ich spreche von mir!) hätte ich erst nach einer längeren Zeit so viel Zutrauen gehabt, um das anzugehen. Und da läuft eben die Zeit krass dagegen.

Heute bin ich darüber nicht mehr um meinetwillen so traurig, heute finde ich es schade für meinen Sohn. Naja, das sagt man so, doch es kann ja auch schief gehen, Geschwister müssen sich ja nicht zwingend „vertragen“.

Aber in meiner Jacobs- Familie hätten sich eben alle vertragen. So! Da hätte es dann auch einen Opa gegeben, der sich gekümmert hätte. So!

Naja, alles Schicksal! Das ist ja das Spannende! Und versucht hab ich’s!

:teddy:

Versteh doch

Warum ich dieses Bild genau an meinem Geburtstag (wieder-)gefunden habe- keine Ahnung.
Ein Porträt von mir als kleines Mädchen. Vielleicht war ich 5, vielleicht 6.
Klein.

Ich war immer die Kleine. In der ganzen Kinder-Nachbarschafts-Gang die Kleinste (Jüngste).

Was dazu führte, dass die Spiele oft nicht zu mir passten, ich die langsamste war, die ungeschickteste, die dümmste (das wurde mir dann so vermittelt). Diejenige, die sich die Augen zu hielt und dachte, sie wäre nun versteckt. Als einzige noch mit Stützrädern Fahrrad fuhr. Erst Schlittschuhe bekam, eine Nummer größer fürs Folgejahr, weil ich klein war, versteh doch…
Der Platz wurde nie mehr gespritzt.
Der Buddelkasten wurde zum Blumenbeet, als ich gern noch gebuddelt hätte. Eben nur noch ich, das älteste Mädchen war immerhin 7 Jahre älter, der jüngste Spielgefährte 2,5 Jahre älter. Versteh doch…
Kleine Schwester…. Die Große bekommt die große Puppe, ich stürme auch erst zu dieser, an Weihnachten. Aber nein, die andere dort, die Kleine… das ist deine… versteh doch..

Es war so und eine/r musste es ja sein. Aber ich hab es gehasst.

Es war auch toll: der Nachbarsjunge (2,5 Jahre älter) war wie mein großer Bruder. Sowas kann man gebrauchen, auch in der Schule. Außerdem hatten wir irgendwann beide coole Metallbaukästen. Und wir haben gemeinsam an seiner TT Eisenbahn gebastelt. Jahrelang. Wären wir wirklich Bruder & Schwester gewesen, hätten uns seine Kumpels sicher nicht (ab irgendwann, ich sag nur Pubertät) mit blöden Sprüchen auseinander gemobbt. Aber so ist er eines Tages nicht mehr mit mir den Schulweg gegangen und wenn seine Kumpels zu Besuch kamen, musste ich verschwinden. Schade, damit war ein wichtiger Verbündeter für mich verloren. Versteh doch…

Seine Mutter hat übrigens das Bild gemalt. Dafür bin ich ihr heute sehr dankbar. Diese hat allerdings regelmäßig meinen Geburtstag im Februar vergessen. Und wenn meine Schwester mit TamTam im April ihr Geschenk bekam, hab ich ein Buch aus deren Schrankwand bekommen. Als Geburtstagsgeschenk. Wir sind dort ein- und aus- gegangen (das war toll), aber ich hab die Bücher gesehen, teils reingeguckt und meine Schwester hat die Regentrude sogar schon gelesen gehabt. Musste ich das auch verstehen?

Tut mir leid, aber ich merke mir sowas.

Hihi… so war ich also immer die Kleine.

Aber was soll ich sagen, später bin ich die Größte geworden. Wirklich! Na gut, länger. Länger als mein „Bruder“, länger als dessen Vater, länger als alle anderen Mädels sowieso. (ist kein Geheimnis, 1,84m und nach ein paar Jahren, in denen ich das schrecklich fand, finde ich es jetzt schon sehr lange super!)
Ja, das kleine Mädchen auf dem Bild ist noch die Kleine. Die dies satt hat. Die nicht immer nur verstehen will. Die dann auch mal patzig ihre Meinung gesagt hat. Was dann nicht gern gesehen war und evtl. zu den vergessenen Geburtstagen geführt hat (…). Und dazu, das sie generell nie der Liebling war.
Allerdings war ich da auch nicht scharf drauf, ich bin wohl schon immer lieber ruppig- ehrlich.

Zu Oma in den Ferien fahren? Nein, die Große hat bald keine Ferien mehr, wenn du noch soooo lange hast. Versteh doch. (Liebe Oma, warum hast du nicht einfach gesagt, dass du sie lieber mochtest? Ich hätte es sogar verstanden).
„Kind, wir gehen ins Theater!“ „Au fein!“ (Aufgeregte Vorfreude über Wochen, sogar eine Handtasche- meine Erste- hatte ich dafür! ) „Kind, nun kann doch deine große Schwester mit, wir beide können ja später mal gehen, das verstehst du doch?“ Nein. Aber ich war trotzdem raus. Und das später kam nicht.
Oma und Opa kommen aber zur Jugendweihe, stimmts? Nein, sie fahren lieber in den Westen, da wird grad was besseres gefeiert. Versteh doch.
Meine Schwester kommt aber mit? Nein. Versteh doch.

(Und ich höre auf, ich wollte ja jetzt und hier keinen Roman schreiben.)

Heute will ich nicht mehr verstehen müssen.
Dieses „Versteh doch…. „ hing mir noch sehr lange an, wahrscheinlich weil es früher – augenscheinlich – so gut geklappt hat. Ich sollte Rücksicht nehmen, auch wenn man mir gegenüber rücksichtslos war.

Heute bin ich groß. „Versteh doch“ funktioniert nicht mehr. Und ich wüsste auch keinen Grund, warum es das sollte, das war früher schon blöd.

Versteht das wer?

 

Nur was?

Ich muss was schreiben, denn das Artikelbild des letzten Artikels verhagelt mir immer die Laune, wenn ich meine Seite öffne.
Da staune ich selbst, aber es erinnert mich wohl an die schlimme Zeit, das Unbehagen ist direkt körperlich. Entfernen will ich den Artikel aber nicht, das hier ist mein Gedächtnis, mein Logbuch und ich will festgehalten wissen, ab wann ich endlich darauf verzichten konnte…

Also, der Mond geht immer… wenn er mich anguckt die nächste Zeit… das ist gut. Und passen tut es auch… ich bin längst müde und krabbel gleich ins Bett. Seit dem Umzug schaut dann tatsächlich- wenn die Phase und das Wetter stimmt- der Mond zum Fenster rein. Das liebe ich sehr.

Wenn die Lieben weit fort sind (oder auch nicht weit  :oops: ) gucke ich gern zum Mond und bitte ihn, nach ihnen zu gucken. Und bilde mir ein, sie können auch zum Mond gucken und so haben wir nacheinander geguckt.

Zu Zeiten, da ich meinen Liebsten noch nicht gefunden hatte, hab ich mal diesen Vierzeiler kreirt:

„Jeden Abend such ich den Mond-
und befrage ihn nach dir.
Lächelnd er am Himmel thront-
keine Antwort gibt er mir.“

Ja, lieber Mond, du hast meine Irrungen und Wirrungen gesehen, ich war oft neidisch bei dem Gedanken, dass du da von oben voll die Übersicht hast und ich hier im Dunklen tappe… beschimpft hab ich dich, sorry dafür.  :oops:

Haha… gerade ahnte ich es und tatsächlich, 2011 hab ich euch das alles – so ungefähr- schon mal erzählt.

Und immer noch mondsüchtig. Das wird wohl so bleiben…