Vorhang auf! Gute Unterhaltung bei Miki!

Stille

SonnenuntergangSeeIch habe heute noch kein einziges Wort gesprochen.
Und ich will auch nicht.
Und keiner merkt´s, niemand ist sauer.
Ich lebe allein. Und das ist auch gut so.
Jetzt.
Ich genieße dieses Schweigen mit mir.
Dabei war ich nicht kommunikationslos. Ich habe ja schon gebloggt, war also sogar kreativ, habe in anderen Blogs kommentiert.
Ansonsten hatte ich heute ausgeschlafen… sehr lange… aber das ganze Haus ist heut still. Das passt doch.
Dann habe ich meinen einsamen Kaffee genossen, mich in meine Puzzle-Ecke zurückgezogen und diesem stillen Hobby gefrönt.
Habe ein wenig aufgeräumt, der Staubsauger wäre mir heute aber einfach zu laut gewesen.
Konnte mich zum Sport aufraffen, bin jetzt zufrieden.
Habe heute mehrere (Mädchen-)Blogs gelesen, wo Endzwanziger hadern, weil sie freitags faulenzen (und nicht, wie sie denken, dass erwartet wird, die Nacht durchtanzen) und / oder Single sind, sonntags mit niemandem spazieren gehen (können) und so gar nicht ihrem von sich und dem Leben erwarteten Bild entsprechen.
Ist das schön, dass ich gelernt habe, das Leben so zu nehmen und zu genießen, wie es ist!
Das Leben kennt nämlich nicht unsere Drehbücher im Kopf! Und es ist viel besser! Oder viel unvorhersehbarer! Für jeden ein eigenes Strickmuster. Ähnlichkeiten zufällig?
Meins ist jedenfalls ziemlich gut erkennbar ein Unikat.
Und das gefällt mir!
Was ja nicht dagegen spricht, dass bei vielen auch ein gewisser “Klassiker” gelebt wird im positivsten Sinne.
Wenn von Hochzeiten die Rede ist, werd ich schon mal ziemlich ruppig, mein Spruch ist dann (im Gegensatz zu den “Ahhs” und “Ohhs” von heiratswilligen Mädels) “Was geht mich fremdes Leid an?”. ;-)
Naja, brauch ich halt nicht mehr.
Aber heute bin ich einem Hochzeitsbild begegnet, welches ich so schön fand, so ausdrucksstark und tiefgründig glücksgetränkt…wow!
Und vom damaligen Bräutigam unter “Glücksmomente” abgelegt! Einfach schön.
Seht selbst:
Glücksmomente

Ja, das Leben ist schön, voller Überraschungen, Herausforderungen, geglückten und geplatzten Träumen, schweren Entscheidungen, Schicksalsschlägen, Verlusten, die sich dann doch als Gewinn entpuppen können….

Es ist mal laut und mal leise…

und heute genieße ich die Stille.

Rauchst du noch oder lebst du schon?

Warum rauchst du?
Und ein anderer nicht?
Warum steckst du dir
dieses Unkraut ins Gesicht?

Warum atmest du nicht,
die Lunge würd´s danken
die saubere Luft,
sondern musst Ruß erst tanken?

Was gibt dir der Nebel,
der um deinen Schädel,
in Wolken schwebt,
sich gelb auf die Umgebung legt?

Wieso verräucherst du dir den Sinn?
Schmeckst alsbald keine Nuancen
im Essen drin.

Da kann der Gourmet nun lange zaubern,
die toten Nerven das Erlebnis dir rauben.

Auch riechen kannst du nicht mehr gut,
deine Nase hat wohl Wut,
doch der Mund zieht am Stängel heiss,
deine Zähne blitzen längst nicht mehr weiss.

Du riechst wie eine alte Socke,
folgst räuchernd deinem alten Trotte.
Klar sagst du jetzt;“ ich muffel nicht!“,
die Mit-Raucher, die riechen´s nicht.

So sortiert man sich die Freunde,
wo kann man räuchern und wo nicht,
leider auch an diesem Laster
eine Freundschaft mal zerbricht.

Manchmal sogar eine Liebe,
die Lügen sind die tödlichen Hiebe.
Der Süchtige nun heimlich raucht,
nicht sagt, dass er eigentlich Hilfe braucht.

Vielleicht ist das ein Problem?
Auch das hab ich schon gesehn:
Der coole Raucher will´s nicht sagen,
dass auch ihn die Stängel plagen?

Schlechte Haut und gelbe Finger.
Eine Lulle im Gesicht.
Eins ist klar, dass diese Dinger,
optisch fallen ins Gewicht.

Das soll für die jungen Leute,
die cool sein wollen heute,
auch gleich ein wicht´ger Hinweis sein;
lasst euch gar nicht erst drauf ein.

Die Gründe sprechen alle dagegen,
es kostet Geld und ist ungesund,
man belästigt and´re mit Qualm und Ascheregen
viel zu selten benannt als wichtiger Grund.

Es galt ja mal als schick
und dieses Missgeschick,
ereilte die heute „Alten“
soll´n sie halt ihr Laster behalten.

Aber heute ist es bekannt,
der Qualm aus der Gesellschaft verbannt.
Ich rede nicht drumrum,
wer heut damit anfängt ist dumm!

Doch man kann sich mal irren,
die Sinne können verwirren,
zum Aufhören ist es niemals zu spät,
mit eig´nem Willen es auch geht.

Man spart die Zeit, man spart viel Geld,
die Gesundheit länger hält.
Die Umgebung es dir dankt,
die Leistung wird hoch anerkannt!

Zu Asche werden wir alle mal,
heute hast du noch die Wahl.
Ich muss nicht lange überlegen,
nicht die Asche, sondern Leben!

Miki

Aufreger des Tages

In meiner näheren Umgebung gibt es ein kleines Einkaufscenter, worin sich auch eine Post-Filiale befindet. Naja, fast. Zu meinem Ärger macht diese Filiale, eingebettet in einen blöden Schreibwarenladen keinen Postbank-Service. Darüber kann ich mich schrecklich ärgern. Die Sparkasse hat in dem Ding „Gebietsschutz“.

dp_entrance_retail Finde ich eine Unverschämtheit. Nun gut. Und die einzige Post-Bank-Filiale in meiner Nähe ist praktisch mit Auto unerreichbar, weil man sich nirgendwo hinstellen kann. Und dann kann ick ooch gleich loofen….

Aber das wollte ich jetzt gar nicht, sondern:
Ich bin gezielt in diesen blöden Laden (noch schnell erklären; den Laden find ich mega-blöd, weil er im Internet als Copy- Shop gelistet ist und der einzige Kopierer über ein Jahr (!) lang defekt war!!!).
Da in dieser „Hilfs-Post“ immer eine sehr unfreundliche mit Quak-Stimme ausgerüstete Servicekraft (?) arbeitet, war ich schon ein wenig auf Krawall gebürstet (ich geb’s ja zu).
Also, Post. Ich wollte ein versichertes Paket (zwar klein und leicht) in die Niederlande verschicken. Erstmal ran (die olle immer unfreundliche Eule war auch da, aber ein junges Mädchen hat mich bedient), ich gefragt;
„was für’n Schriebs muss ich da ausfüllen?“
Sie: „ Soll es ein Päckchen sein?“
Ich: „Nein, muss versichert sein, brauche einen Beleg.“
Sie: „Versichert und Nachweis, oder reicht auch eine Quittung?“
Ich: „Was das geht auch, Nachweis würde reichen!?“
Sie: „Ja, zeigen Sie mal, klein und leicht, können wir als Brief senden, kostet statt 17 € nur 8,05 € und Sie bekommen eine Quittung.“
Ich froh, überrascht, fast schon glücklich: „Prima, so machen wir das. Vielen Dank für die vorzügliche Beratung.“
(Olle Eule kiekt, ick kieke zurück!)

So, glücklich aus dem (…) Laden und ein wenig rumschlender…aha, Beute fokussiert; ich brauche eine Handtasche, da ist so ein Laden, draußen einige Ständer. Ich ran, anfass.. Mist, die Taschen sind alle irgendwie am Ständer festgemacht, nicht so wirklich praktisch. Aber eine kam – was gute Laune so anrichten kann- in die engere Wahl, entweder khakifarben oder schwarz. Ich geh in die Hocke, um mir das festgeschnallte Teil besser ansehen zu können. Währenddessen war die Verkäuferin mit einer schrill sprechenden älteren Dame beschäftigt, der sie nichts recht machen konnte (lag es nun an der Kundin oder an der Verkäuferin?).
Jedenfalls ich hocke da unten, das (angeschnallte) Objekt meiner Begierde auf dem Schoß, da dreht die blöde Verkäuferin -Dumpf- Kuh schwungvoll den Ständer, um der Quengel- Kundin eine andere Tasche zurrecht zu drehen (vor die Nase!) und „meine“ Tasche verlässt mich im Eiltempo!
Und sie HAT mich gesehen.
Ganz sicher.
Ich hatte das blöde Ausstopfpapier noch in der Hand, bin gaaanz langsam aufgestanden… hab ihr das Papier vor die Füße geworfen und bin langsam weggeschlendert.
(Kurz hat auch die Keifstimmen- Besitzerin das Maul gehalten…)

Ich weiß natürlich nicht, ob die unfähige Verkäuferin noch was verkauft hat (kann ich mir kaum vorstellen) aber so schnell kann es gehen; eben noch gut behandelt und kompetent zufrieden gestellt und dann…
Naja, für den Augenblick Geld gespart und ab auf’s Center- Dach, wo mein Auto brav wartet…
Und mit einer schönen Tasche, das wird schon noch klappen!

Kleines Schmacko; hier der Werbetext des Fachgeschäfts:

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Lederpoint

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Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Leben

WolkenMein liebes Leben,

du warst schon bei mir, als ich noch nicht einmal über dich nachdenken konnte. Lange Zeit mussten andere auf mich aufpassen, damit du bei mir bleiben konntest. Aber das ist normal.
Und weil es so normal ist, vergessen manche, über ihr Leben auch einmal nachzudenken. Nehmen es einfach hin. Als selbstverständlich.
Dabei finde ich, kann ein wenig Demut nicht schaden.

Du hast mich in einer klassischen Familie in einem friedlichen Land platziert.
Um mich herum gab es Familien, Kinder… Schule, Ferien, Klassenfahrten, Kindergeburtstage…und ich mitten drin.
Neben meiner Schwester hatte ich noch einen „gefühlten“ Bruder, Nachbarskind im selben Haus. Wir haben „Alfons Zitterbacke“ von der Schallplatte gehört, mit der Eisenbahn gespielt und gebastelt, getobt, Hängematte geschaukelt, Nachbarn geärgert, Mist gemacht….
Leider habe ich ihn mit dem Erwachsenwerden komplett verloren, keinen Kontakt.

Du hast mir Liebe vor die Füße gespült, nicht immer habe ich zugefasst. Mit 15 zu jung, um zu erkennen, jemand besonderem begegnet zu sein. Undurchsichtig war für mich, was wichtig und unwichtig sein sollte. Liebe ist unabhängig von Körpergröße und Prestigedenken. Mütter haben nicht immer recht.
Als ich ihn nach zwanzig Jahren endlich wirklich wiederfinden wollte, hatte er seinen Vertrag mit seinem Leben schon gekündigt.

Die nächste Liebe fühlte sich ganz anders an. Mehr geglättet, nicht so Berg und Tal.
Und die Liebe zum eigenen Kind ist noch einmal etwas ganz anderes.

Leider habe ich meine Heimat verloren. Das Elternhaus sozusagen. Das Haus, welches mir 19 Jahre lang ein Dach geboten hat. Die Eltern haben sich getrennt, ihr Leben noch einmal neu sortiert.
Zwei Häuser gibt es, die ich manchmal besuche. Dich, mein Heimathaus mit deinem ehemals ungeliebten Keller, in dem ich so manche Schippe Koks verballert hab. Jetzt ist natürlich alles viel moderner. Aber ruhig ist es geworden, stimmt’s? Zwei ältere Leute wohnen dort, wo einst zwei Familien mit je zwei Kindern wohnten. Aber Häuser überleben Menschen…auch du wirst wieder lebendiger werden. Ich roll mal wieder langsam bei dir vorbei, richtig besuchen kann und will ich dich nicht. Mein Sohn wohnt in deiner Nähe und ist bei dir schon entlang geradelt. Ihn kennst du noch als Zwerg… nun ist auch er schon groß.
Das zweite Haus, welches ich besuche, habe ich „selbst“ gebaut. Na gut, auf dem Papier.
Aber diese sonderbare Liebe zu einem großen Mann, der dann doch ein zu groß geratener Junge war, hat nicht viel Zeit überdauert.
Das mit Herzblut entstandene Haus loszulassen war der Preis für die Freiheit. Dich, mein liebes Haus, besuche ich frohen Herzens, ich bin stolz darauf, dass du so schön und gelungen bist und froh darüber, dass du so lebendige Bewohner hast.

Mein liebes Leben, was hast du noch mit mir vor? Diese Aktionen von Heirat mit 18, Mutter mit 19, alleinerziehend mit 29, Hausbesitzerin mit 34, Single-Haushalt mit Fernliebe ab 36… seit dem Auszug aus dem Elternhaus sieben Umzüge… was wird noch kommen?

Jobs. Tja, auch da sind wir das Dream – Team „Überraschungsei“ – mein Leben und ich.
Scheinbar bin ich mit einem Extra- Feature ausgestattet, Knopf „Optimieren aktivieren“.
Mag Chefs nicht, die einen klein halten wollen mit der Argumentation „draußen gibt’s keine Jobs“, „andere Bewerber stehen Schlange vor der Tür“. Ich muss meine Arbeit mit Überzeugung tun, sonst liefer ich schlechte Arbeit ab. Und dann kommt dieser Knopf ins Spiel. Bisher wurde er 10 x aktiviert. Wie machen das bloß die anderen, die 20 Jahre+ in einer Firma sind?
Eine Bekannte hat mal zu mir gesagt: „ Hirn raus, feuchtes Tuch drüber, auf Beifahrersitz legen, arbeiten, dann Hirn wieder rin, leben….“
DAS ist keine Alternative für mich.

Es gibt Kindheitsträume, über die man später lächelt.
Ich wollte mal Lokführer werden. Das war noch unrealistisch. Architektin. Das hätte gut gepasst, aber die Rahmenbedingungen waren eher schlecht. Ich noch zu jung, die Hindernisse für damalige Verhältnisse zu groß für mich. Heute würde mir das nicht mehr passieren. Naja.
Ich wollte keine Familie gründen, keine Kinder haben, das Beispiel der Eltern war nicht überzeugend. Aha.

An richtige Träume kann ich mich gar nicht weiter erinnern…doch: zwei:
Den einen hab ich vererbt (… ): eine laange Rutsche, in die man oben reinhüpft, ruuuutscht… und unten gewaschen, angezogen, frisiert, gezahnputzt usw. wieder rauskommt.
Oder eben abends gebügelt und geschniegelt für’s Bett.

Und der zweite? Erfüllt! Auto, Auto, Auto…
Tagtraum von früher Kindheit an: ich sitze bei toller Musik im Auto und fahre, fahre, fahre…
Technische Ansprüche ans Gefährt hatte ich keine, weil a.) keine Ahnung und b.) zu DDR Zeiten galt „Hauptsache fährt“.
Mit 25 hab ich den Führerschein gemacht, fahre seitdem immer. Mal netten Gebrauchtwagen als Familienkutsche gehabt oder eben Dienstwägelchen.

Aber seit einem Jahr: Traum erfüllt!
Seht ihr eine Golf GT Sport- Fahrerin (schneeelll gucken…) mit blödem Grinsen im Gesicht? Das bin ich.
Witzig: Ich durfte als Kind keine langen Haare tragen. Ein Traum von mir ( also doch noch einer!) war oft; ich wache auf und die Haare sind lang! (Ich glaub ich hab als kleines Mädchen sogar früh manchmal vorsichtig hingefasst, ob es jetzt endlich geklappt hat…)
Und in diesem Auto-Traum hab ich lange, dunkle und glatte (wichtige Anmerkung nach den Verfehlungen der 80er Jahre!) Haare.
Und soll ich was sagen? Ich HABE lange, glatte dunkle Haare! Und Auto!!!
Glück! Glücklich!
(Link zu einem der glücklichst- machenden Tage)

Als Teenager mag ich manchmal gedacht haben am falschen Fleck geboren worden zu sein. 250 km westlich gab es in jedem Laden „Mars“- Riegel, meine heimliche Maßeinheit für Glück.
Aber wenn auch die individuellen Möglichkeiten beschränkt waren, würde ich heute diesen Gedanken revidieren.
Mein liebes Leben, wir haben uns zur richtigen Zeit getroffen. Ich musste bisher keinen Krieg erleben, 50 Jahre eher geboren wäre ich an meiner chronischen Krankheit alsbald eingegangen.
Ich habe mit 20 eine Revolution erlebt, zahle heute bereits mit der dritten Währung mein täglich Brot.

Ich bin gespannt, was wir noch zusammen anstellen werden. Und auch darauf, was uns einmal trennen wird. Und wann.

Ja, manchmal habe ich Angst, du könntest mich plötzlich verlassen. Nein. Nicht Angst. Es ist mir bewusst, dass es passieren kann. Ich will dich nicht als selbstverständlich betrachten. Ich will dich jeden Tag schätzen. Auch wenn es mir nicht immer gelingt, wenn ich gelegentlich wegen Nichtigkeiten die Wichtigkeiten vergesse.

Solltest du mich doch ohne Vorwarnung verlassen und ich keine Zeit mehr für folgende Worte haben, so sage ich sie jetzt:

Es war schön mit dir! Danke dass du bei mir warst!

Aber vielleicht haben wir erst Halbzeit, also lass uns weiter machen!

Was hinter mir liegt, wird klein. Was vor mir liegt ist groß.

 

Hammer

Ein Mann will ein Bild aufhängen.
Den Nagel hat er, nicht aber den Hammer. Der Nachbar hat einen. Also beschließt unser Mann, hinüberzugehen und ihn auszuborgen.
Doch da kommt ihm ein Zweifel: Was, wenn der Nachbar mir den Hammer nicht leihen will? Gestern schon grüßte er mich nur so flüchtig. Vielleicht war er in Eile. Vielleicht hat er die Eile nur vorgeschützt, und er hat was gegen mich. Und was? Ich habe ihm nichts getan; der bildet sich da etwas ein. Wenn jemand von mir ein Werkzeug borgen wollte, ich gäbe es ihm sofort. Und warum er nicht? Wie kann man einem Mitmenschen einen so einfachen Gefallen abschlagen? Leute wie dieser Kerl vergiften einem das Leben. Und dann bildet er sich noch ein, ich sei auf ihn angewiesen. Bloß weil er einen Hammer hat.

Jetzt reicht´s mir wirklich.
Und so stürmt er hinüber, läutet, der Nachbar öffnet, doch bevor er “Guten Tag” sagen kann, schreit ihn unser Mann an:

“Behalten Sie Ihren Hammer”.

(aus P. Watzlawick: Anleitung zum unglücklich sein.)

Happy Birthday – mein geliebtes Auto!

Mein Auto hat Geburtstag! Wow!

Naja, Geburtstag… das ist ja schwierig bei Autos. Hab ich mir auch einfacher vorgestellt.

Also, ich wollte einen Golf. Nee, nicht irgendeinen. Einen GT Sport. Stimmt auch nicht, eigentlich wollte ich einen GTI. Also rein in ein Autohaus, werktags 19 Uhr. Die Blondine wollte gerade gehen, meinte noch so „..GTI ?, kieken Sie mal da vor der Tür, da steht eener, gehört ‘nem Angestellten von uns. Sonst ham wa keenen..“ Hm. Ich war mit meinem Sohn da, er ist Golf 3- Fahrer. Sahen wir irgendwie unseriös aus? Das Autohaus Zellmann sollte bis 20 Uhr offen haben…

Naja, einen Katalog hat sie mir noch gegeben…und tschüss! Schmoll.

Nächstes Autohaus, anderer Tag. Diesmal Autohaus Möbus , auch kein kleiner Laden. Dort habe ich mir dann mal für ein Wochenende (Anfang Mai) einen R32 als Vorführwagen geholt, weil sie keinen Golf GTI auftreiben konnten. Teuer (ca. 300 €), aber sollte man bei Autokauf erstattet bekommen. War ‘ne geile Tour (auch mit Sohn). Sind nach Thüringen gefahren, es wurde geglotzt und die 250 PS waren ein Traum auf Rädern. Will ich hier nicht weiter ausführen, war jedenfalls klasse (vor allem konnte Felix den auch fahren, da gab es keine Auflagen, während mein Auto jetzt so versichert ist, dass er NICHT damit fahren darf, wäre sonst zuuu teuer).

Als ich den Wagen bei einem anderen Verkäufer (als „meinem“) abgegeben habe, konnte der mir in zwei Sätzen mehr Infos geben als „mein“ Verkäufer an einem ganzen Nachmittag.

Egal, dieser sollte mich nun zeitnah anrufen um die Details zu klären… hat er aber nicht!!! Nie!!!

Inzwischen wusste ich aber was ich wollte: GT Sport mit max. Motor, R-Line Design (R32-Folgeschaden) und fast maximaler Ausstattung.

Nun hab ich mich im Internet schlau gemacht, mein Traumauto konfiguriert … fertig. Bestellung bei einer Vermittlungsfirma online problemlos (Tipp: benefit-Service ) … fein.

Naja, nun kamen Probleme: Lieferzeit mindestens 3 Monate. Waas? Wir hatten Mitte Mai und am 1. Juli sollte ein neuer Job losgehen, wo ich das Auto dringend brauchte!!

Bis dahin hatte ich noch nie ein eigenes Auto, bin immer Firmenwagen gefahren. Hatte gekündigt, ich gebe es zu, auch wegen den besch… Autos, die der Ex- Chef uns zugemutet hat (12 Jahre alter Opel Corsa, ich glaub 50 PS… längst verdrängt…) Noch Fragen?

Berlin ist ja keine Kleinstadt. Noch zwei Autohäuser wurden kontaktiert, aber an den Lieferzeiten konnten die auch nicht drehen. Da gibt es wohl Kontingente… Autohaus Eduard Winter bot noch seine Dienste an, waren aber auch nicht schneller, dafür teurer. Und sehr nett waren die Leute im Autohaus Britsch.

Es hat jedenfalls tatsächlich noch sooo lange gedauert, dass ich zwischenzeitlich einen Golf plus als Leihwagen fahren musste. Das war auch eine interessante Erfahrung, da mietet man für zwei Monate (!) ein Auto und muss dann nehmen was kommt…. (Europcar). :shock:

Meine Güte, aus dem einen Artikel hätte ich echt drei machen können (damals hab ich noch nicht gebloggt).

Aber auch diese Zeit des Schmachtens, Vor- Freuens und Wartens ging vorbei!!

 

Am 20.08.2008 konnte ich MEIN ERSTES EIGENES COOLES GELIEBTES AUTO anmelden! Ist das nicht toll? Schon das Datum!!

Davon stand er noch nicht vor der Haustür, nein, schlimmer noch, ich hatte ihn noch niieee gesehen!

(Aber auch bei dieser Behörde ging nicht alles glatt, habe aber auch selbst nicht aufgepasst, statt 1x TÜV und 1x ASU hatte ich auf beiden Schildern ASU, musste also am nächsten Tag noch mal hin…)

Der Abholtermin in der Autostadt Wolfsburg war erst am 30.08.08.

Das war eine sogenannte Erlebnisabholung.

Das Erlebnis fing schon mit einer Fahrt mit dem ICE an. Die Nummernschilder unterm Arm, nicht löschbares Grinsen im Gesicht, Freude und Adrenalin pur. Mein Sohn war wieder mein treuer Begleiter, also zwei irre Golf- Fans.

Dort dann Anmeldung im Abholerbüro( gelber Kasten).WB1

Termin bekommen, noch ca. zwei Stunden…na die schaffe ich auch noch…so haben wir vorher noch die Autostadt angesehen, ein paar Bilder habe ich ausgesucht.

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(zum Vergrößern raufklicken!)

Erst wie gesagt das Hauptgebäude, dann ein paar Eindrücke vom Gelände, die beeindruckenden Türme (in einem von ihnen hat mein Auto die letzten 24 h verbracht) … wo wird er wohl gerade sein, wartet er auf mich, freut er sich, wenn sie ihm die Schilder ranbasteln, dass es nach Berlin geht…?

Mein Auto- Traum, freust du dich auch so auf „deinen Mensch“?WB2

WB5Zum Termin in die Halle, haben natürlich ganz viele tolle Autos gesehen und auch genau beguckt, mit Anfassen und so…

Dann endlich mein Name auf der Tafel! (…)

In den angezeigten Bereich geflitzt, da wartete er auf mich…

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Beeindruckt beschreibt es nicht. Gerührt auch nicht. Überwältigt. Ja.

Man muss sich auch mal vorstellen, ich hatte „so“ ein Auto noch nie wirklich gesehen, er ist am Computer konfiguriert. Die Autohäuser waren ja – wie beschrieben- weniger hilfreich. Nicht interessiert an 30.000 Euro Umsatz.

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Dann hab ich ihn Beschlag genommen. Angefasst. Reingesetzt. Heimlich gestreichelt. Heimlich geheult (ganz heimlich).

Stolz hat mich gemacht (nooch stolzer?), dass kurz vor der offiziellen Übergabe ein VW-Mann an meinem Auto vorbei lief…guckte…zurück kam…um mein Auto drumrumlief ..guckte…und dann weiter seines Weges ging. Und der VW-Mann sieht ja einige Autos täglich!

Naja, Beschriftung abgewählt, R-Line- Design auch etwas verwirrend…so ist es ja auch gedacht ;-)

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Später habe ich ihn – ehrfurchtsvoll- auf einen dafür vorgesehenen Parkplatz gebracht, den Pförtner noch so gefragt: „Wo kann ich denn mein geiles Auto abstellen?“ Der guckte nett und sagte : „ Wirklich klasse Auto.“ Und wies mich ein. DSG-Getriebe, fährt fast von allein…brummbrumm machen die 170 PS bei geringster Ansprache…schade, Sportgang 1000km tabu…

Wir haben bei schönstem Wetter noch die Autostadt genossen, Futter- und Souvenir- Gutscheine eingelöst, Golf .. ähh..pardon…VW Museum bzw. Ausstellung angesehen WB10

und sind selbst mal den Turm hochgefahren, was BummBrumm ja schon hinter sich hatte.


Und ich hatte die ganze Zeit dieses Kribbeln im Bauch, unsere erste Fahrt stand ja noch bevor…

Und nun ist er schon ein Jahr alt. Ein paar Stunt’s haben wir schon hinter uns, geblitzt wurden wir nur 2x, immerhin in Brandenburg, da gibt es wenigstens Fotos für das viele Geld ;-) .

Zum Geburtstag bekommt er natürlich auch was. Aber erst nach meinem Urlaub, will kein frisch getuntes Auto vor der Tür stehen lassen, wobei ich auch Chancen habe, ihn für diese Zeit in einer Tiefgarage unterzubringen. Trotzdem muss er noch ein wenig warten….was lange währt, wird gut!

Dann gibt es auch aktuelle Fotos.

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“Ich bin doof”

bindoofIch bin (auch*) dafür; doofe Leute sollten ein Schild tragen müssen, wo drauf steht „Ich bin doof“. Dann kann man sich darauf einstellen!
Frühmorgens, Augen winzig, Gesichtsausdruck grimmig; Nachbar fragt „Na, ausgeschlafen?“ Schild.
Parkbänke. Penner sitzt drauf. „Haste mal een Euro?“ Ja, mehrere, womit soll ick sonst Miete zahlen? (denk ich). Schild.
„Wissen Sie, wie spät es ist?“ „Ja.“ (Ähhm, wollte er es jetzt auch wissen?) Schild.
Tankstelle. Waschanlage. „Na, Auto wieder schmutzig?“ „Nee, mir is nur langweilig.“ Schild.
Einkaufen. Belade mein Auto mit 6x 6x 1,5 Liter Mineralwasser (nicht nur für mich).
Olle fragt: „na Sie haben aber Durst?“ Ich. „Nee, heute ist Waschtag“. Schild.
Komme schnellen Schrittes in ein öffentliches Gebäude, frage den Pförtner nach den Toiletten. „Na Sie ham’s wohl eilig?“ Schild.
Irre mit Fragezeichen im Gesicht durch einen Bücherladen. Kommt eine Verkäuferin „Suchen Sie ein Buch?“ „Nee, die Milch ist alle.“ Schild.
Sitze auf einer Bank, ziehe einen Schuh aus und massiere den Fuss. Frau: „Ihnen tun wohl die Füße weh?“ Ich antworte nicht …. Schild.
Ist länger her, stehe mit Pannen-Auto (Motorhaube offen) am Straßenrand und warte auf den ADAC. Kommt eine ältere Dame und fragt: “Na, Auto kaputt?” “Nö, will ‘nen Mann kennenlernen, vielleicht schickt der ADAC was nettes.” Schild. (Aber die Idee ist nicht schlecht, oder?)
Ich hab früher mal in der häuslichen Pflege gearbeitet. Klingel wie verrückt und klopfe an der Tür einer Patientin. Nachbarin: „Na, macht Frau S. heut nicht auf?“ (…) Schild.
(Frau S. öffnete nie wieder die Tür, der Bestatter hat sie fortgebracht.) Nachbarin stellt sicher bis heute blöde Fragen.
Schreckliche Erkältung. Dicke Augen. Schniefen. Rote Knollennase. Heiser. Kollegin: „Na, erkältet?“ „Nee, mein Maskenbildner hat nur geübt.“ Schild.

Tja, wenn Doofheit weh tun würde…

Also, wenn du das nächste Mal irgendwo sitzt, eine rauchst („na, rauchst ja…“) oder was trinkst („na, Durst..?) oder dich am Kopf kratzt („na, juckt’s…?“)…. vielleicht hilft dir dann ja der Gedanke an das Schild. Und dann schmunzelst du und dein Schild- Kandidat fragt „Na, an was schönes gedacht?“ „Ja.“

* Die Idee mit dem Schild stammt nicht von mir, hab ich irgendwo mal gelesen und für gut befunden…